Wählen Sie Ihre Nachrichten​

19 Lastwagen beschlagnahmt: Jost Group bezieht Stellung
Im Jahr 2016 waren laut Groupement Transport 137 Mitarbeiter bei "Jost Group" in Weiswampach tätig.

19 Lastwagen beschlagnahmt: Jost Group bezieht Stellung

Foto: LW-Archiv
Im Jahr 2016 waren laut Groupement Transport 137 Mitarbeiter bei "Jost Group" in Weiswampach tätig.
Wirtschaft 19.02.2019

19 Lastwagen beschlagnahmt: Jost Group bezieht Stellung

Mara BILO
Mara BILO
Die Transportfirma Jost Group steht wieder im Mittelpunkt der Medienaufmerksamkeit: Die belgische Staatsanwaltschaft hat 19 Lastwagen beschlagnahmt. Die Transportfirma hat am Nachmittag Stellung bezogen und zeigt sich „bestürzt“.

Die belgische Staatsanwaltschaft teilt auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“ mit, dass 19 Lastwagen beschlagnahmt worden sind. „Es könnten noch mehr werden“, erklärt der Sprecher, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Damit bestätigt er eine Meldung von „La Dernière Heure“; die belgische Zeitung schreibt, dass die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, insgesamt 300 Lastwagen aus dem Verkehr zu ziehen, um sie zu inspizieren.

Diese Beschlagnahmung findet in Zusammenhang mit Ermittlungen statt, die derzeit geführt werden. Der Vorwurf lautet Menschenhandel, Geldwäsche, kriminelle Organisation und Sozialbetrug, wie die belgische Staatsanwaltschaft erklärt: „Es kann sein, dass ein Teil der Aktivitäten, die dem Unternehmen vorgeworfen werden, in diesen Lastwagen geschehen sind.“ Eine öffentliche Anhörung soll im Fall Jost Group am 26. Februar in Liège stattfinden – darauf weist die Staatsanwaltschaft hin.


Jost Group Transport Logistics Aubange Belgique Foto: LW-Archiv 2016
Ermittlungen laufen: Jost ernennt Nachfolger nach Razzien
Nachdem der „Jost Group“-Firmenchef Roland Jost am vergangenen Montag festgenommen worden war, ergreift die Weiswampacher Transportfirma erste Maßnahmen, um die Lage zu beruhigen. Am Montag wurde Josts Nachfolger präsentiert.

In der Firma mit Sitz in Weiswampach stand am Dienstagmorgen niemand für eine Stellungnahme zur Verfügung. Am Nachmittag veröffentlichte die Transportfirma allerdings eine Pressemitteilung; darin erklärt sich Jost Group „bestürzt darüber, dass die Staatsanwaltschaft in einem klaren (aber vergeblichen) Versuch, das Unternehmen zu destabilisieren, der Presse weiterhin falsche Informationen übermittelt.“ Die Staatsanwaltschaft würde dadurch gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung verstoßen, heißt es weiter. Außerdem erklärt die Firma, das Gericht erster Instanz von Liège habe am 27. Januar die von der Staatsanwaltschaft geforderte Beschlagnahmung von mehr als 300 Lastwagen verboten. Deshalb fordert die Transportfirma in ihrem Schreiben das Gericht auf, ihre Entscheidung zu bestätigen – um „die Interessen des Unternehmens, der Arbeitnehmer und der Kunden“ zu schützen. Angaben der Jost Group zufolge will die Staatsanwaltschaft nach diesem Gerichtsurteil in Berufung gehen.

Anfang Mai 2017 fing der Ärger für die Jost Group an: Damals war der Firmenchef Roland Jost festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Diekirch hatte erklärt, die Ermittlungen seien seit 2015 geführt worden. Die Firma steht unter dem Verdacht, mehr als tausend Lastwagenfahrer eingestellt zu haben – ihnen allerdings nur die Arbeitsbedingungen ihres Herkunftslandes angeboten zu haben, was gegen EU-weit geltende Vorschriften verstößt. Die Transportfirma hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe stets entschieden zurückgewiesen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema