01.09.2010 09:19 Uhr




 Kommentar
Couragierte Entscheidung
Laurent Schüssler

Das Exekutivkomitee des europäischen Fußballverbandes Uefa hatte am 18. April 2007 eine mutige Entscheidung getroffen, als die Europameisterschaft 2012 nicht an das favorisierte Italien vergeben wurde, sondern die gemeinsame Bewerbung Polens und der Ukraine als Sieger hervorging.

Dieses klare Bekenntnis für Osteuropa wurde jedoch schon bald auf eine harte Probe gestellt. Die Vorbereitungen liefen in beiden Ländern nämlich nur schleppend an. Uefa-Präsident Michel Platini schlug im Juli 2008 erstmals härtere Töne an als er öffentlich bekannte, dass die Vorarbeiten in Polen viel besser verlaufen würden als in der Ukraine. Der ehemaligen Sowjetrepublik drohte er, dass es im Notfall zu einer Änderung der Spielanteile kommen könnte.

Drei Viertel aller Spiele wären so in Polen ausgetragen worden. Zu diesem Schritt konnte sich die Uefa aber nicht durchringen. Im Mai 2009 wurden seitens der Uefa zunächst die vier polnischen Städte offiziell bestätigt, in der Ukraine erhielt lediglich die Hauptstadt Kiew den Status einer Gastgeberstadt. Um eben den politischen Druck auf den nationalen Ausrichter aufrecht zu halten.

Rund sieben Monate später bestätigte der europäische Verband dann ebenfalls die anderen drei ukrainischen Städte. Die Europameisterschaft wird also wie vorgesehen zu gleichen Teilen in Polen und der Ukraine stattfinden. Auch wenn es noch viele offene Fragen gibt. Ob und wann es Antworten darauf geben wird, steht in den Sternen.

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