Tour 2009
26.07.2009 17:48 Uhr, aktualisiert 26.07.2009 18:39 Uhr

Andy Schleck auf dem Siegerpodest

Contador gewinnt Tour - Andy schleck Zweiter - Cavendish mit 6. Etappensieg



Foto: AP
Gegen den überragenden Contador zog Andy Schleck trotz überragender Leistungen schlussendlich den Kürzeren.

(dpa). - Alberto Contador war bei seinem zweiten Toursieg so sattelfest wie Lance Armstrong in seinen besten Zeiten und Mark Cavendish als sechsfacher Etappensieger unantastbar: Die 96. Tour de France, die am Sonntag nach 3549,5 Kilometern und - bis jetzt - dopingfrei zu Ende ging, hatte in dem Spanier, dem zweitplatzierten Andy Schleck und dem Briten die großen Protagonisten.

Gegen den überragenden Contador zog Andy Schleck trotz überragender Leistungen schlussendlich den Kürzeren. Schleck, bester Jungprofi, war mit 4:11 Minuten Rückstand der Kronprinz des nicht unumstrittenen Matadoren aus Pinto bei Madrid, der die Serie der spanischen Toursiege seit 2006 fortsetzte.

Armstrong: als "alter Sack" auf dem Podium

Auch der 37-jährige Armstrong konnte vier Jahre nach seinem letzten Triumphzug auf den Champs Elysées nicht mehr an alte Klasse anknüpfen und musste sich mit Platz drei 5:24 Minuten hinter Contador zufriedengeben. "Alberto war der Stärkste", zollte der texanische Radprofi seinem Astana-Teamkollegen Respekt, der weiter die Doping-Verdächtigungen von 2006 mit sich herumschleppt. "Als alter Sack hierherzukommen und das Podium zu erreichen, ist nicht so schlecht", umschrieb Armstrong seine eigene Leistung mit einer Prise Ironie.



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Andy Schleck und Alberto Contador Seite an Seite zum Sieg.

Cavendish: der König der Sprinter

Der 24 Jahre alte Mark Cavendish, der bei seiner dritten Teilnahme Paris zum ersten Mal erreichte, schrieb sein Kapitel im Rekordbuch der Tour weiter. Noch nie schaffte ein Profi in seinem Alter zehn Etappensiege in zwei Jahren. Der belgische Sprinter Freddy Maertens stellte 1976 den Rekord von acht Etappenerfolgen in einer Tour auf.

Auf der Prestige trächtigen Final-Etappe ließ Cavendish, der dem Norweger Thor Hushovd das Grüne Trikot nicht entreißen konnte, der Konkurrenz am Sonntag beim Schaulaufen über 164 Kilometer im Ziel des 21. und letzten Abschnitts abermals keine Chance. Gerald Ciolek vom einzig verbliebenen deutschen ProTour-Team Milram, das sich meist vergeblich mühte, wurde Vierter.

Tour 2009 endlich sauber?

Auch bisher ohne aktuellen Dopingfall war das D-Wort am Sonntag der große Aufreger. Nachdem die französische Anti-Doping-Agentur AFLD via "L'Équipe" punktgenau zum Tour-Finale Nachkontrollen von 2008 angekündigt hatte, begann das große Zittern. Nach Informationen der Sportzeitung sind 15 der 20 Erstplatzierten der vergangenen Tour betroffen - die Frankreich-Rundfahrt steht einmal mehr vor der Sinnfrage.

Fragen nach der Doping-Vergangenheit Armstrongs wurden vom Veranstalter längst nicht mehr gestellt. Seine nachträglichen Positiv-Analysen der Tour 1999 waren vor vier Jahren aus formellen Gründen ohne Sanktionen geblieben. Der 37-Jährige wurde als gern gesehener Rückkehrer begrüßt und der Fortsetzung seines Comebacks 2010 mit neuem Team sehen die Organisatoren unter ökonomischen Gesichtspunkten bereits mit Ungeduld entgegen.

Sportlich hatte er gegen den elf Jahre jüngeren Contador, der anders als bei seinem ersten Sieg 2007 inzwischen auch im Zeitfahren eine Macht ist, keine Chance. Das große Ziel seines achten Toursieges lag nie in Reichweite. Nach seiner Tour-Ehrenrunde kündigte Armstrong an: "Meine Vorbereitung für 2010 beginnt im August."

Ihre Meinung zum Thema

( 5 )
  • Marc Kneppel meint:
    27.07.2009, 06:37 Uhr
    Wonnerbar ons drei Fuerer. Froen mech just waat den Armstrong dem Frank gesoot huet fir dei dretten Plaatz ze kreien...
  • André Vandendries meint:
    26.07.2009, 19:13 Uhr
    Sorry, benny boudia, mee och zweemol dee selweschte Kommentar gët nach emmer kee Sënn. Wat huet eng Uni Lëtzebuerg mam Velossport ze dinn?

    Ech sinn och houfeg op déi bravourös Leeschtung vun eise Jongen (allen dräi!). Mee Nationaléquippen?? Dat war emol viru laanger Zäit! A wann de Staat misst déi Paie bezuelen, déi am Privatsecteur un déi Coureur'en bezuelt ginn, da giff awer nach munchereen béis kucken. Ech jidderfalls géif d'Welt nët méi verstoen, wann eis Regierung géing op dee Wee goen an aplatz an d'Edukatioun vu 4000 Studenten nëmmen nach an d'Beruffsliewen vun 10 - 12 Coureur'en géif investéieren. Näischt fir ongutt!
  • Eric Hamus meint:
    26.07.2009, 19:03 Uhr
    An ech hat nach geduecht, dir haett daat ironesch gemengt bei deem aaneren Comment. Dir wesst jo awer, datt di Zaiten mat den Nationalequipen bei der Tour längst riwwer sin? Oder solle mer an kazachesch Zoustänn verfaalen... Milliounen ausgin, fir den Tour ze gewannen, obwuel aleng d'Chancen dofier och sou schon net schlecht ausfaalen, daat ass effektiv eng super Idee. Firwaat brauche mer gudd ausgebilden Leit, mir kennen se jo effektiv an d'Ausland fir deiert Geld siche goen. Den Sport soll emmer mei wichteg sin wei d'Ausbildung! (Daat heiten ass effektiv ironesch gemengt)
  • Paul Frommel meint:
    26.07.2009, 18:34 Uhr
    Fantastesch idée!! 2010 Team Lëtzebuerg beim Tour de France, firwaat an d'éducation investéeiren wann een op der aanerer sait den Tour de France kann gewannen.
    Wann mier schon dobai sinn, mier kennen dann och d'Sozialhellefen diminueiren an dommader en Team Lëtzebuerg finanzeiren.
    Herr Benny, hudd dier loscht Premier ze ginn an Letzëbuerg aus Kris ze retten???
  • benny boudia meint:
    26.07.2009, 18:18 Uhr
    fantastesch Leeschtung vum Andy, déi gréisste säit dem Här Gaul. Wa Lëtzebuerg dat nächst Joer net mat enger eegener Lëtzebuerg-Equipp untrëtt, da vastinn ech d'Welt net méi. Amplaz Milliounen a Milliarden an eng Uni hei zu Lëtzebuerg ze invastéie fir grad mol 4.000 Studenten oder an aner Sportaarte Suen ze pompelen, wou absolutt, awa och absolutt glat näischt rauskënnt, z.B. am Fussball, net mol bei enger WM oder EM si mer dobäi (!!) ... valaangen ech, datt eis nei Regierung all Moyenen labber mécht, fir datt mir 2010 mat engem Team Lëtzebuerg un de Start vum TDF ginn. Punkt, Basta.