(mth) - Der Spanier Juan Manuel Garate hat die 20. Etappe der Tour de France am Mont Ventoux gewonnen, vor dem Deutschen Tony Martin. Für Andy Schleck reichte es nur für einen 3. Platz, sein Bruder Fränk sicherte sich den 6. Platz.
Im Generalklassement behält Andy den 2. Platz, 4:11 hinter dem Leader Alberto Contador, aber vor Lance Armstrong. Fränk steigt auf den 5. Platz auf, mit 6:04 hinter dem Spitzenreiter.
Alberto Contador zeigte auch am Samstag auf der 20. Etappe der 96. Tour de France keine Schwäche und wurde bei der letzten Bergankunft der Frankreich-Rundfahrt auf dem 1912 Meter hohen Mont Ventoux Vierter.
Damit ist dem 26-Jährigen sein zweiter Toursieg kaum noch zu nehmen. Da die Favoriten nach 167 Kilometern zusammen ins Ziel kamen, blieb die Gesamtwertung unverändert.
Auf dem 21,1 Kilometer langen Anstieg zum Mont Ventoux blieb vor rund 500.000 Zuschauern der erwartete Showdown der Spitzenfahrer weitgehend aus. Statt von spektakulären Attacken war das Finale durch die Steinwüste von Taktik geprägt.
Dies kam Armstrong („Es wird am Mont Ventoux Krieg geben“) zu Gute, der so auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem ersten Tour-Sieg den dritten Gesamtrang verteidigen konnte. Diesmal konnte der 37 Jahre alte Texaner, dem ein Erfolg auf dem mystischen Berg aber verwehrt bleibt, den besten Kletterern dieser Tour folgen.
Er verlor nur 41 Sekunden auf Garate. Neben Contador dürfen sich der Etappendritte Andy Schleck (+4:11 Rückstand) und Armstrong (5:24) auf die Aussicht auf das Pariser Podest freuen.
Contador darf der 164 Kilometer langen 21. Etappe am Sonntag von Montereau-Fault-Yonne auf die Pariser Champs-Élysées gelassen entgegenblicken, denn dort wird traditionell vor allem Champagner getrunken, die Klassements sind längst gemacht.
Spannung verspricht der Kampf um den Etappensieger. Dabei spannendste Frage: Gelingt dem Briten Mark Cavendish der sechste Sieg?
30 Kilometer nach dem Start hatte sich eine 16 Fahrer umfassende Ausreißergruppe vom Feld gelöst. Zwischenzeitlich hatten die Flüchtlinge einen Vorsprung von rund zehn Minuten auf Contador und Co.
Am Fuß des kahlen Riesen war dieser auf vier Minuten geschmolzen, aber viel näher kamen die Favoriten lange nicht.
Denn Tony Martin und sein am Ende einziger Wegbegleiter Garate wehrten sich nach Kräften, retteten einen Vorsprung von 38 Sekunden ins Ziel und machten auf den letzten Metern tatsächlich den Tagessieger unter sich aus - mit dem besseren Ende für den Spanier vom Rabobank-Team.
Zuletzt hatte der Franzose Richard Virenque 2002 als Erster die Spitze des "Giganten der Provence", auf dem 1967 der Tod des Briten Tom Simpson die Radsport-Welt schockte, erklommen.