(LW) - Viktoria Rebensburg heißt überraschend die neue Olympia-Siegerin im Riesenslalom der Frauen. Bei ihrem Olympia-Debüt triumphierte die Deutsche am Donnerstagabend mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur 4/100 Sekunden vor Tina Maze (SLO).
Für die Slowenin war es nach dem zweiten Platz im Super-G bereits die zweite Silbermedaille in Kanada. Elisabeth Görgl (A) holte unterdessen ihre zweite Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Die 29-Jährige lag nach dem ersten Lauf noch in Führung und wurde rund 24 Stunden später (der zweite Durchgang hatte am Mittwoch wegen Nebels abgesagt werden müssen) schließlich mit lediglich 0"14 Rückstand Dritte. Rebensburg war nach der gewonnenen Goldmedaille überglücklich: „Es ist echt unglaublich, ich kann es noch gar nicht in Worte fassen. Es waren zwei harte Tage, weil es wirklich schwer war, die Spannung aufrechtzuerhalten.“ Pech hatte
Lindsey Vonn (USA). Bei einem Sturz im ersten Lauf – bis dahin war sie auf Bestzeit-Kurs – brach sie sich den kleinen Finger der rechten Hand, wird aber heute beim Slalom trotzdem antreten. Im Pacific Coliseum von Vancouver ist gestern eine beein-druckende Serie gerissen. Seit 1994 hatten Südkoreas Shorttrack-Frauen nämlich viermal in Serie bei Olympischen Spielen die Staffelrennen über 3 000 m dominiert, und auch diesmal waren sie die Schnellsten. Doch Minuten nach dem umjubelten Ziel-Durchlauf trat die Schockstarre auf die Gesichter der Asiatinnen, als das Kampfgericht nach einer leichten Behinderung der Chinesinnen auf Disqualifikation entschied. In Welt- rekordzeit von 4'06"610 wurde Weltmeister China auf den Gold-Platz gehievt. Vor 14 200 Zuschauern ging Silber an Kanada, die abgeschlagenen US-Läuferinnen kamen zur unverhofften Bronzemedaille.
In der Freestyle-Sprungkonkonkurrenz hat Lydia Lassila (AUS) ihren Frieden mit Olympia geschlossen. Die Australierin gewann am Mittwochabend das Springen vor den Chinesinnen Li Nina und Guo Xinxin. „Dafür habe ich mein ganzes Leben gearbeitet“, sagte die 28-Jährige, für die im Nebel am Cypress Mountain eine lange Leidenszeit ihr Ende fand. Die Sprünge der in der Vergangenheit oftmals durch schwere Verletzungen zurückgeworfenen geborenen Zypriotin honorierten die Punktrichter mit 214,74 Punkten.
Die erfolgsverwöhnten deutschen Bob-Frauen haben währenddessen erstmals bei Olympia eine Medaille verpasst. Europameisterin Cathleen Martini stürzte auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler im letzten Lauf und verpasste das erhoffte Edelmetall. Leer ging auch Turin-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis als Vierte aus. Gold ging an die überlegene Kanadierin Kaillie Humphries vor ihrer Landsfrau Helen Upperton. Bronze holte sich Erin Pac aus den USA.
Die 5 000 m im Eisschnelllaufen der Frauen wurden erwartungsgemäß zu einer klaren Angelegenheit von Weltrekordlerin Martina Sablikova. Die Tschechin knackte die von Stefanie Beckert (D) im Lauf gegen Lokalmatadorin Kristina Groves (CAN) vorlegte Bestzeit von 6'51"39 und katapultierte sich in 6'50"91 mit ihrem zweiten Gold an die Spitze der erfolgreichsten Wintersportler ihres Landes. Bronze ging an die 37-jährige Kanadierin Clara Hughes (CAN). Im Ski Langlauf durften die Norwegerinnen gestern jubeln. In der Staffel über 4 x 5 km gewannen die Skandinavierinnen vor Deutschland und Finnland. Für Norwegens Schlussläuferin Marit Björgen war es bereits die dritte Goldmedaille dieser Spiele.