Von Jean-Paul Schiltz
Portugal sicherte sich den ersten Platz in der WM-Qualifikationsgruppe 6 und steht damit in den Play-offs im Juni. Luxemburg hatte zwar den besseren Beginn, doch nach dem erstmaligen Rückstand nach 17 Minuten konnte Portugal danach nicht mehr von der FLH-Auswahl gefährdet werden und landete einen deutlichen 33:21-Sieg.
Portugal hatte sich am Samstag beim 31:30-Erfolg über Lettland sehr schwer getan und so hätte Luxemburg im abschließenden Spiel ein Unentschieden gereicht. Selbstverständlich war die Euphorie nach dem so heiß ersehnten Sieg über Lettland (34:31) im Luxemburger Lager sehr groß. Allerdings war auch der Druck auf die Mannschaft gewachsen, da es erstmals möglich schien, die Qualifikation für die Play-offs und damit einhergehend ein attraktives Los zu erwischen.
Die Erwartungen waren dementsprechend hoch gesteckt, doch zeigte sich, dass die FLH-Auswahl den Unterschied im europäischen Ranking (Portugal 16., Luxemburg 34.) nicht so ohne Weiteres zu übertünchen vermochte. Nationaltrainer Adrian Stot vertraute dem siegreichen Team vom Freitag. Wieder stand Muller in der Anfangsformation, kannte jedoch große Schwierigkeiten, eine Lücke in der gut gestaffelten portugiesischen Abwehrreihe zu finden.
Auch sein Clubkollege Decker besaß beim Abschluss wenig Glück. Dies führte dazu, dass die Luxemburger Mannschaft nach euphorischem Beginn und bei stimmungsvoller Kulisse den Gegner wieder herankommen lassen musste. Poeckes zeigte sich in der Anfangsviertelstunde unbeirrbar bei seinen trockenen Würfen aus der zweiten Reihe, derweil Scholten seine Gegenspieler immer wieder mit seinen schnellen Antritten vor Probleme stellte. Nach zwei Kontern brachte der Blondschopf seine Farben in der 9.' mit 6:3 in Front.
Doch da sich die gegnerische Abwehr immer besser auf die Luxemburger Offensive eingestellt hatte, fing sie mehrere Angriffe ab. Fast jeder Luxemburger Ballverlust wurde mit einem Gegentor auf Konter hin bestraft. So erzielte Portugal zwischen der 10. und 20.' zehn Tore. In der 17.' gingen die Gäste durch Rocha erstmals in Front, diese Führung wurde bis zur Pause auf 18:13 ausgebaut.
Mit diesen fünf Toren Rückstand war die FLH-Auswahl für ihre Bemühungen im ersten Abschnitt schlecht belohnt worden. Nach dem Dreh fanden Ley, Poeckes und Co. ihren anfänglichen Rhythmus nicht mehr wieder. Das Angriffsspiel wirkte bei zunehmender Müdigkeit zu statisch, um die portugiesische Abwehr aus den Angeln zu heben. Auch Einzelaktionen führten nur selten zum Erfolg. Es dauerte bis zur 42.', ehe durch Poeckes das erste Feldtor gelang (15:22). Doch die hart zugreifende portugiesische Auswahl hatte zu diesem Zeitpunkt längst die nötige Sicherheit gefunden, um den komfortablen Vorsprung über die Zeit zu bringen.