Fast wäre wieder ein „Préformateur“ am Gezänk der sieben Parteien, die an der Regierungsbildung beteiligt sind, gescheitert. Kein Wunder! Waren doch die Parlamentswahlen vom 13. Juni ein Sieg voller Widersprüche, aus denen sowohl die N-VA als Befürworter für ein unabhängiges Flandern als auch die Sozialisten, die als Verfechter der Einheit gelten, als stärkste Parteien hervorgingen.
Dass sich damit die Regierungsbildung als schwierig oder gar unmöglich erweisen würde, war schon fast vorprogrammiert. Noch ist nicht aller Tage Abend. Der König hat zu Recht das Rücktrittsgesuch von Di Rupo abgelehnt. Gilt dieser doch als ein Politiker, der zu seinem Wort steht und der als einzige zuverlässige Größe einen wie auch immer gearteten Kompromiss erreichen könnte.
Denn welche Alternative bliebe dem König? Einen Bart De Wever mit der Regierungsbildung zu beauftragen, der das Königshaus für überflüssig hält? Wohl kaum! In dieser politischen Zwickmühle muss der König all seine Hoffnungen in die Integrationskraft des Sozialisten Di Rupo stecken. Aber einfacher wird die Aufgabe nicht. 25 Milliarden Euro muss Belgien bis 2015 einsparen, um seine Finanzen zu sanieren.
In Zeiten knapper Kassen ist dies eine gänzlich undankbare Ausgangssituation, die den „Préformateur“ vor eine fast unlösbare Aufgabe stellt. Egal wie – ein neues Finanzierungsmodell muss gefunden werden. Auch in Belgien gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.