Interview von Joe Geimer
Nach 15 Etappen liegt Kim Kirchen als Profi der US-amerikanischen Mannschaft Columbia-HTC bei der 96. Frankreich-Rundfahrt auf Position 17 der Gesamtwertung, 5'05" hinter Alberto Contador (E/Astana). Das Luxemburger Wort führte ein Kurzinterview mit ihm.
Unten am Fuß des Schlussanstiegs herrschte ein gewisses Chaos. Ich war nicht ganz vorne mit von der Partie und brauchte einige Zeit, um meinen Rhythmus zu finden. Einmal an Fahrt aufgenommen, fahre ich fast genau so schnell wie die Besten. Zum Schluss lief es dann immer besser, ich konnte unzählige Rivalen einholen und auch abhängen. Letztendlich habe ich nicht viel Zeit verloren, bin dementsprechend zufrieden und glaube auch in den nächsten Tagen weiter an gute Resultate.
Die Tour beginnt jetzt erst richtig. Ich kann sicherlich auf einem Abschnitt einbrechen, das kann der Konkurrenz aber auch passieren. Jetzt muss man fit sein und seine Karten auf den Tisch legen. Erwischt man jetzt einen schlechten Tag, schwinden alle Hoffnungen auf ein gutes Endresultat. Für mich gibt es keinen Grund, Gedanken an ein solches Szenario zu verschwenden, denn ich fühle mich gut.
Das Generalklassement hat nicht mehr die erste Priorität. Ich versuche ganz einfach mit den Besten mitzufahren und hoffe eine Etappe zu meinen Gunsten zu entscheiden. Dieses Unterfangen wird sehr schwierig, denn im Peloton wird nun jeder Angriff ganz genau kontrolliert. Ich darf den Kontakt zu den Besten nicht abreißen lassen, dann werden wir sehen, wo genau ich im Generalklassement lande.
Die Etappen sind allesamt schwierig. Viele Fahrer möchten den Sprung in eine Ausreißergruppe schaffen und ich denke, das Peloton wird auf sämtlichen Etappen eine ungefährliche Gruppe ziehen lassen. Dementsprechend gering stehen dann auch meine Chancen auf einen Sieg. Dennoch gebe ich mich noch nicht geschlagen.