(jg) - Ähnlich wie auch bereits am Dienstag, endete die vierte Etappe der 65. Spanien-Rundfahrt am Dienstag mit einem relativ kurzen, dafür aber umso anspruchsvolleren Schlussanstieg. Igor Anton untermauerte mit seinem Tagessieg seine Ambitionen in der Gesamtwertung, während der Belgier Philippe Gilbert sein Leadertrikot erfolgreich verteidigte.
Die Luxemburer Fans verfolgten die letzten Kilometer des anspruchsvollen Abschnitts – zwei Anstiege der zweiten Kategorie standen auf dem Profil – sicherlich mit Argusaugen. Denn 8 km vor dem Ziel, am Gipfel des Alto de Valdepenas de Jaen, hatte sich plötzlich eine rund 20-köpfige Spitzengruppe gebildet, mit dabei auch das Trikot des Luxemburger Landesmeisters von Fränk Schleck (Saxo Bank). Der 30-Jährige kämpfte verbissen um den Anschluss und musste seinen mangelnden Rennkilometern in den vergangenen Wochen erst auf den letzten 1 000 m Tribut zollen.
Der erlittene Schaden hält sich allerdings wahrlich in Grenzen. Als 13. büßte F. Schleck im Ziel 19" auf Anton ein und schob sich in der Gesamtwertung somit gar um einen Platz auf Rang acht nach vorne. Sein Rückstand auf den weiterhin führenden Gilbert – gestern verteidigte dieser seinen Spitzenplatz als Fünfter – beträgt nun 50". 40" liegt der Mondorfer beispielsweise hinter Anton (2.) und Rodriguez (E/Katusha/3.), zwei Mitfavoriten auf den Vuelta-Gesamtsieg, zurück. Wie bereits am Dienstag, hatte Andy Schleck (Saxo Bank) gestern nichts mit dem Ausgang des Teilstücks zu tun.
15 km vor der Ankunft erlitt der 25-Jährige einen ärgerlichen Reifenschaden, musste auf den Teamwagen warten und das Peloton ziehen lassen. Im bereits erwähnten Anstieg der zweiten Kategorie ließ er die Spitze fortan ziehen und beschränkte sich nur noch darauf, keine unnötigen Kräfte zu vergeuden. In den kommenden Tagen wird er sich als Helfer für seinen Bruder noch genügend auspowern können und müssen. Gestern verlor der TdF-Zweite als 123. erneut etwas mehr als 14' und rangiert nun in der Gesamtwertung auf Position 106.
Der bis zu 27 Prozent steile Schlussanstieg verlangte den Profis alles ab. Anton setzte sich letztendlich mit einer Sekunde Vorsprung vor Vincenzo Nibali (I/Liquigas) und dem Slowaken Peter Velits (HTC-Columbia) durch und feierte seinen zweiten Vuelta-Etappensieg. Rodriguez und Gilbert folgten unmittelbar dahinter. Von den hoch gehandelten Profis mussten gestern lediglich Carlos Sastre (E/Cervélo/auf 1'34") und Roman Kreuziger (CZE/Liquigas/2'48") einen wahren Rückschlag hinnehmen.
Dominik Roels (D/Milram), Guillaume Bonnafond (F/Ag2r-La Mondiale), Dario Cataldo (I/QuickStep) und Sergio Carrasco (E/Andalucia-Cajasur) bildeten lange Zeit die Sitzengruppe des Tages und konnten bis zu sechs Minuten an Vorsprung herausfahren. Am Alto de Valdepenas de Jaen wurde ihre Flucht aber jäh beendet. Es bildete sich eine 20-köpfige Spitzengruppe, welche den Tagessieg auf den letzten 900 Metern unter sich ausmachen sollte.