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Radsport Paris - Nice
12.03.2010 08:32 Uhr, aktualisiert 12.03.2010 10:18 Uhr

Fränk Schleck in Erklärungsnot

Der Saxo-Bank-Profi (30.) verliert 1'09" / Contador holt zum Doppelschlag aus



Foto: Serge Waldbillig
Auch an den Straßen Südfrankreichs zeigten die Luxemburger Anhänger ihre Präsenz.



Foto: Serge Waldbillig
Während Alberto Contador gestern den Grundstein zum Schlusserfolg legte, büßte Fränk Schleck (r./im Hintergrund) wertvolle Zeit ein.

Von Joe Geimer aus Mende

Der Traum vom Gesamtsieg bei der Rundfahrt Paris - Nice ist für Fränk Schleck (Saxo Bank) zwar am Donnerstag geplatzt, zumindest eine Top-10-Platzierung bleibt aber weiterhin in Reichweite. Mit Platz 30 blieb er auf der vierten Etappe hinter den Erwartungen zurück: 2'05" beträgt der Rückstand des 29-jährigen Luxemburgers nun in der Gesamtwertung.

Kein Geringerer als der zweifache Tour-Sieger Alberto Contador (E/Astana) hat unterdessen mit einem beeindruckenen Tagessieg den Platz an der Sonne eingenommen und Jens Voigt (D/Saxo Bank) das Gelbe Trikot entrissen. Im Vorfeld des Abschnitts zwischen Maurs-la-Jolie und Mende (173,5 km) war man sich einig: Der 3 km lange Schlussanstieg (Col de Croix-Neuve) mit seiner durchschnittlichen Steigung von zehn Prozent, auch als „Montée Laurent Jalabert“ bekannt (hier hatte der Franzose am französischen Nationalfeiertag 1995 im Rahmen der Tour de France triumphiert), würde für eine Vorentscheidung im Gesamtklassement sorgen. Die Fans wurden auf den letzten Kilometern nicht enttäuscht: Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg legten ihre Karten auf den Tisch.

Contador untermauerte dabei einmal mehr seine Ausnahmestellung im Peloton. 1,6 km vor dem Ziel schaltete der Astana-Kapitän einen Gang höher und niemand konnte sein Hinterrad halten. Mit seinem gewohnt lockeren Tritt distanzierte er seine ärgsten Konkurrenten und machte seinen Rückstand von 20" in der Gesamtwertung wett. Am ehesten konnten noch seine Landsleute Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne), Samuel Sanchez (Euskaltel/beide auf 10") und Joaquin Rodriguez (Katusha/18") folgen.

Contador erinnerte sich scheinbar an das Jahr 2007: Auch damals war er bei dem „Rennen zur Sonne“ am Flugplatz in Mende erfolgreich und legte somit den Grundstein zum Schlusserfolg. Seit gestern stehen die Zeichen erneut auf Sieg. Denn drei Etappen vor Schluss – eine Bergankunft steht nicht mehr bevor – kann Contador nun immerhin bereits auf ein Polster von 24" vertrauen. Hinter dem Zweiten Valverde folgen Roman Kreuziger (CZE/Liquigas/25"), Luis-Leon Sanchez (E/Euskaltel/28"), S. Sanchez (29") und Voigt (34").

Der 38-jährige Deutsche hatte vor dem Start noch daran geglaubt, in Nice triumphieren zu können, gestern konnte er den Spitzenplatz allerdings nicht verteidigen. Bis in den Schlussanstieg optimal von seinem Team eskortiert – auch Laurent Didier verrichtete einige Arbeit an der Seite seines Kapitäns, bis er sich dann 15 km vor dem Ziel verabschiedete – büßte Voigt letztendlich 44" ein.

Schlechtes Wetter behindert Fränk Schleck

F. Schleck konnte ihn nicht bis ins Ziel unterstützen, geschweige denn, seine persönliche Karte ausspielen. Der Mondorfer erlebte gestern einen rabenschwarzen Tag. Dabei sah bis 5 km vor dem Ziel noch alles gut aus, dann blockierten aber die Beine, respektive die Muskeln. Es war ihm nicht möglich, zu beschleunigen und nach vorne zu fahren und dies obschon er sich aktuell in recht guter Verfassung befindet.

Zweifellos trugen die widrigen klimatischen Bedingungen mit permanenten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ihren Teil zu dem Negativ-Erlebnis bei. Es ist kein Geheimnis, dass sich F. Schleck bei Sonnenschein und warmen Temperaturen weitaus wohler fühlt. Im Hinblick auf die bereits in fünf Wochen anstehenden Ardennen-Klassiker war der gestrige Tag sicherlich nicht förderlich. Selbstvertrauen konnte der Luxemburger jedenfalls nicht tanken.

Zum Trübsalblasen ist es aber zu früh. Denn eigentlich stimmt die Form beim Saxo-Bank-Profi. Didier fuhr seinerseits gestern als 103. (auf 6'55") in Ziel. In der Gesamtwertung ist der Dippacher nun 78. mit einem Rückstand von 8'57". Heute wird die achttägige Rundfahrt mit dem 157 km langen Teilstück zwischen Pernes-les-Fontaines und Aix-en-Provence fortgesetzt.

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