Handball-Europameisterschaft
19.01.2010 09:20 Uhr

Die Weltelite kämpft um den EM-Titel

Titelverteidiger Dänemark vor schwieriger Mission / Frankreich gilt als Favorit



Foto: afp
Nikola Karabatic strebt mit Frankreich das historische Triplé an.

(LW) - Ab dem heutigen Dienstag kämpfen in Österreich 16 Nationalmannschaften um die europäische Krone im Handball. Auf Titelverteidiger Dänemark wartet eine schwierige Mission, denn an Konkurrenz mangelt es nicht.

Es soll ein EM-Turnier der Superlative werden. Die Dichte an Weltklassemannschaften ist enorm. Nicht weniger als 150 Spieler aus der Champions League werden mit von der Partie sein, darunter die meisten aus der deutschen und der spanischen Liga. Als größte Stars des Turniers gelten der Kroate Ivano Balic und der Franzose Nikola Karabatic. Aber auch Dänemark, Deutschland und Spanien verfügen über Ausnahmekönner in ihren Reihen.



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Das europäische Übergewicht im Welthandball verdeutlicht nicht zuletzt, dass alle olympischen wie auch WM-Titel ausschließlich an europäische Mannschaften gingen. Als großer Favorit gelten die Franzosen, die 2006 in der Schweiz zuletzt einen EM-Titel gewinnen konnten. Der amtierende Weltmeister und Olympiasieger, der sich bekanntlich u. a. mit zwei Siegen gegen Luxemburg in der Qualifikation das EM-Ticket sicherte, greifen nach dem Triplé, das bislang keiner Nationalmannschaft gelungen ist.

Und die Franzosen haben Grund zum Optimismus, denn ihr Team ist fast identisch mit dem, das vergangenes Jahr die WM in Kroatien dominierte. „Wenn wir unseren Rhythmus finden, können wir jede Mannschaft der Welt schlagen“, meinte Frankreichs Trainer Claude Onesta und warnte zugleich: „Dies wird aber ein schwieriges Unterfangen, denn im Gegensatz zu dem, was ich immer höre und lese, verfügen wir nicht auf jeder Position über den weltbesten Spieler.“

Kroaten haben sich viel vorgenommen

Auch die Kroaten haben sich viel vorgenommen für das Turnier. In der Gruppe A ist der frühere Olympiasieger und Weltmeister gegen Russland, Norwegen und die Ukraine favorisiert. Die Hoffnungen der Kroaten ruhen auf Regisseur Balic. Der 30-Jährige wurde bei den letzten sechs Turnieren jeweils zum besten Spieler des Turniers gewählt. Eine bisher einmalige Bilanz. Titelverteidiger Dänemark entpuppte sich in jüngster Vergangenheit als EM-Spezialist.

Bei den vergangenen vier Europameisterschaften landeten die Dänen dreimal auf Rang drei und einmal auf Rang eins. Neben Tormann Kasper Hvidt gehört Flügelspieler Lars Christiansen zu den bekanntesten Akteuren. Für Deutschland werden beim ersten Vorrundenspiel gegen Polen direkt die Weichen gestellt. „Es geht um zwei wichtige Punkte, aber auch um das Selbstvertrauen für die weiteren Spiele“, sagte Trainer Heiner Brand. In der sogenannten „Todesgruppe“ C mit Slowenien und Schweden könnte eine Niederlage gegen den letztjährigen WM-Dritten schon das Ende aller Hoffnungen auf das Halbfinale bedeuten.

Am heutigen Dienstag sind in den Spielorten Wien, Graz, Innsbruck und Linz bereits alle 16 Teams im Einsatz. Die jeweils drei besten Mannschaften der vier Vierergruppen erreichen die Hauptrunde, die ab dem 24. Januar ausgetragen wird. Diese zwölf Teams werden wiederum in vier Gruppen à drei Teams aufgeteilt. Nach einem weiteren Jeder-gegen-Jeden-Modus erreichen jeweils nur die Gruppenersten das Halbfinale.

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