Von Sophie Hermes aus Barcelona
Der erst 20-jährige Franzose Christophe Lemaitre hat am Mittwoch seinen ersten internationalen Titel bei den Männern gewonnen. Der Brite Dwaine Chambers musste sich mit Rang fünf zufriedengeben.
Zwar hatte Lemaitre von allen acht 100-m-Finalisten die langsamste Reaktionszeit, die zweite Rennhälfte gehörte aber zweifelsohne dem Franzosen. Der erste weißhäutige Sprinter, der die 100 m unter 10" lief (9"98) und sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinale bereits die beste Zeit erzielt hatte, unterstrich seine Spurtstärke und setzte sich recht deutlich nach 10"11 vor seinen Konkurrenten durch.
Schwierigkeiten hatte die Jury mit der Vergabe der beiden restlichen Medaillen, denn gleich vier Konkurrenten kamen innerhalb 1/100 Sekunde ins Ziel. Das Zielfoto musste demnach die Entscheidung bringen. Am Ende hatte Mark Lewis-Francis (GB) die besseren Karten gegenüber Martial Mbandjock, einem weiteren Franzosen, und Francis Obikwelu (P). Chambers musste sich hingegen mit Rang fünf zufriedengeben. Anders als am Vortag bei den Männern sollten die 10 000 m der Frauen eine klare Angelegenheit für Elvan Abeylegesse werden.
Die gebürtige Äthiopierin, die für die Türkei startet, gab von Anfang an den Ton an und sorgte dafür, dass immer mehr Konkurrentinnen abreißen lassen mussten. Die Europarekordlerin lief nach 31'10"23 über den Zielstrich und gewann damit die zweite Goldmedaille für die Türkei bei Europameisterschaften (nach Süreyya Ayhan/1 500 m/2002). Für Titelverteidigerin Inga Abitova (RUS) reichte es gestern nur zu Rang zwei, dies mit einem Rückstand von über 12" auf Abeylegesse.
Im Weitsprung der Frauen sicherte sich Ineta Radevica mit 6,92 m ihren ersten internationalen Titel. Die Lettin ging mit dem ersten Sprung in Führung, baute diese mit einer persönlichen Bestweite von 6,87 m im zweiten Versuch aus, ehe die Indoor-Weltmeisterin von 2008, Naide Gomes (P), im vierten Versuch mit 6,92 m die Führung übernahm. Doch Radevica zeigte Nervenstärke und sorgte mit der gleichen Weite nicht nur für einen neuen lettischen Rekord, sondern auch für ihren ersten EM-Titel.
Wenn auch die ganz großen Weiten im Diskuswerfen der Frauen fehlten, so war der Wettkampf an Spannung kaum zu überbieten. Erst im letzten Versuch verdrängte die 20-jährige Sandra Perkovic (CRO) mit 64,67 m Nicoleta Grasu (ROM) auf Rang zwei. „Die Atmosphäre im Stadion hat mich vor dem letzten Versuch zusätzlich motiviert. Nun werden wir sehen, was die Zukunft bringt“, so die Kroatin. Im Hammerwerfen der Männer kam nur Libor Charfreitag (SVK) über die 80-m-Grenze.
Spannend war der Kampf um Platz zwei, den Nicola Vizzoni (I) mit 79,12 m im letzten Versuch knapp für sich entschied. Zu einem russischen Triplé kam es über 20 km Gehen bei den Frauen. Olympiasiegerin Olga Kaniskina war auf der Strecke im Zentrum Barcelonas dabei um mehr als eine 1' schneller als ihre Landsfrauen Anisya Kirdyapkina und Vera Sokolova: „Ich bin sehr froh über meinen Sieg, doch noch mehr freue ich mich darüber, dass meine Trainingspartnerinnen neben mir auf dem Podium standen. Ich hatte einige Schwierigkeiten, ins Rennen zu kommen, doch anschließend lief alles perfekt.“
| 29.08.10 | Canach | Etzella | 1:2 |
| 29.08.10 | Grevenmacher | Petingen | 1:0 |
| 29.08.10 | Jeunesse | RM Hamm Benfica | 2:1 |
| 29.08.10 | Niederkorn | Déifferdeng 03 | 2:4 |
| 29.08.10 | RFCU Lëtzebuerg | Fola | 0:2 |
| 29.08.10 | Käerjéng | Wiltz | 5:1 |
| 29.08.10 | Düdelingen | Hesperingen | 2:0 |
| 1. | Düdelingen | 4 | 11:1 | 12 |
| 2. | Grevenmacher | 4 | 8:2 | 10 |
| 3. | Fola | 4 | 8:5 | 9 |
| 4. | Käerjéng | 4 | 9:6 | 7 |
| 5. | Etzella | 4 | 5:7 | 7 |
| 6. | Hesperingen | 4 | 6:7 | 6 |
| 7. | Jeunesse | 4 | 5:5 | 5 |
| 8. | Petingen | 4 | 5:5 | 5 |
| 9. | Déifferdeng 03 | 4 | 6:7 | 4 |
| 10. | RFCU Lëtzebuerg | 4 | 4:5 | 4 |
| 11. | Niederkorn | 4 | 6:8 | 4 |
| 12. | RM Hamm Benfica | 4 | 3:5 | 3 |
| 13. | Wiltz | 4 | 8:13 | 3 |
| 14. | Canach | 4 | 2:10 | 0 |