Sport
01.10.2008 20:56 Uhr, aktualisiert 02.10.2008 17:24 Uhr

Schleck: Keine Erklärungen für eine Überweisung

Luxemburger CSC-Profi sagt am Donnerstag auch vor dem Radsport-Weltverband UCI aus.

(FeMo) – Kurz vor 19 Uhr betrat ein äußerlich gut gelaunter Frank Schleck das "Institut National des Sports" (INS) in Begleitung seines Anwalts Albert Rodesch. Schleck und Rodesch hatten einen Termin, auf den ganz Luxemburg seit Tagen gespannt wartete.

Der CSC-Profi aus Mondorf musste sich vor der Luxemburger Anti-Doping-Agentur zum ersten Mal zu den fast 7.000 Euro äußern, die er im März 2006 an den spanischen Gynäkologen und Doping-Arzt Fuentes überwiesen hatte.

45 Minuten Gespräch: Man hat sich erklärt

Wer sich grundsätzlich neue Informationen erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Nach einer Dreiviertelstunde traten sowohl Robert Schuler (Vorsitzender der Antidoping-Agentur) als auch Schleck und sein Rechtsbeistand vor die wartenden Journalisten - und sagten nichts grundsätzlich Neues. Allerdings wird Frank Schleck sich am Donnerstag auch gegenüber dem Weltradsportverband, der UCI, erklären.



Foto: Serge Waldbillig
Anhörung: Rechtsanwalt Albert Rodesch, Radprofi Fränk Schleck und Robert Schuler, Präsident der nationalen Antidopingagentur (v. l. n. r.).

Robert Schuler: keine Informationen für die Öffentlichkeit

Robert Schuler wollte keine Informationen über Verlauf und Inhalt des Treffens preisgeben. Er wird die erhaltenen Informationen an den Verwaltungsrat der Agentur weiterleiten. Sollten sich neue Elemente ergeben, würden sie mitgeteilt. Anwalt Rodesch gab an, "auf alle Fragen detailliert geantwortet zu haben". Und Frank Schleck selbst wiederholte, nie gedopt oder Unerlaubtes getan zu haben.

Keine Erklärungen für die Überweisung

Bekannt geworden war der für Aufsehen sorgende Geld-Transfer durch zwei Artikel, die am vergangenen Freitag bei wort.lu und in der Süddeutschen Zeitung erschienen waren. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung hatte der Luxemburger Staatsanwalt Robert Biever die „Kontobewegung“ bestätigt.

Schleck selbst hatte in den vergangenen Tagen immer wieder beteuert, nie gedopt und stets saubere Siege errungen zu haben. Allerdings lieferte er öffentlich keine Erklärung für die Überweisung. Diese Feststellung bleibt auch nach dem Termin vom Mittwochabend gültig.

Am Samstag hatte auch die belgische Zeitung Le Soir in einem auf Seite 37 erschienenen Artikel über noch ausstehende Ergebnisse weiterer Doping-Analysen den Namen des Luxemburgers genannt.

Ihre Meinung zum Thema

( 12 )
  • Arbeit machtSpass meint:
    02.10.2008, 18:29 Uhr
    t'ass kloer, déi 7.000 EUR waren fir liewenslänglech Antibabypëll fir d'Frendin:-) Firwat geet et schons bei een Gynäkolog?
  • Alain Resio meint:
    02.10.2008, 15:46 Uhr
    ok den frank ass net gedopt...mee woufir waren dann dei 7000eur???
  • Claude Schroeder meint:
    02.10.2008, 12:54 Uhr
    Ech geif mengen et sollt een net esou naïv sin an elo och nach mengen dass hai d'Lompen net stenken ... an wann rauskommen waert dass se gestonk hun, muss een sech natierlech och an virun allem froen ween daat alles nach wosst an einfach wech gekuckt huet!!
  • Jacques Guddebour meint:
    02.10.2008, 11:54 Uhr
    @Ender Frank: dervun ausgoend, dass déi 2006-Transaktioun effektiv louche as, no wat fir enger Logik wier en dann 2008 clean? Just dass nach näischt fonnt gi wier?
  • Ender Frank meint:
    02.10.2008, 11:44 Uhr
    As dach alles Kaabes, an 2006 eremzewullen, waat brengt daat? De Frank as lo "clean", also, vergiesst et. Et kascht eng Tonn Geld an keen huet eppes dovun.
    Ech wenschen em all Gudds an vill Erfolleger.
  • Jacques Guddebour meint:
    02.10.2008, 11:41 Uhr
    D'Iwwerweisung u sech dierft jo onzweifelhaft sinn - den däischte Procureur an de Roby Biever wäerte jo do stechhalteg Beweiser hun.

    Wann et e banalen Hannergrond hätt, kéint een déi Iwwerweisung jo och einfach erklären. Mee wann dat nët geschidd, as et schwéier, vun enger Onschold auszegoen.

    Op et em den 2006er oder 2008er Tour geet, spillt dach do keng Roll. Wann et erauskennt, dass Doping am Spill woer, huet den Frank Schleck e Probleem mat der Crédibilitéit.
  • Charles Kremer meint:
    02.10.2008, 11:15 Uhr
    Wenn ich mich gut erinnere (ich schreibe dies also unter Vorbehalt), hatte Jeannot Krecké während der Tour de France nachgefragt ob unsere Fahrer mit Herrn Fuentes Kontakt hätten, was die Gebrüder Schleck und Kim Kirchen damals verneinten. Bei Fränk Schleck scheint diese Antwort also nachweislich nicht zu stimmen. Auf diese trotzdem bestehenden Verbindung angesprochen, halten die Herren Schleck und sein Anwalt synchrone Monologe und reden einfach an der Frage vorbei. Damit kann man kein Vetrauen erwecken.
  • WELTER-WEBER JEAN-CLAUDE meint:
    02.10.2008, 10:53 Uhr
    Es wäre besser die Staatsanwaltschaft würde die Kontobewegungen von Topmanagern und/oder Politiker untereinander kontrollieren, anstatt die kleinen Leute zu überwachen.
  • Anita Andre meint:
    02.10.2008, 10:36 Uhr
    Ich bin ein Freund des hiesigen Abonenten und lese die Spalte ueber Schleck und Dopping mit Lust und Frust zugleich. Wenn man heute sieht welche Leistungen im Sport gebracht werden und vor allem verlangt werden, dann kann man jeden der denkt dass man die Alpe d'Huez in solchem Tempo hochfahren kann mit ein paar Flaschen Mineraldrink und einer Portion Spaghetti und einer Huenerbrust nur auslachen.

    Ich habe selbst lange Powersport gemacht, bin nie im Wettkampf gewesen und trotzdem lief hier nicht viel ohne die chemischen Hilfsmittel. Ob das nur Kaffee, normale medikamente die jeder Arzt beschreibt oder weiter entwickelte Mittel waren, spielt an sich keine Rolle.

    Seit Jahren plagt die Sportwelt sich und verschwendet Geld um gegen Windmuehlen zu kaempfen statt den Dopping als selbsverstaendlich an zu sehen und medezinische Kontrollstellen zu schaffen, Organe die die Sportler bei der Wahl der Produkte beraten und unterstuetzen und sie auf gesundheitliche Einwirkungen testen.

    Wenn mann heute alle sperren sollte die doppen, dann ist morgen Ende mit dem Sport. Hochrangige Dopping-gurus der Szene haben es bestaetigt und der mexikanische Guru der heute mit dem FBI zusammen arbeitet hat vor den olympischen Spielen bestaetigt dass hier von 1000 die mitmachen, 1000 gedoppt sind. Was die Chemiker heute nur noch machen ist Produkte zu entwickeln die die Ausscheidung von solchen Produkten verhindern sodass sie in den Kontrollen nicht sichtbar sind.

    Ohne Doping ist Sport heute nicht mehr denkbar und ausserdem ist Doping die einzige Art und Weise um den Metabolismus aller Sportler auf gleiches Niveau zu bringen. Wer also heute noch gegen Doping ankaempfen will soll einfach Firmen wie Merck und Schering schliessen. Bleiben dann wohl noch die kleinen Labos in Mexico, ind der Tuerkei und aehnliche die den Stoff illegal produzieren. Was die Ueberweisung von Schleck angeht ist sowieso nur aus der Luft gegriffen denn ncht jeder der einem Arzt Geld ueberweist muss deshalb gedopt sein, auch wenn dieser Arzt solch Mittel verkauft.

    Ob Schleck gedopt war muss an Hand von Blutproben und Urin proben auf dem ueblichen Wege bewiesen werden. Alles andere sind nur Vermutungen. Ausserdem glaube ich kaum dass Schleck als so bescheuert an zu sehen ist dass er sich hier Dopingprodukte besorgen wuerde und sie ueber sein Bankkonto bezahlen. Lasst sie doch alle fahren, mit Epo, Eisen und Ephedrin, lasst die andern druecken, builden und laufen mit Stromba, Sustanon, Deca Durabolin, Anavar, HGH, IGF1 + 2 und so weiter. Statt sie zu jagen, helft ihnen dabei es vernueftig zu dosiern und zu nutzen. Ohne das Zeug ist sowieso Sense mit Sport. Wer an sauberen Sport denkt heutzutage ist nur noch ein Träumer.
  • Georges Noesen meint:
    02.10.2008, 10:29 Uhr
    Et geet hei net drem ob den Fränk Doping zou sech geholl huet oder net, mais just em déi Iwerweisung. Wann se statt fonnt huet, wellen mer natiirlech wessen firwaat. Mais et ass net OK fir elo iwerall den Fränk als Schelleg oofzestempelen ier hien sech geäussert huet. An dann geet et nach nemmen em den Tour vun 2006 an net em deen vun desem Joer. Well daat sin nemmen Behaaptungen.
  • Guddebour Jacques meint:
    02.10.2008, 09:59 Uhr
    Däerft jo dann op der Hand leien, dass do eppes ze verstoppen ass. Op en elo nach eppes seet oder net, mecht do och keng gréisser Differenz méi.
  • Jim Devos meint:
    02.10.2008, 09:49 Uhr
    Wat dat ganzt sech méi lang zidd wann seng Glaubwürdegkeet emmer méi dohi schwend...Ech hoffen e bréngt geschwenn e Statement.