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Apep-Präsident Thillens
12.03.2010 09:37 Uhr

„Punktuelle Verbesserungen“ im Sportunterricht

Ein Jahr nach Paukenschlag über „nicht hinnehmbare“ Lücken



Foto: Guy Jallay
Apep-Präsident Rob Thillens: „Die Uni Luxemburg bemüht sich, bei der Sportdidaktik die Situation zu verbessern.“

Interview von Pierre Gricius

Bei ihrer Generalversammlung vom 28. November 2008 brachte die Vereinigung der Sportprofessoren (Apep) den Stein ins Rollen: Die Lehrerausbildung an der Uni Luxemburg vernachlässige in sträflicher Weise den Sport. Der Conseil supérieur du sport griff das Thema auf, das COSL verfasste einen offenen Brief an die Abgeordneten und bei der COSL-Generalversammlung vor einem Jahr erklärte der damalige Sportminister Jeannot Krecké seine Absicht, eine Arbeitsgruppe einzuberufen. Wie lautet die Zwischenbilanz ein Jahr nach diesem Anstoß? Die Antworten von Apep-Präsident Rob Thillens.

Zumindest in der Öffentlichkeit ist es still geworden um das Thema. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

In diesem Fall ein gutes. Tatsächlich wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die gesamte Problematik des Sports und der Schule aufzuzeichnen, um auszuloten, wie im Rahmen der anstehenden Reformen gehandelt werden kann. In dieser Arbeitsgruppe sind je zwei Vertreter des Unterrichtsministeriums und der Programmkommissionen, des COSL sowie der Ministerialabteilung für Sport. Ziel ist es, in den nächsten Jahren Wege zu finden, wie die Probleme, die es in der Schule gibt, und die, die es im Sport gibt, gemeinsam angepackt werden können und konstruktiv den Ministern Vorschläge zu unterbreiten. Eine Bestandsaufnahme wurde gemacht und eine Reihe von Problempunkten definiert.

Zu einem konkreten Punkt in der Resolution der Apep: Es wurde bemängelt, dass 30 Prozent der Lehrer die Uni Luxemburg ohne Sportausbildung verlassen, Knackpunkt ist, dass diese nicht obligatorisch ist. Gibt es hier Verbesserungen?

Sicher, es gibt punktuelle Verbesserungen. Gewusst ist aber auch, dass Rom nicht an einem Tag gebaut wurde, demnach gilt es, diese Verbesserungen progressiv aufzubauen. Jetzt ist die Lage die, dass der Sport im ersten Jahr der Ausbildung einen festen Platz bekommen hat ...

... er ist also obligatorisch ...

... er ist obligatorisch. Vorher standen insgesamt 280 Stunden Sportdidaktik auf dem Programm. Das aktuelle Angebot, das ab dem zweiten Jahr fakultativ ist, stellt keine optimale Lösung dar. Positiv stelle ich aber bei der Uni Luxemburg den Willen fest, die Situation zu verbessern.

Es wird daran gearbeitet, bestenfalls in einer mittelfristigen Perspektive. Die Apep verfolgt nach wie vor das Ziel, dass bei der Lehrerausbildung die Sportdidaktik wieder obligatorisch wird, vom ersten bis zum vierten Jahr?

Ganz klar, das ist unser Ziel.

Bis es so weit ist und auch vielleicht darüber hinaus, sind Sie als Apep-Präsident dafür, dass mangels einer ausreichenden Zahl von im Sport ausgebildeten Lehrern zusätzlich Sportprofessoren in den Grundschulen Sport unterrichten sollten?

Das wäre sicherlich ein qualitativer Sprung für den Sport in der Grundschule. Ich bleibe allerdings der Überzeugung, dass man Lehrern nicht verbieten sollte, Sport zu unterrichten, wenn sie es schätzen. Menschen, die mit Liebe dabei sind, machen in der Regel eine gute Arbeit. Sowohl die einen wie die anderen sollten eingebunden werden, auch über das neue Programm, wo Sockel definiert werden.

Wenn Kompetenzsockel definiert werden, dann muss die Qualitität steigen, damit die Kinder die geforderten Sockel auch erreichen können. Qualitativ müsste in den nächsten Jahren eine Verbesserung erreicht werden, was den Sportunterricht betrifft.

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