02.09.2010 10:17 Uhr, aktualisiert 02.09.2010 10:23 Uhr




Bosnischer Stürmer-Star
Ibisevic: „Auf uns konzentriert bleiben“
Der 26-jährige Profi der TSG 1899 Hoffenheim startet selbstbewusst in die EM-Kampagne

Foto: Fedja Krvavac
Beim Training mit den bosnischen Teamkameraden wirkt der Hoffenheim-Profi (Mitte) hochkonzentriert.

Interview von Sophie Hermes und Jean-Paul Kolbusch

Zusammen mit Edin Dzeko bildet Vedad Ibisevic den Parade-Sturm der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina. Spielerische Klasse, eine ausgeprägte Technik und die allseits bekannte Torgefährlichkeit gehören zu den Referenzen des Bundesliga-Duos, das die Luxemburger Abwehrreihe am morgigen Abend auf eine besonders harte Probe stellen wird.

Im Gegensatz zu Dzeko, der mit dem VfL Wolfsburg einen völlig missratenen Saison-Start kannte, sieht Ibisevic der Qualifikationsphase für die EM 2012 mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein entgegen. Moralisch gestärkt durch die zwei Siege in zwei Spielen mit der TSG 1899 Hoffenheim lieferte uns der 26-Jährige seine Eindrücke vor der heutigen Reise nach Luxemburg.

Inwiefern motiviert der verheißungsvolle Auftakt mit Hoffenheim Sie für die EM-Kampagne?

Der Saison-Start mit zwei Siegen gibt mir Selbstvertrauen. Ich habe in beiden Begegnungen gespielt und gegen Bremen auch ein Tor erzielt. Doch auch bereits vor dem Saisonbeginn lief alles glatt. Wir haben sehr gut trainiert und ich blieb verletzungsfrei.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die bevorstehende EM-Qualifikationsphase, nachdem die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina in der vorherigen WM-Qualifikation denkbar knapp im Play-off an Portugal gescheitert war?

In unserem Land sind die Erwartungen an uns sehr groß. Doch die Spieler wissen, dass es nicht so einfach ist, sich zu qualifizieren. Wir verfügen über gute individuelle Spieler. In der EM-Qualifikation wird sich nun zeigen, ob wir bereit sind. Die WM-Qualifkation war sehr bitter, wir kannten zwei Chaos-Spiele gegen Portugal. Doch Portugal war in dem Moment einfach besser. Für uns war es trotzdem eine lehrreiche Erfahrung. Wir haben gesehen, was es bedeutet, so nahe dran zu sein.

Mit Safet Susic ist in der Zwischenzeit ein neuer Nationaltrainer gekommen. Ist auch er ein neuer Hoffnungsträger?

Susic war der beste bosnische Spieler aller Zeiten. Als Trainer hat er bisher noch nicht die großen Erfolge gefeiert. Doch das ganze Land drückt ihm und dem Team die Daumen.

Sind die vielen Klassespieler des bosnischen Nationalteams diesmal reif genug, um das große Ziel EM-Endrunde 2012 zu erreichen?

Ich habe bereits gesagt, dass wir viele gute Einzelspieler im Kader haben, die viele Qualitäten haben. Dies ist wichtig. Doch wir müssen nun als Mannschaft beweisen, dass wir gegen Teams wie Frankreich bestehen können und abgeklärt genug agieren.

Wie wichtig ist ein guter Start gegen Luxemburg und Frankreich?

Ein guter Auftakt ist das Wichtigste überhaupt. In der Endabrechnung zählt jeder Punkt.

Wen sehen Sie als Favoriten in der Gruppe D?

Ich zähle uns nicht zu den Favoriten. Denn wir müssen gegen andere Teams spielen, die sich bereits für eine EM- oder WM-Endrunde qualifiziert haben. Frankreich, Rumänien oder Albanien sind stark. Wir haben in der Vorbereitung in einem Testspiel ein 1:1-Unentschieden gegen Katar erreicht. Dies hat uns gezeigt, dass es gegen keine Mannschaft einfach ist. Doch wir wissen, über welches Potenzial wir verfügen und wollen gegen jede Mannschaft gewinnen.

Was wissen Sie über die Luxemburger Mannschaft? Mit Miralem Pjanic hat immerhin einer Ihrer Teamkollegen für die Jugend-Auswahl dieses Landes gespielt?

Unsere Trainer haben sich über unseren Gegner informiert und sich auch das Spiel von Luxemburg in Wales angeschaut. Wir haben im Team noch nicht weiter über unseren Gegner gesprochen, werden dies in den Tagen vor der Begegnung aber sicher noch tun. Das Wichtigste für uns ist, dass wir auf uns konzentriert bleiben.

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