07.09.2010 21:53 Uhr, aktualisiert 08.09.2010 07:38 Uhr




EM-Qualifikation
0:1 in Albanien: Gegner bis zuletzt gefordert
Gelbrot für Mario Mutsch in der 58' / Offensiv nur wenige Chancen

Foto: AP
Daniel Alves Da Mota (in Weiß) tackelt den Albaner Depatik Curri.

Von Laurent Schüssler aus Tirana

Denkbar knapp mit 0:1 musste sich Luxemburg im zweiten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine in Albanien geschlagen gegen. Das Tor des Tages erzielte Salihi noch vor der Pause. Albanien hatte erwartungsgemäß das Gros der Spielanteile, schaffte es jedoch nicht, der Führung ein zweites Tor folgen zu lassen.

Nach dem Seitenwechsel brachte sich Luxemburg selbst in Schwierigkeiten, als Mutsch des Feldes verwiesen wurde. Paradoxerweise folgte anschließend jedoch die beste Phase der Elf von Nationaltrainer Luc Holtz. Auch wenn offensiv wie bereits am vergangenen Freitag kaum etwas zusammenlief, so zeigte sich die FLF-Auswahl doch in puncto Aggressivität und Einsatzwillen verbessert.

Die Begegnung begann wie erwartet. Albanien legte los wie die Feuerwehr und erspielte sich in den ersten 6' bereits drei Eckbälle. Die FLF-Auswahl, die auf gleich sieben Positionen anders besetzt war als noch zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina, bekam in der Anfangsphase jedoch stets einen Fuß oder einen Kopf dazwischen, sodass sich die reellen Torchancen der Albaner in Grenzen hielten. Allerdings lief im Spiel nach vorne aufseiten der Luxemburger überhaupt nichts zusammen. Selbst zwei Freistöße aus aussichtsreicher Distanz durch Bettmer bzw. Peters verpufften wirkungslos. Torwart Beqaj verlebte insgesamt einen geruhsamen Abend. Die nötige, manchmal übertriebene Aggressivität konnte man der FLF-Auswahl allerdings nicht absprechen. Auch Da Mota war als einzige Angriffsspitze wohl bemüht, konnte sich gegen die gegnerische Übermacht jedoch nie entscheidend durchsetzen.

Albanien stieß hingegen immer wieder gefährlich über die rechte Seite nach vorne, auf der sich ein sehr offensiv ausgerichteter Mutsch so manch aufreibendes Duell mit Dallku lieferte. Auch der Führungstreffer fand seine Entstehung auf dieser Seite. Die Hausherren konnten aus einem Pressball rund 30 m vor dem Luxemburger Tor Nutzen ziehen, Dallku zog eine scharf geschnittene Flanke in den Strafraum, Salihi reagierte schneller als Blaise und traf über Joubert hinweg zum 1:0 ins Netz (37.').

Statt Elfmeter Platzverweis

Auch nach dem Seitenwechsel spielte zunächst nur eine Mannschaft – und das war Albanien. Die Elf von Holtz zeigte sich außerstande, den Ball über mehrere Positionen in den eigenen Reihen zu halten. Und die vielen langen Bälle auf die einzige Luxemburger Spitze wurden eine leichte Beute für Cana und Curri in der albanischen Innenverteidigung. Nur das zweite, vorentscheidende Tor wollte den Hausherren nicht gelingen. Die beste Chance hatte zunächst Bogdani nach einem Zuspiel von Muzaka in der 55.', doch sein Versuch aus kürzester Distanz ging am Tor vorbei. Joubert war allerdings in der bedrohten Ecke.

Kam die 58.', als sich die FLF-Auswahl selbst schwächte. Der bereits gelb-verwarnte Mutsch, an dem das Spiel seit dem Anpfiff vorbeilief, ging bei einem Zweikampf (!) im albanischen Strafraum zu Boden, der slowakische Schiedsrichter entschied allerdings nicht auf Strafstoß, sondern auf eine „Schwalbe“ und setzte den Luxemburger wegen Unsportlichkeit vom Platz. Luxemburg wurde in der Folge phasenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Kaum ein Schuss der Gäste fand während der 90' seinen Weg auf das gegnerische Tor. Beim Versuch von Laterza in der 70.' stimmte jedoch nur die Richtung, an der nötigen Schusskraft haperte es.

Unterkante, aber Abseitsstellung

Trotzdem hielten die rund 10 000 Zuschauer in der 73.' den Atem an, als nach einem Freistoßtrick durch Bettmer der aufgerückte Hoffmann auf Laterza gelegt hatte, und dieser nur an der Unterlatte scheiterte! Allerdings stand bereits Hoffmann in Abseitsposition. Trotzdem schien nach dieser Aktion noch einmal ein Weckruf durch die Luxemburger Mannschaft zu gehen. Kämpferisch war die Einstellung vorbildlich. Allerdings hatte Albanien in der 80.' nach zwei aufeinanderfolgenden Eckbällen gleich zwei hochkarätige Torchancen. Doch den Kopfball von Cana entschärfte Joubert mit einer Glanzparade und Salihi scheiterte an der Latte.

Und der Luxemburger Torwart war auch in der 87.' auf dem Posten, als er einen weiteren gefährlichen Versuch von Skela in die Ecke lenkte. Dies konnte bei den vermehrten offensiven Risiken, die die FLF-Auswahl jetzt einging, natürlich nicht ausbleiben. Holtz versuchte durch die Einwechslungen von Martino und Collette noch einmal für frischen Wind zu sorgen, es reichte allerdings nicht aus.

Ihre Meinung zum Thema

( 4 )
  • Arbeit machtSpass meint:
    08.09.2010, 15:35 Uhr
    Fortschrett? Wann dat heescht dass se net méi all Match op 4 verléieren, dann jo. Dat heescht an 20 Joër fänken mer un gläich ze spillen, an 30-40 Joër un ze gewannen ?
  • Arbeit machtSpass meint:
    08.09.2010, 15:33 Uhr
    Fortschrett gemach? Jo, se verléieren net méi all Kéiers op 4. Dat wa
  • christophe nanni meint:
    08.09.2010, 14:42 Uhr
    Jo, also do en eelef-meter sichen ze goen war jo lo net déi beschten idee... d'jongen mussen d'vertrauen hun fir e goal aus dem spill eraus ze sichen... mee bon ass einfach gesoot wann een net selwer um terrain steet, wees net ob ech daat an deem moment net och versicht hätt, eis chancen sin an engem match eben och éischter rar... mee eis jongen hun en ondiskutablen fortschrett déi lescht joeren gemaach... weider sou!
  • benny boudia meint:
    07.09.2010, 22:06 Uhr
    allez jongen, e Sig an alles ass nees ok, mä grad de Mutsch als Profi hätt do méi kalbliddeg solle bleiwen.