Luxemburger Erfolge bei der Tour
27.07.2009 07:59 Uhr, aktualisiert 27.07.2009 11:51 Uhr

„Ich könnte glücklicher kaum sein“

Fränk Schleck: „Dieses Ergebnis ist wundervoll“

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Das war die Tour de France 2009
Das war die Tour de France 2009
Das war die Tour de France 2009
Das war die Tour de France 2009
Das war die Tour de France 2009
Fotos: Serge Waldbillig, ap



Foto: Serge Waldbillig
Gruppenbild mit Großherzog und Sportminister: Andy Schleck, Großherzog Henri, Kim Kirchen, Fränk Schleck und Romain Schneider (v. l. n. r.) gestern in der französischen Hauptstadt.

Von Joe Geimer aus Paris

Zwei Luxemburger schafften im Schlussklassement der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt den Sprung unter die Top 5. Zwei Teamkollegen, zwei Brüder, zwei Freunde: Andy Schleck belegte letztendlich Rang zwei, Fränk wurde nach rund 3 500 km Fünfter.

Die Freude war bei den beiden Mondorfern verständlicherweise riesengroß, nichtsdestotrotz hatte sich das Duo erhofft, gar gemeinsam auf den Champs-Elysées auf das Podium zu klettern. Fränk Schleck fehlten nach 21 Etappen nur 40", um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, letztendlich musste er Rückkehrer Lance Armstrong (USA/Astana) und Bradley Wiggins (GB/Garmin-Slipstream) den Vortritt lassen.

Enttäuscht zeigte sich der Saxo-Bank-Profi am Samstag nach der Dopingkontrolle am Mont Ventoux darüber nicht: „Ich war mir stets bewusst, dass es schwer werden würde, Lance (Armstrong) abzuhängen, auch als wir bereits viele Fahrer an ihr Limit gebracht hatten. Er ist ein erfahrener Profi und weiß genau, wie man sich eine Rundfahrt über drei Wochen einteilen muss.

Er hat clever agiert und sich ganz auf mich konzentriert. Er hat mich nie aus dem Auge gelassen und es war nicht möglich, ihm zu entkommen. Das Etappenprofil mit nur einem wirklichen Anstieg kam ihm zudem entgegen. Auf einer ähnlichen Etappe wie zum Beispiel am Mittwoch mit mehreren anspruchsvollen Bergen hätten wir (Andy und Fränk) vielleicht etwas bewirken können, hier hinauf zum Ventoux war dies nicht möglich. Enttäuscht bin ich nicht, es dominiert die Genugtuung über meinen fünften Platz, auch wenn der dritte Podiumsplatz letztendlich in Reichweite war und nicht viel hierzu gefehlt hat.“

„Die Qualen sind vorbei“



Foto: Serge Waldbillig
Sie hielten die Luxemburger Farben hoch: Andy und Fränk Schleck.

„Ich werde Fünfter beim größten Radrennen der Welt und gewinne eine Etappe, mein Bruder Andy wird Zweiter. Dieses Ergebnis ist wundervoll. Das Tour-Podium mit Contador, Andy und Armstrong ist zweifelsohne sehr prestigeträchtig. Ich denke, es wird wohl eine Woche dauern, bis ich die gezeigten Leistungen so richtig realisieren werde. Wir kamen hierher, um die Tour zu gewinnen.

Das hat nicht geklappt, aber wir hatten u. a. auch eine sehr gute erste Woche mit Cancellara im Gelben Trikot und haben zudem drei Etappensiege eingefahren. Eine Bilanz, von der fast alle anderen Teams nur träumen können“, erinnert sich der 29-Jährige. Seine letztendlich fruchtlosen Attacken und Angriffe am Mont Ventoux kommentierte er auch: „Wir haben erneut gezeigt, dass wir das Rennen als Duo animieren wollten. Ich hatte meinem ganzen Umfeld vor dem Start versprochen, dass ich alles versuchen würde, um den dritten Platz in der Gesamtwertung noch zu erreichen. Im ersten Drittel des Schlussanstiegs habe ich fünf, sechs Mal angegriffen. Doch wie bereits erwähnt, war Armstrong nicht beizukommen.

Er hat Andy und Contador an der Spitze vollkommen ignoriert und hat sich nie aus dem Konzept bringen lassen.“ Nach knapp vier Wochen können die Teilnehmer nun wieder in ihre Heimat zurückkehren und Kraft tanken für die kommenden Aufgaben. „Ich bin überglücklich, dass die Qualen vorbei sind. Mit der Substanz und den Kräften bin ich am Ende. Ich freue mich über die Rückkehr ins Großherzogtum und lade jeden ein, am Donnerstag zur Gala Tour de France in die Hauptstadt zu kommen. Die Atmosphäre mit den Tausenden Luxemburger Fans ist immer etwas ganz Besonderes“, freut sich F. Schleck.

„Eine überragende Tour“

Ein strahlendes Lachen begleitete gestern seinen Bruder Andy sowohl auf dem letzten Abschnitt als auch nach der Ankunft in der französischen Hauptstadt: „Ich könnte glücklicher kaum sein. Ein zweiter Platz bei der Tour de France ist etwas ganz Außergewöhnliches. Hinzu kommt zum zweiten Mal das Weiße Trikot des besten Jungprofis, das darf man auch nicht vergessen. Ich hätte es natürlich liebend gerne gesehen, wenn Fränk auch den Sprung auf das Podium geschafft hätte.

Es sollte halt einfach nicht sein. Ich hatte am Samstag sicherlich auch die Gelegenheit, auf eigene Faust den Etappensieg anzupeilen, wollte meinem Bruder aber zu Rang drei verhelfen. Er stand mir in den vergangenen drei Wochen immer zur Seite. Ohne ihn hätte ich es erst gar nicht auf Rang zwei geschafft. Mit ständigen Attacken wollten wir die Konkurrenz schwächen, der Plan ging leider nicht ganz auf. Vor dem Start der Etappe waren wir mit der Einstellung gestartet, dass alles was nun kommen würde, ein Bonus sei. Wir hatten als Mannschaft eine überragende Tour und hätte mir jemand vor drei Wochen in Monaco gesagt, dass ich Zweiter werden würde, hätte ich ihm das nicht unbedingt geglaubt.“

Ein paar Worte fand er auch zu Armstrong und Contador: „Vor Lance muss man den Hut ziehen. Nach dreieinhalbjähriger Pause zurückzukommen und dann bei der Tour Rang drei zu belegen, das ganze mit 37 Jahren, ist beeindruckend. Vor drei Tagen habe ich ihm gesagt, dass ich ihm das Podium gönnen würde, wäre da nicht noch die Möglichkeit, dass mein Bruder es auch auf Rang drei schaffen kann. Alberto seinerseits hat völlig verdient gewonnen.

Er war in den entscheidenden Momenten immer der Stärkste. Ich konnte da nicht viel machen. Ich habe aber auch erst 24 Jahre und werde mich weiterentwickeln 2010 werde ich noch stärker am Start der Frankreich-Rundfahrt sein. In den Bergen war ich nicht weit von Alberto entfernt, ich muss nur weiterhin an meinen Fähigkeiten im Zeitfahren arbeiten. “

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