08.07.2010 10:46 Uhr




Tour de France Reaktionen
Cancellara: „Andy ist hungrig“
Im Saxo-Bank-Lager gibt man sich trotz des Ausfalls von Fränk Schleck zuversichtlich

Foto: Serge Waldbillig
Andy Schleck: „Die Form ist präsent.“


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Die Saxo-Bank-Fahrer Nicki Sörensen, Fabian Cancellara und Andy Schleck (v. l. n. r.).

Von Joe Geimer aus Reims

Der verletzungsbedingte Ausfall von Fränk Schleck (Saxo Bank) war auch am Mittwoch noch immer eines der Topthemen bei der 97. Ausgabe der Tour de France. Insbesondere für das dänische ProTour-Team bedeutet der Ausstieg des 30-jährigen Luxemburgers zweifelsohne eine große Schwächung. Dennoch versucht man, den Kopf nicht hängen zu lassen.

Teamchef Bjarne Riis brachte die Situation gestern nach der Zielankunft der vierten Etappe in Reims auf den Punkt: „Natürlich hätten wir liebend gerne auf den Vorfall mit Fränk verzichtet. Dieser Sturz erleichtert uns die Aufgabe in den kommenden Tagen sicherlich nicht. Fränk war nicht nur unser Co-Kapitän, sondern auch ein Fahrer der für den Zusammenhalt der Truppe und die Stimmung im Team sehr wichtig ist. Die Atmosphäre in der Mannschaft ist aber auch jetzt noch sehr gut, so schnell werden wir uns nicht unterkriegen lassen. Unser Team zählt auch ohne Fränk immer noch zu den stärksten. Dies soll aber nicht heißen, dass wir den Luxemburger einfach so ersetzen können. Wir müssen uns ganz einfach der neuen Aufgabe stellen.“

Andy Schleck heißt nun der uneingeschränkte Kapitän bei Saxo Bank. „Andy wird zeigen was er kann, daran habe ich keine Zweifel. Noch ist es aber zu früh, um großartige Spekulationen anzuführen. Wir haben erst ein paar wenige Etappen absolviert und das Schwierigste steht erst noch aus“, weiß Riis. Mit dem gestrigen Etappenverlauf zeigte sich der Däne zufrieden: „Das Wichtigste ist, dass wir das Gelbe Trikot von Fabian (Cancellara) erfolgreich verteidigt haben. Es war eigentlich ein perfekter Tag, da wir nicht zu viele Körner verbrauchen mussten, um dieses Ziel zu erreichen.“

Andy Schleck: „Es gibt keine einfachen Etappen“

Cancellara, der Gesamtführende, beschrieb die Situation und Gefühlslage im Saxo-Bank-Team am Dienstagabend, als F. Schleck bereits auf dem Weg ins Großherzogtum war: „Für uns alle, aber vor allem für Andy, war es ein schwieriger Moment. Auch ich war natürlich traurig, denn Fränk ist ein wirklich guter Freund.“

Anschließend richtete er seinen Blick aber auch bereits nach vorne: „Wir müssen unsere Pläne für die kommenden Tage nun sicherlich etwas anpassen. Dennoch werden wir die richtige Taktik austüfteln und alles Mögliche unternehmen, um Andy zu einer Topplatzierung in der Gesamtwertung zu verhelfen. Wir müssen den Blick ganz einfach optimistisch nach vorne richten. Als ich am Abend mit Andy sprach, habe ich ganz genau in seinen Augen gesehen, dass er bereit ist. Er ist heiß und hungrig, man kann also einiges von ihm erwarten.“

Der 25-Jährige selbst äußerte sich am Mittwochabend nicht, stand der Presse allerdings am Morgen zur Verfügung. „Bei der Tour gibt es keine einfachen Etappen. Auch wenn die nächsten Abschnitte auf dem Papier etwas einfacher aussehen, so muss dies nicht bedeuten, dass es ein Zuckerschlecken wird. Wir haben in den vergangenen Tagen gesehen, wie schnell Stürze einem einen Strich durch die Rechnung machen können. Ich fühle mich aber gut, die Form ist präsent und ich liege in der Gesamtwertung auf einem guten sechsten Platz. Warum sollte ich mir also Sorgen machen?“, so die klare Ansage des Luxemburger Zeitfahr-Meisters.

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