Interview von Sophie Hermes und Jean-Paul Kolbusch
Zusammen mit Edin Dzeko bildet Vedad Ibisevic den Parade-Sturm der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina. Spielerische Klasse, eine ausgeprägte Technik und die allseits bekannte Torgefährlichkeit gehören zu den Referenzen des Bundesliga-Duos, das die Luxemburger Abwehrreihe am morgigen Abend auf eine besonders harte Probe stellen wird.
Im Gegensatz zu Dzeko, der mit dem VfL Wolfsburg einen völlig missratenen Saison-Start kannte, sieht Ibisevic der Qualifikationsphase für die EM 2012 mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein entgegen. Moralisch gestärkt durch die zwei Siege in zwei Spielen mit der TSG 1899 Hoffenheim lieferte uns der 26-Jährige seine Eindrücke vor der heutigen Reise nach Luxemburg.
Der Saison-Start mit zwei Siegen gibt mir Selbstvertrauen. Ich habe in beiden Begegnungen gespielt und gegen Bremen auch ein Tor erzielt. Doch auch bereits vor dem Saisonbeginn lief alles glatt. Wir haben sehr gut trainiert und ich blieb verletzungsfrei.
In unserem Land sind die Erwartungen an uns sehr groß. Doch die Spieler wissen, dass es nicht so einfach ist, sich zu qualifizieren. Wir verfügen über gute individuelle Spieler. In der EM-Qualifikation wird sich nun zeigen, ob wir bereit sind. Die WM-Qualifkation war sehr bitter, wir kannten zwei Chaos-Spiele gegen Portugal. Doch Portugal war in dem Moment einfach besser. Für uns war es trotzdem eine lehrreiche Erfahrung. Wir haben gesehen, was es bedeutet, so nahe dran zu sein.
Susic war der beste bosnische Spieler aller Zeiten. Als Trainer hat er bisher noch nicht die großen Erfolge gefeiert. Doch das ganze Land drückt ihm und dem Team die Daumen.
Ich habe bereits gesagt, dass wir viele gute Einzelspieler im Kader haben, die viele Qualitäten haben. Dies ist wichtig. Doch wir müssen nun als Mannschaft beweisen, dass wir gegen Teams wie Frankreich bestehen können und abgeklärt genug agieren.
Ein guter Auftakt ist das Wichtigste überhaupt. In der Endabrechnung zählt jeder Punkt.
Ich zähle uns nicht zu den Favoriten. Denn wir müssen gegen andere Teams spielen, die sich bereits für eine EM- oder WM-Endrunde qualifiziert haben. Frankreich, Rumänien oder Albanien sind stark. Wir haben in der Vorbereitung in einem Testspiel ein 1:1-Unentschieden gegen Katar erreicht. Dies hat uns gezeigt, dass es gegen keine Mannschaft einfach ist. Doch wir wissen, über welches Potenzial wir verfügen und wollen gegen jede Mannschaft gewinnen.
Unsere Trainer haben sich über unseren Gegner informiert und sich auch das Spiel von Luxemburg in Wales angeschaut. Wir haben im Team noch nicht weiter über unseren Gegner gesprochen, werden dies in den Tagen vor der Begegnung aber sicher noch tun. Das Wichtigste für uns ist, dass wir auf uns konzentriert bleiben.