(FeMo) – Kurz vor 19 Uhr betrat ein äußerlich gut gelaunter Frank Schleck das "Institut National des Sports" (INS) in Begleitung seines Anwalts Albert Rodesch. Schleck und Rodesch hatten einen Termin, auf den ganz Luxemburg seit Tagen gespannt wartete.
Der CSC-Profi aus Mondorf musste sich vor der Luxemburger Anti-Doping-Agentur zum ersten Mal zu den fast 7.000 Euro äußern, die er im März 2006 an den spanischen Gynäkologen und Doping-Arzt Fuentes überwiesen hatte.
Wer sich grundsätzlich neue Informationen erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Nach einer Dreiviertelstunde traten sowohl Robert Schuler (Vorsitzender der Antidoping-Agentur) als auch Schleck und sein Rechtsbeistand vor die wartenden Journalisten - und sagten nichts grundsätzlich Neues. Allerdings wird Frank Schleck sich am Donnerstag auch gegenüber dem Weltradsportverband, der UCI, erklären.
Robert Schuler wollte keine Informationen über Verlauf und Inhalt des Treffens preisgeben. Er wird die erhaltenen Informationen an den Verwaltungsrat der Agentur weiterleiten. Sollten sich neue Elemente ergeben, würden sie mitgeteilt. Anwalt Rodesch gab an, "auf alle Fragen detailliert geantwortet zu haben". Und Frank Schleck selbst wiederholte, nie gedopt oder Unerlaubtes getan zu haben.
Bekannt geworden war der für Aufsehen sorgende Geld-Transfer durch zwei Artikel, die am vergangenen Freitag bei wort.lu und in der Süddeutschen Zeitung erschienen waren. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung hatte der Luxemburger Staatsanwalt Robert Biever die „Kontobewegung“ bestätigt.
Schleck selbst hatte in den vergangenen Tagen immer wieder beteuert, nie gedopt und stets saubere Siege errungen zu haben. Allerdings lieferte er öffentlich keine Erklärung für die Überweisung. Diese Feststellung bleibt auch nach dem Termin vom Mittwochabend gültig.
Am Samstag hatte auch die belgische Zeitung Le Soir in einem auf Seite 37 erschienenen Artikel über noch ausstehende Ergebnisse weiterer Doping-Analysen den Namen des Luxemburgers genannt.