(vb) – Viele Reifenpannen, unangenehmes Kopfsteinpflaster und ein folgenschwerer Sturz von Frank Schleck haben die dritte Etappe der Tour de France geprägt. Der Luxemburger Radprofi gibt auf und beendet die Tour de France. Sein Bruder Andy Schleck beendet die Etappe mit einem Erfolg.
Die 213 Kilometer von belgischen Wanze ins französische Arenberg kurz hinter der Grenze hatten es in sich. Die Strecke verlief auf den letzten 30 Kilometer über enge Feldwege mit Kopfsteinpflaster, so dass die Radprofis teilweise auf den ungepflasterten Straßenrand auswichen. Die auf Leistung getrimmten Rennräder mit ihren steifen Rahmen und dem hohen Reifendruck machten nicht alles mit: Viele Fahrer, darunter die Tour-Favoriten Lance Armstrong, Alberto Contador und der Vortagessieger Sylvain Chavanel, erlitten zeitraubende Reifenpannen.
Für Frank Schleck kam es ganz dick: Knapp 30 Kilometer vor dem Ziel stürzte er so schwer, dass er nicht mehr weiter fahren konnte. Der Vorjahresfünfte und luxemburgische Meister kam auf dem vierten Kopfsteinpflaster-Sektor zu Fall und blieb minutenlang schmerzverkrümmt im Graben liegen. Sein Traum vom Tour-Podium endete damit auf tragische Weise in der „Hölle des Nordens“. Der Mondorfer Radprofi wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch in ein Krankenhaus gebracht. Für ihn ist diese Tour de France damit beendet.
Sein Bruder Andy hatte eine Verfolgergruppe angeführt, die sich auf den letzten Kilometern an die Spitze setzte. Aus dem Windschatten des Schweizers Fabian Cancellara heraus startete er zum Endspurt und kam als Fünfter ins Ziel, nur Zentimeter hinter dem Etappensieger Thor Hushovd, dem Briten Geraint Thomas und Weltmeister Cadel Evans als Dritten. Mit seiner ausgezeichneten Leistung machte Andy 1:13 Minuten auf Contador und 2:07 auf Armstrong gut.
Das Gelbe Trikot eroberte der Schweizer Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara zurück. Der Saxo-Bank-Profi, der Sechster wurde, löste den Franzosen Sylvain Chavanel wieder an der Spitze der Gesamtwertung ab. Chavanel hatte vier Minuten verloren. Auch Lance Armstrong büßte mehr als zwei Minuten auf die Spitzengruppe ein.
Nach den kräftezehrenden Tagen in den Ardennen und Nordfrankreich kann das Peloton am Mittwoch eine kleine Verschnaufpause einlegen. Auf der lediglich 153,5 km langen Etappe von Cambrai nach Reims geht es fast ausschließlich über flaches Terrain, sodass die Sprinter zum Zuge kommen dürften.