Interview: Laurent Schüssler
Nationaltrainer Guy Hellers verfolgte die Auslosung am Sonntag von Luxemburg aus und war nicht in die polnische Hauptstadt gereist. Der gemeinsame Termin der sechs Teilnehmer der Gruppe D, bei dem der Spielkalender abgesprochen wird, ist ihm wichtiger. Hier wird er präsent sein.
Global gesehen, kann man nur zufrieden sein. In vielerlei Hinsicht treffen wir auf Altbekannte. Weißrussland ist uns allen durch den 1:0-Sieg in Gomel noch in bester Erinnerung. Auch wenn diese Mannschaft natürlich gegen uns auf Revanche aus sein wird. Und gegen Albanien wollen wir endlich ein gutes Resultat erreichen. In der vergangenen EM-Qualifikation waren wir im Heimspiel an unseren eigenen, zu hohen Erwartungen gescheitert. Ich persönlich hätte mir aus dem zweitletzten Topf Liechtenstein gewünscht. Denn gegen das Fürstentum haben wir noch eine Rechnung offen stehen. Selbst wenn die sportliche Herausforderung auch gegen Liechtenstein keine einfache gewesen wäre.
Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Miralem Pjanic. Auch wenn ich menschlich tief enttäuscht von ihm und seiner Familie wurde, dass er sich vom Luxemburger Verband abwandte und sich für Bosnien-Herzegowina entschied. Luxemburg hat sehr viel für ihn gemacht. Aus einer anderen Perspektive betrachtet muss ich zugeben, dass ich, wenn „Miri“ mein Sohn gewesen wäre, ihm wohl das Gleiche geraten hätte. Die bosnische Nationalelf hat eine spielerisch weitaus größere Klasse und dort hat er die Chance, sich einmal für eine EM- oder WM-Endrunde zu qualifizieren.
Rumänien ist in meinen Augen eine Unbekannte. Dieses Land verfügt über begabte Fußballer, die aber aus diversen Gründen ihr Potenzial nicht mehr abrufen können oder wollen. Hier scheinen interne Differenzen das Problem zu sein. Und Frankreich ist ganz einfach ein Superlos für uns.
Wir sind in unserer Entwicklung noch nicht soweit, als dass wir eine Punktezahl anvisieren können. Natürlich werden wir alles geben, um in jeder Partie eine gute Leistung zu bieten. Und wenn sich die Möglichkeit zu einem Sieg bietet, werden wir diese auch annehmen. Meiner Ansicht nach werden wir erst in der Qualifikation zur EM 2016 einen Schritt weiter sein. Wenn alles normal verläuft, haben wir zu diesem Zeitpunkt fünf oder sechs Profispieler im Ausland. Und dann wollen wir bewusst auftreten, um zu punkten.
Momentan noch nicht. Wenn Paul Philipp, der Präsident der FLF, aus Warschau zurück ist, werden wir gemeinsam beraten, welche Vorgehensweise bei der Kalenderversammlung die beste sein wird. Ob wir bereits im September gegen eine starke Nation antreten wollen oder später. In der französischen Nationalelf wird es nach der WM in Südafrika voraussichtlich zu einem großen Schnitt kommen. Aus einer rein sportlichen Sicht könnte es zu diesem Zeitpunkt interessant sein, weil das neue Team sich dann erst finden muss. Andererseits kann ein späterer Termin auch vorteilhaft sein, weil diverse französische Spieler ihre Gedanken dann vielleicht eher bei ihren Vereinen haben als bei der Nationalmannschaft. Hier gibt es viele Faktoren abzuwägen.
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