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14 Marken: Autogigant Stellantis startet
Wirtschaft 2 Min. 15.01.2021 Aus unserem online-Archiv

14 Marken: Autogigant Stellantis startet

Blick auf das US-Hauptquartier von Fiat Chrysler Automobiles in Auburn Hills (USA). Nach Billigung der Aktionäre wollen die Autohersteller PSA und Fiat Chrysler an diesem Samstag (16.01.2021) ihre Megafusion nun endgültig abschließen.

14 Marken: Autogigant Stellantis startet

Blick auf das US-Hauptquartier von Fiat Chrysler Automobiles in Auburn Hills (USA). Nach Billigung der Aktionäre wollen die Autohersteller PSA und Fiat Chrysler an diesem Samstag (16.01.2021) ihre Megafusion nun endgültig abschließen.
Foto: DPA
Wirtschaft 2 Min. 15.01.2021 Aus unserem online-Archiv

14 Marken: Autogigant Stellantis startet

Der Vorstandschef stammt aus Portugal, der Verwaltungsratsvorsitzende gehört zur italienischen Industriellendynastie Agnelli, die Firma ist in den Niederlanden angemeldet und zu den Automarken zählen US-Klassiker wie Chrysler oder Dodge: So sieht ein Weltkonzern europäischer Prägung heutzutage aus.

(dpa) - Der französische Peugeot-Hersteller PSA und der italienisch-amerikanische Fiat-Chrysler-Konzern (FCA) schließen Samstag nach langer Vorbereitung ihre Megafusion ab - die neue Gruppe heißt Stellantis. Der etwas schwerfällig anmutende Name ist vom lateinischen Wort für Stern („Stella“) abgeleitet. Größere Ereignisse zum Start des Autogiganten am Wochenende sind dem Vernehmen nach nicht geplant.

Der Zusammenschluss dürfte die Karriere von Vorstandschef Carlos Tavares krönen, der schon bei PSA an der Spitze stand. Der 62-Jährige führt künftig den viertgrößten Autohersteller der Welt - mit 14 Marken wie Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo. Beschäftigt werden rund 400.000 Menschen.

Große Herausforderungen

„Vor uns liegen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten“, sagt der knallharte Topmanager mit Wurzeln in Lissabon. Er sanierte in den vergangenen Jahren den deutschen Hersteller Opel mit eiserner Hand. Der neue Autoriese will für Mobilität sorgen. die „sicher, sauber und erschwinglich“ ist - so lautet das Credo von Tavares.


A picture taken on February 15, 2017 shows the logo of German car maker Opel (R) on a car next to a car with the logo of French car maker Peugeot, in Lille, northern France. 
French carmaker PSA said on February 14 it was thinking about taking over Opel and Vauxhall, loss-ridden European subsidiaries of US auto giant General Motors. PSA, which groups the Peugeot, Citroen and DS brands, "is exploring the possibility of acquiring Opel and Vauxhall", a company spokesman told AFP.
 / AFP PHOTO / PHILIPPE HUGUEN
Opel flitzt in die Gewinnzone
Unter französischer Führung kommt Opel bei der Sanierung schnell voran. Trotz des ersten operativen Gewinns in diesem Jahrtausend schwelen die Konflikte in den deutschen Standorten weiter.

Die Fusion wurde schon vor der Corona-Pandemie eingefädelt, die der Autobranche einen dramatischen Absatzeinbruch bescherte. Da weniger Autos verkauft werden, dürfte der Druck auf Tavares steigen, den neuen Verbund umzubauen. „Da wird ein sehr dicker Rotstift kommen“, sagte der deutsche Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur in Paris. „Opel ist die Blaupause. Kein Autokonzern braucht vier große Entwicklungszentren in USA, Turin, Paris und Rüsselsheim.“

Opel-Chef Michael Lohscheller hatte im Oktober der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) gesagt, dass er den Stammsitz Rüsselsheim in dem neu entstehenden Konzern als gut aufgestellt sieht. Opel bleibe die einzige deutsche Marke im Konzern.


ARCHIV - 06.03.2017, Hessen, Darmstadt: Ein Opel-Logo spiegelt sich am 06.03.2017 in Darmstadt (Hessen) vor einem Autohaus, das beide Marken führt, in einem Peugeot-Logo auf der Motohaube eines Fahrzeugs. (zu "Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler bestätigen Fusionsgespräche") Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Fiat Chrysler und PSA wollen Autogiganten bilden
Der Druck in der Branche zwingt Autobauer zu neuen Bündnissen. Nach dem Fehlschlag mit Renault wendet sich Fiat Chrysler nun den Franzosen von PSA zu. In Paris werden bereits erste Pflöcke eingeschlagen.

Tavares versicherte schon vor der Corona-Krise, der neue Verbund mit großen Standbeinen in Europa und Nordamerika wolle keine Werke schließen. Die Regierungen in Paris und Rom wiesen bereits deutlich darauf hin, dass sie auf die Beschäftigung sehr genau aufpassen werden. Frankreich und Italien sind die Heimatländer von Peugeot und Fiat („Fabbrica Italiana Automobili Torino“) - beide Unternehmen haben ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert.   

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