(jg) - Langsam, aber sicher rückt der Herbst immer näher und traditionell scheint sich nun auch wieder der Belgier Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto) seiner Bestform anzunähern. Am Montag triumphierte der Profi aus Remouchamps auf der dritten Vuelta-Etappe mit Ziel in Malaga auf souveräne Art und Weise.
Die letzten rund anderthalb Kilometer ging es gestern konstant und relativ steil bergauf, demnach genau das richtige Terrain für Gilbert, der für seine Explosivität und seinen Punch bekannt ist und im Herbst 2009 in Italien nicht weniger als vier Eintagesrennen in Serie gewann. 600 m vor dem Ziel trat er an, hängte alle Verfolger ab und sicherte sich auf diese Art und Weise auch das rote Leadertrikot.
Der 28-Jährige war letztendlich drei Sekunden schneller als Joaquin Rodriguez (E/Katusha), dem ersten der Topfavoriten auf den Gesamtsieg. Gestern mussten die Hochkaräter ein erstes Mal andeuten, wozu sie in den verbleibenden knapp drei Wochen wirklich fähig sein werden. Allesamt waren sie dann auch vorne präsent. Nur unmittelbar hinter Rodriguez folgten beispielsweise Igor Anton (E/Euskaltel) und Vincenzo Nibali (I/Liquigas). Auch der zweifache Vuelta-Gesamtsieger Denis Menchov (RUS/Rabobank) kann als Siebter (auf 18") sicherlich mit dem gestrigen Tag leben. Zufriedene Gesichter gab es am Abend auch bei Saxo Bank.
Trotz fehlender Rennkilometer konnte Kapitän Fränk Schleck gestern auf dem ersten anspruchsvollen Abschnitt – zwei schwere Bergwertungen mussten erklommen werden – überzeugen. Als 13. war er beispielsweise um 1" langsamer als Menchov und schob sich somit in der Gesamtwertung unter die Top 10. Der Mondorfer wird nun an Position neun geführt, 36" hinter Gilbert zurück.
Andy Schleck (Saxo Bank), der bei der Vuelta für seinen Bruder in die Rolle des Edelhelfers schlüpfen will, konnte dem Tempo der Spitzengruppe nicht bis ins Tagesziel folgen. Am Puerto de Leon, einem Anstieg der ersten Kategorie, musste der 25-Jährige rund 45 km vor dem Ziel abreißen lassen und ließ es anschließend locker angehen. Zusammen mit Teamkollege Anders Lund (DK) und dem ehemaligen Weggefährten Christian Vandevelde (USA/Garmin-Transitions) büßte er als 103. 14'10" ein.
In der Gesamtwertung rutschte der Luxemburger Zeitfahrmeister somit bis auf Rang 98 ab (auf 14'27"). Bis kurz vor dem Ziel sah es gestern noch nach einem Etappenerfolg für den Spanier Serafin Martinez (Xacobeo-Galicia) aus. Doch an der 1 000-m-Marke wurde der 26-Jährige als letzter Fahrer einer ursprünglich sieben Fahrer starken Ausreißergruppe gestellt. Über weite Strecken lag Martinez zusammen mit seinen sechs Begleitern Niki Terpstra (NL/Milram), Egoi Martinez (E/Euskaltel), Blel Kadri (F/Ag2r-La Mondiale), Javier Ramirez (E/Andaluca-Cajasur), Mikael Cherel (F/Fdjeux) und Jelle Vanendert (B/Omega Pharma-Lotto) in Front.
Ihr Maximalvorsprung auf das Peloton betrug 7'30". Der heutige Abschnitt führt das Peloton über 183,8 km von Malaga nach Valdepenas de Jaen. Auf dieser Etappe stehen u. a. zwei Bergwertungen der zweiten Kategorie auf dem Profil.