Die besinnliche Weihnachtszeit möchte Marc Gerson zusammen mit seiner Familie in der Schweiz verbringen und dabei entspannen. Im heimischen Belp bei Bern rückt dann der vom Volleyball geprägte Alltag in den Hintergrund.
Am Ende eines Jahres, das den Luxemburger Rekord-Internationalen vor vielfältige Herausforderungen gestellt hat, gilt es Bilanz zu ziehen. Von dem im Januar vollzogenen Abschied als Trainer beim VBC Münsingen über die parallel laufenden Aktivitäten als Schweizer Nationalcoach im Beachvolley bis zu der Mitte September erfolgten Blitz-Rückkehr zum Nationalligisten waren die vergangenen zwölf Monate reich an Ereignissen.
„Ich hatte komplett mit dem Hallen-Volleyball abgeschlossen“, kommentierte der 55-Jährige die Beweggründe, die ihn unmittelbar vor dem Start der Schweizer Meisterschaft zu einem neuen Engagement an der früheren Wirkungsstätte bewogen hatten. „Der Club war in eine Notsituation geraten. Ein Verzicht auf die Teilnahme an der Hallen-Meisterschaft hätte zu verheerenden Konsequenzen für die Jugend-Mannschaften geführt, die allesamt zurückgestuft worden wären.“
In der Zwischenzeit waren jene Verantwortlichen, die im Januar nichts mehr von der „Gerson-Philosophie“ wissen wollten, von Bord gegangen und hinterließen einen gewaltigen Schuldenberg. Da auch das Gros der Kaderspieler abwanderte, war Münsingen am Nullpunkt angelangt.
Gerson, der in der Vergangenheit große Erfolge auf seinen Stationen als Männer-Trainer in Jona und Näfels sowie vor allem als Frauen-Coach in Köniz feiern konnte, wollte Münsingen nicht im Stich lassen. Nur durch die Zulassung der Beachvolley-Nationalspieler wie Gabathuler, Schnyder, Weingärtner, Sutter und die Gebrüder Kissling am Hallen-Championnat konnte der Sturz ins Bodenlose verhindert werden.
„Wir haben die Meisterschaft praktisch ohne gemeinsames Hallen-Training gestartet. Die Verpflichtungen während der Sommermonate im Beachvolley, wo Gabathuler/Schnyder die Weltserie auf dem beachtlichen neunten Platz beenden konnten, hatten viel Substanz gekostet und die Zeit der Regenerierung war viel zu knapp“, betonte Gerson bezüglich seines zweiten Engagements in Münsingen. Obschon die Spieler nur zweimal während der Woche zusammen trainieren, gab es am Ende der ersten Saisonphase den fünften Platz unter sieben Teams.
Der Hauptakzent liegt eindeutig auf den Aktivitäten im Beachvolley, die nun von Januar bis April im nationalen Leistungszentrum in Bern wieder gesteigert werden. „Der Spagat wird in den nächsten Monaten nicht einfach. Jetzt, wo weniger Terminstress herrscht, haben wir auch Zeit die Hallen-Gegner per Video zu analysieren. Wir müssen ohne zusätzliche Barragespiele den vorzeitigen Klassenerhalt schaffen, um nicht die Vorbereitungen auf die nächste Beachvolley-Saison zu gefährden.“
Eine zusätzliche Triebfeder für Gerson ist die erfreuliche Entwicklung von Sohn Mirco, der am Dienstag seinen 17. Geburtstag feiert. Zusammen mit Gabriel Kissling wurde Gerson-Junior erstmals Schweizer Beachvolley-Meister in der U18-Klasse, und im Verein gibt er bereits einen abgeklärten Libero ab.
Es ist daher kein Wunder, dass der talentierte und 1,84 m große Mirco Gerson kürzlich seine erste Einladung für die Schweizer Nationalmannschaft bekommen hat, und dass mehrere Clubs ihr Interesse an einer Verpflichtung bekundet haben. „Noch kann er sein Studium an der Handelsschule in Bern ganz gut mit dem Leistungssport kombinieren“, zeigt sich der stolze Vater zufrieden mit dem Werdegang seines Sohnes Mirco, der die doppelte Staatsbürgerschaft (Schweizer-Luxemburger) besitzt.
Liebend gerne würde Gerson-Senior nach längerer Zeit wieder ein Signal seitens des Luxemburger Verbandes (FLVB) hören. „Ich hatte klare Vorstellungen und hätte gerne in meiner Heimat etwas in Sachen Beachvolley auf die Beine gestellt. Mit ein paar Spielern kann man nämlich viel erreichen.“