10.09.2010 09:01 Uhr




Fußball-"Seifenoper"
Portugal-Coach Queiroz nach Dopingaffäre entlassen
Queiroz soll im Trainingslager vor der WM in Südafrika eine Doping-Kontrolle der ADoP behindert haben

Gefeuert
Foto: dpa
Carlos Queiroz ist nicht mehr Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft.

(dpa) - Die portugiesische Fußball-"Seifenoper" ist beendet: Nationaltrainer Carlos Queiroz muss seinen Hut nehmen. Der 57-Jährige wurde auf einer Sondersitzung des FPF-Verbandes fristlos entlassen.

Die Entscheidung sei "aufgrund der jüngsten Ereignisse getroffen" worden, erklärte FPF-Präsident Gilberto Madail. Queiroz war vor zehn Tagen von der portugiesischen Anti-Doping- Agentur (ADoP) für sechs Monate gesperrt worden, weil er im Trainingslager vor der WM in Südafrika eine Doping-Kontrolle der ADoP behindert haben soll. Dabei soll er die Kontrolleure wüst zudem beschimpft haben.

Der im afrikanischen Mosambik geborene Queiroz stand allerdings seit langem vor dem Rauswurf. Madail ließ nun durchblicken, dass die Leistung der "Selecção" bei der WM eine Rolle beim Rausschmiss gespielt haben dürfte. "In Südafrika wurden nicht alle Ziele erfüllt", betonte er. Portugal war zwar im Achtelfinale immerhin am späteren Weltmeister Spanien mit 0:1 gescheitert. Die defensive Spielweise der "Lusos" soll aber nicht nur die Fans und die Medien, sondern auch die Nationalspieler um Weltstar Cristiano Ronaldo und viele FPF-Funktionäre verärgert haben.

Medien schrieben nach der WM, Queiroz sei nur deshalb nicht sofort nach dem Aus gefeuert worden, weil der FPF die finanziellen Konsequenzen gefürchtet habe. Eine Kündigung des bis 2012 laufenden Vertrages hätte den Verband damals fünf Millionen Euro gekostet. Die Sperre durch die Dopingagentur habe nun eine fristlose Kündigung möglich gemacht, heißt es jetzt in Lissabon.

Aufgrund der Sperre hatte Queiroz bereits die beiden ersten Qualifikationsspiele zur EM 2012 verpasst. Unter Co-Trainer Agostinho Oliveira und ohne Ronaldo legten die Portugiesen einen totalen Fehlstart hin. Gegen Fußball-Zwerg Zypern gab es ein peinliches 4:4, danach gab es in Norwegen eine 0:1-Schlappe. Mittelfeldspieler Tiago von Atlético Madrid klagte, das Theater um Queiroz habe die Leistung beeinträchtigt. "Diese Seifenoper muss so schnell wie möglich beendet werden", forderte er.

Wer Portugal bei den beiden nächsten EM-Spielen im Oktober gegen Dänemark und Island coachen wird, steht noch nicht fest. Als Favoriten auf die Nachfolge von Queiroz gelten der frühere Nationalspieler und Ex-Trainer von Sporting Lissabon Paulo Bento, Humberto Coelho, der bisher Tunesien trainierte, sowie Luis Aragonés, der Spanien 2008 zum EM-Titel geführt hatte.

Ihre Meinung zum Thema

( 2 )
  • christophe nanni meint:
    10.09.2010, 15:00 Uhr
    Lol!!de Guy Hellers jo, op dee wuarden se nemmen...
    da kann e bei hinnen d'schong botzen an d'waasser droen, méi awer net...
  • benny boudia meint:
    10.09.2010, 10:47 Uhr
    d'Lusos solle mol nees gewannen, fir datt mir hei zu Lëtzebuerg mat ise Vuvuzelae mol nees uerdentech Party kënne man. Schued, datt Portugal nick an dem EM-Quali géint Lëtzebuerg spillt, total den Hummer, d'Plazen an isem Stadion ginge fort wéi waarm Bréidercher.

    Wee weess, vläit mellt de Guy Hellers sech fir Nationaltrainer vu Portugal ze ginn?