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100 Jahre Fischer - Ein Unternehmen im Wandel der Zeit
Wirtschaft 12 3 Min. 06.06.2013

100 Jahre Fischer - Ein Unternehmen im Wandel der Zeit

Im Juni 1913 machten sich Eugène Fischer und seine Frau Marguerite mit einer kleinen Bäckerei in Diekirch selbstständig. Heute ist Fischer ein moderner, international orientierter Industriebetrieb mit 930 Mitarbeitern und 92 Millionen Euro Umsatz.

(pley) - Eigentlich hatte Eugène Fischer aus Rodange das Metzgerhandwerk gelernt. Der Liebe wegen und weil es in Diekirch bereits einen Metzger gab, musste er auf Bäcker umschulen.

Mit viel Fleiß und unermüdlichem Einsatz des Ehepaars wächst die kleine Bäckerei. Bereits 1925 werden die ersten professionellen Maschinen angeschafft und die beiden ersten Filialen in Wallendorf und Bollendorf eröffnet. Sohn Joe Fischer erlernt ebenfalls das Bäckerhandwerk und übernimmt 1954 gemeinsam mit seiner Frau Renée Klein das Unternehmen. Beide stellen die Weichen konsequent in Richtung Wachstum. 

Eine Erfolgsgeschichte

1962 kaufen und modernisieren sie die Bäckerei in Gilsdorf. Kurze Zeit später wird eine enge Kooperation mit der FAPRAL (Fabrique de Produits alimentaires S.A.) beschlossen, die 1971 in eine Fusion mündet. Aus dieser Fusion geht die heutige Panelux S.A. hervor, die für die Produktion und Distribution der Backwaren verantwortlich zeichnet. Der Markennamen Fischer bleibt erhalten und steht auch heute noch für handwerkliche Qualität.

Trotz der Wirren zweier Weltkriege ging der Unternehmergeist nicht verloren, ein Geist der weiter durch das Familienunternehmen weht. Mit Jacques Linster und Patrick Muller als Vertreter der Eigentümerfamilien ist die dritte Generation am Ruder. Und die Zeichen stehen weiter auf Wachstum.

Ein Unternehmen im Wandel der Zeit

Die heutige Panelux ist ein international tätiger hochmoderner Industriebetrieb. 1992 wurden die damals drei Produktionsstätten in Roodt-Syre zusammengelegt. Ohne den Anspruch an die handwerkliche Qualität aufzugeben, wurde damals eine der modernsten Großbäckereien Europas gebaut, die in den Folgejahren in zwei weiteren Bauabschnitten erweitert wurde. Anfang 2014 soll die siebte vollautomatische Produktionsstraße in Betrieb gehen.

Der Weg von einer kleinen örtlichen Bäckerei zu einem hochmodernen Industriebetrieb war nur möglich, weil die verantwortlichen Akteure immer die Zeichen der Zeit erkannt und den Mut zu Investitionen hatten. „Die Berufe des Müllers und des Bäckers waren die ersten handwerklichen Berufe im Lebensmittelsektor, in die der technische Fortschritt Einzug gehalten hat, was ständige Investitionen erfordert“, erläutert Jacques Linster. Hinzu kommt die Änderung im Konsumverhalten der Verbraucher. 

Veränderte Einkaufsgewohnheiten

Die Einkaufsgewohnheiten haben sich drastisch geändert mit Aufkommen der ersten Supermärkte in den 90iger Jahren. 50% des Brots werden heute über Supermärkte verkauft. Kleine Handwerksbetriebe waren nicht in der Lage die Supermärkte zu beliefern. „Es braucht eine kritische Masse für industrielle Investitionen“, betont Linster. Er wehrt sich auch gegen den Vorwurf des Verdrängungswettbewerbs. Vielmehr habe das Marktumfeld sich geändert und Panelux sei es gelungen, über das frühzeitige Erkennen von Trends und mutige Entscheidungen den geänderten Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

Bereits 1974 hat Joe Fischer die ersten Fischer-Shops in den Supermärkten eröffnet. 1980 hat er als einer der ersten tiefgekühlte Backwaren hergestellt, was den grenzüberschreitenden Verkauf der Produkte ermöglichte. Heute werden über 50% des Umsatzes im Export mit Tiefkühlware erwirtschaftet. Fischer Brot wird von Norwegen bis Japan konsumiert und für Firmen wie Bofrost, Edeka, Picard oder Vandemorteele produziert.

„Bei den Zutaten achten wir strikt auf nachhaltige Anbaumethoden“, betont Jacques Linster. Neben guten Zutaten braucht es ein gutes Rezept und Zeit um ein gutes Brot zu backen. „In diese Zeit investieren wir, bei der Fermentierung, der Herstellung des Sauerteigs und beim Backen selber.“ Ein Qualitätsanspruch den die Kunden offensichtlich zu schätzen wissen.

Ein internationales Unternehmen mit lokalem Fokus

„Made in Luxemburg“ steht bei Panelux nicht nur für die über 30 verschiedenen Brotsorten und sonstigen Backerzeugnisse, sondern auch für die eingesetzten Rohstoffe. 54 Tonnen Mehl pro Tag, Milch und Butter werden so weit wie möglich von Luxemburger Produzenten bezogen. Auch auf den Backöfen steht der Name eines Luxemburger Herstellers.

Für den lokalen Markt Luxemburg steht neben der Qualität nach wie vor der Kundenservice im Fokus. „Wir bedienen unsere Kunden da, wo es für sie am bequemsten ist: in unseren 70 inländischen Filialen, über einen direkten Lieferservice oder im Supermarkt,“ erläutert Patrick Muller.

Interessenten können anlässlich der Porte ouverte am  Samstag die Panelux in Roodt-Syre besichtigen.