25.07.2010 16:17 Uhr, aktualisiert 25.07.2010 20:13 Uhr




Formel-1 auf dem Hockenheim
Ferrari-Duo verdirbt Vettels Heimspiel
Gesamtwertung führt nach seinem vierten Platz weiterhin McLaren-Pilot Lewis Hamilton mit 157 Zählern an

Spitze
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Fernando Alonso (M) übt Druck auf Felipe Massa aus, Sebastian Vettelfährt dahinter.


Überrumpelt
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Sebastian Vettel (M) im Redbull wird nach dem Start von beieden Ferraris überholt.


Überholt
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Am Start ziehen Felipe Massa (r) und Fernando Alonso (l) an Sebastian Vettel vorbei.


Doppelrot
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Ferrari-Pilot Felipe Massa (l) führt das Feld vor Teamkollege Fernando Alonso an.

(dpa) - Die Ferrari-Störenfriede haben Sebastian Vettels erhofften ersten Triumph beim Heimspiel verhindert. Der Red-Bull-Pilot fuhr beim Großen Preis von Deutschland zwar aufs Podium, musste aber dem Scuderia-Duo Fernando Alonso und Felipe Massa den Vortritt lassen.

Durch den dritten Platz in Hockenheim verpasste Vettel zudem die Chance, im Titelrennen entscheidend Boden gut zu machen. Für Mercedes verlief das Heim-Comeback mit einem eigenen Werksteam ebenfalls frustrierend, beide Silberpfeile wurden überrundet. Nico Rosberg fuhr als Achter über die Ziellinie. Rekordweltmeister Michael Schumacher ergatterte als Neunter gerade noch zwei WM-Punkte. "Bald werden wir besser aussehen", versprach Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dennoch.

Die Gesamtwertung führt nach seinem vierten Platz weiterhin McLaren-Pilot Lewis Hamilton mit 157 Zählern an, es folgt sein britischer Teamgefährte Jenson Button (143). Punktgleich mit seinem Stallrivalen Mark Webber bleibt Vettel nach elf von 19 Saisonrennen mit 136 Zählern Vierter.

Auch der Rest des deutschen Sextetts konnte den Heimvorteil nicht nutzen. Force-India-Fahrer Adrian Sutil verfehlte zum ersten Mal seit sechs Rennen die Punkteränge und landete auf Rang 17. Nico Hülkenberg kam im Williams als 13. ins Ziel, Virgin-Fahrer Timo Glock wurde 18.

Bei Ferrari droht trotz des zweiten Doppelerfolgs der Saison dicke Luft, zudem könnte es Ärger mit dem Weltverband geben. Massa hatte zwar 49 der 67 Runden das Rennen angeführt und den ungestümen Alonso hinter sich gehalten. Dann aber griff die Box ein, Massa musste seinen Kollegen passieren lassen. "Tut mir leid, Junge", funkte Renningenieur Rob Smedley an den Brasilianer. Laut Regelwerk des Internationalen Automobilverbands FIA allerdings ist eine Teamorder verboten.

Entsprechend kühl fielen im Ziel die Glückwünsche von Massa an seinen Kollegen aus. Dagegen lobte Teamchef Stefano Domenicali den Spanier überschwänglich: "Toller Job, Du warst das ganze Wochenende verdammt schnell."

Vettels Hoffnungen auf eine Triumphfahrt in der Heimat platzten schon in der ersten Kurve. Tagszuvor hatte er Alonso in der Qualifikation noch um zwei Tausendstelsekunden geschlagen und sich seine sechste Pole Position der Saison geschnappt. Doch der Vizeweltmeister konnte den Vorteil nicht nutzen. Mit einem furiosen Start fuhr Massa von Rang drei an die Spitze, auch Alonso setzte sich gegen Vettel durch.

Crash der beiden Toro Rosso

Alte Klasse ließ Superstar Schumacher aufblitzen, als er sich von Platz elf auf acht verbesserte. Glimpflich verlief ein Crash der beiden Toro Rosso, Sebastien Buemi musste wegen eines abgerissenen Heckflügels aber das Rennen aufgeben.

Verfolger Vettel konnte im Kampf an der Spitze zunächst dem Tempo der Ferrari nicht ganz mitgehen. Auch nach den Boxenstopps des Top-Trios zwischen Runde 13 und 15 verteidigte Massa die Führung. Einen harten Angriff seines Teamkollegen in Runde 21 parierte der Südamerikaner. Der um seine Titelchance kämpfende Alonso schimpfte daraufhin via Boxenfunk in Richtung Kommandostand: "Das ist lächerlich."

28 Umläufe später bekam der Spanier seinen Willen. Die Ferrari-Teamleitung erklärte Massa: "Fernando ist schneller. Kannst Du diese Nachricht bestätigen?" Kurz darauf ging der 29-Jährige vom Gas, Alonso zog mühelos vorbei und strebte seinem zweiten Saisonerfolg entgegen. Nach 1:27:38,864 Stunden auf dem 4,574 Kilometer langen Traditionskurs war der 23. Grand-Prix-Sieg des zweimaligen Weltmeisters perfekt.

Ihre Meinung zum Thema

( 3 )
  • Yves Tychon meint:
    26.07.2010, 14:44 Uhr
    Vielsagend waren übrigens die Äußerungen der BBC-Gastmoderatoren David Coulthard ("Stallorder gehören dazu, aber sie sollten vom Teamchef kommen und nicht von Massas Renningenieur, da ein Fahrer von "seinem" Ingenieur absolute Loyalität verlangen kann") und Eddie Jordan: "Da steckt mit Gewissheit Alonso dahinter, der Druck auf die Ferrarileitung machte, da er regulär an Massa nicht vorbeigekommen wäre").
    Mag sein, dass Massa dafür bezahlt wird, in einem solchen Fall die zweite Geige zu spielen. Hingegen werden die Zuschauer nicht dafür bezahlt, sich auf eine solch plumpe Weise verschaukeln zu lassen!
    Die 100.000 US-Dollar bezahlt Fiat - pardon Ferrari - aus der Portokasse, wenn das FIA-Sportgericht seines Namens würdig ist, sollte es Ferrari und Alonso die Punkte aberkennen.
  • benny boudia meint:
    25.07.2010, 19:07 Uhr
    et gëtt Leit, déi hu mech ausgelaach, well ech e grousse Fan vum Catch a vum Hulk Hogan sinn. "Dat ass kee Sport", hu se ëmmer nees gesot, abee, wat den Alonso mam Massa haut gemaach huet, dat ass nach vill méi schlëmm. Well am Catch, do weess ee wéinstens wat leeft, mä an de Fomel-1 gëtt op Sport gemaach, mä 't ass nach vill méi Gefuddels wéi am Catch. Un all déi wou mech ausgelaach hunn, vläit fir d'éischt eng DVD mam Hulk Hogan kucken. Sport vum Fäinsten.
  • Romain Meyer meint:
    25.07.2010, 17:29 Uhr
    Eigentlich kann es nach dieser Team Order nur eine sehr harte Strafe für Ferrari geben. Sollten die Roten ungestraft davon kommen werden die Zuschauer nur noch an der Nase herumgeführt.