(SH) - Mit Andy und Fränk Schleck (beide Saxo Bank) gehen am Samstag zwei Luxemburger an den Start der Vuelta a Espana. Dabei haben die Brüder aus Mondorf unterschiedliche Ambitionen.
Fränk Schleck, der die Tour de France nach einem Sturz während der dritten Etappe vorzeitig beenden musste, strebt bei der Vuelta Wiedergutmachung an, auch wenn er im Vorfeld keine zu hohen Erwartungen äußert. Andy, Zweiter der diesjährigen Tour de France, will seinem Bruder zur Seite stehen.
Nach seinem Sturz und der dadurch bedingten Zwangspause stieg F. Schleck vor zwei Wochen bei den Cyclassics in Hamburg (D) wieder ins Renngeschehen ein. Zwar beendete er das Rennen nach getaner Arbeit 10 km vor Schluss, konnte dennoch wichtige Rennkilometer sammeln. Nun steht in Spanien eine neue Herausforderung an. „Ich weiß nicht ganz, was ich mir erwarten kann. Fakt ist, dass ich wegen meiner Schulterverletzung nicht so viele Rennen fahren konnte wie geplant. Doch ich habe viel trainiert“, zeigt sich F. Schleck vorsichtig optimistisch.
„Mit dem Rennen in Hamburg bin ich zufrieden, ich habe viel gearbeitet. Es fehlen zwar Rennen, doch mein Kopf ist frei. Die Vuelta dauert drei Wochen, ich hoffe, dass ich Zeit haben werde, um mich einzufahren, auch wenn gleich am dritten Tag eine schwere Etappe ansteht.“ Bereits zuvor wartet eine Neuerung auf die Fahrer. Zum Auftakt steht am morgigen Samstag ein Teamzeitfahren unter Flutlicht an. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius dürfte es allerdings nicht unbedingt von Nachteil sein, dass die Fahrer erst nach Anbruch der Dunkelheit in Sevilla starten werden.
„Es wird eine neue Erfahrung. Ich bin seit acht Jahren Profi und habe noch nie solch ein Rennen bestritten. Anschließend wird die Strecke während der ersten Woche kaum flach sein. Im Vergleich zur Tour de France sind die Anstiege nicht ganz so lang – wenn auch mit 7, 8 oder 10 km immer noch ordentlich –, dafür sind aber mehr Berge zu fahren. Ob dies von Vorteil sein wird, weiß ich nicht“, erklärt der Landesmeister auf der Straße. Der Tour-de-France-Zweite, A. Schleck, will seinen Bruder in Spanien bestmöglich unterstützen.
„Ich will Fränk helfen. Er ist gut in Form und topmotiviert. Der Kurs ist sehr schwierig. Ich werde sicherlich einige Tage brauchen, um meinen Rhythmus zu finden, da ich seit einiger Zeit keine Rennen mehr gefahren bin“, so der Mondorfer, der sich etwas über die Auftaktetappe ärgerte: „Ein Teamzeitfahren abends um 23 Uhr ist etwas Neues, worauf ich mich nicht unbedingt freue. Die meisten Leute liegen zu dieser Uhrzeit im Bett.“
Vor Jahresfrist musste A. Schleck das Rennen aus gesundheitlichen Gründen nach acht Tagen beenden. Auch F. Schleck kam nicht ins Ziel. Nun werden die beiden Mondorfer die letzte dreiwöchige Rundfahrt für das Team von Bjarne Riis, für das beide seit ihrem Anfang im Profiradsport im Sattel saßen, bestreiten: „Wir werden uns bis zum 31. Dezember professionnel verhalten und alles geben. Ich habe gut trainiert und Andy will nach der Tour de France auch die Vuelta zu Ende fahren. Wir sind in diesem Team groß geworden und wissen, dass wir der Mannschaft viel zu verdanken haben. Natürlich fühlen wir uns zu unserem Land hingezogen, doch wir werden Saxo Bank im Guten verlassen“, verriet F. Schleck.