Volleyball - Männer
30.03.2009 08:04 Uhr, aktualisiert 30.03.2009 08:21 Uhr

Petingen erzwingt den Umschwung



Foto: Christian Kemp
Der fünfte Landesmeistertitel dürfte für die Petinger Mannschaft einer der schönsten gewesen sein.



Foto: Christian Kemp
Die Petinger um Nenad Jakovljevic (h.), hier gegen den Fentinger Marko Katanic, behielten am Ende die Nase vorne.



Foto: Christian Kemp
Roman Richtarik (Petingen) beim Versuch, den Fentinger Block mit Michael Marin und Jonathan Remond (r.) zu überwinden.

Von Paul Flies

Es sollte das Wochenende von Petingen werden. Zum richtigen Zeitpunkt konnte das Team sich nämlich in Bestform vorstellen, um am Samstag die Vorarbeit zur Titelverteidigung am Sonntag zu leisten. Der fünfte Titel von Petingen wurde als einer der schönsten gefeiert, musste er doch gegen eine mit Klassespielern besetzte Mannschaft aus Fentingen errungen werden.

Schade, dass diese drei hochdramatischen Begegnungen mit einem Misston endeten. Nachdem Fentingen zuvor bereits fünf Matchbälle abgewehrt hatte, entschied Schiedsrichter Heynen richtigerweise auf Positionsfehler bei Fentingen. Petingen feierte, Fentingen protestierte ... da nahm Stuhlschiedsrichter Weis die Entscheidung zurück und entschied auf Wiederholung. Nach weiteren Protesten nahm er auch diese Entscheidung zurück und Petingen war endgültig Meister.

Die Schiedsrichterleistungen entsprachen zweifellos dem hohen Leistungsvermögen der beiden Finalisten. Unglücklich war lediglich der Zeitpunkt. Fentingens Kapitän Marco Katanic bedauerte: „Hier hätte man erfahrenere Schiedsrichter benötigt.“ Dagegen beglückwünschte Jeff Feyder Petingen: „Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen. Wir haben mehr erreicht, als man uns zugetraut hatte.“

Hohes Spielniveau

Bei zwei derart gleichwertigen Teams fehlte es nicht an spektakulären Aktionen. Der offene Schlagabtausch sollte denn auch durch minimale Unterschiede und das notwendige Quäntchen Glück entschieden werden. Der Block von Petingen mit Widong, Kruchten oder Jakovljevic beeindruckte Fentingen und verunsicherte deren Hauptangreifer. Zudem imponierten Richtarik und Rodriguez mit ihrer Schlagkraft. Fentingen verfügte über eine ausgezeichnete Annahme.

In allen Bereichen trumpfte bei Fentingen Sabchev großartig auf, doch sollten mit zunehmender Spielzeit die Kräfte, und dies nicht nur bei ihm, schwinden. Mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen Kraftakt wurde dennoch letzte Energie mobilisiert. Eine erstaunliche Entwicklung hat dabei Feyder genommen, der wie in den beiden ersten Finals stets wichtigste Punkte einstreute.

Überragender Block

Konnte Petingen im ersten Satz durch den Block einen knappen Vorsprung über die Distanz retten, so bestimmte Fentingen den zweiten Durchgang eindeutiger. Umso umkämpfter war der dritte Durchgang. Der Petinger Block hatte eine 16:13-Führung möglich gemacht, doch Fentingen fand durch Kudlachewski immer wieder den Anschluss. Sogar zwei Satzbälle konnte Petingen beim Stande von 24:22 nicht verwandeln.

Beim vierten Satzball zum 27:25 sollte es dann allerdings durch den stets präsenten Block klappen. Als Fentingen sich im vierten Durchgang mit 9:6 abzusetzen begann, fand Richtarik die richtige Antwort mit einer Serie von vier Punkten. Der Satzausgang blieb weiterhin auf des Messers Schneide. Fentingen vergab zwei Satzbälle beim Stande von 24:22 und konnte dann nicht weniger als fünf Matchbälle abwehren, bevor die Entscheidung fiel. Petingens Manager Jean-Marie Leyder bekannte mit Tränen in den Augen: „Die schwerste Begegnung fand zweifellos am Samstag statt. Im Entscheidungsspiel haben die Nerven gehalten. Mit einem aktiven Vorstand werde ich dem Verein erhalten bleiben.“

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