30.08.2010 08:48 Uhr, aktualisiert 31.08.2010 11:00 Uhr




 Kommentar
Die richtigen Lehren ziehen
Jakub Adamowicz

Auch fünf Jahre nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ ist New Orleans nicht dieselbe Stadt wie vor dem Wirbelsturm. Zu einschneidend war das Naturereignis. Zu schlecht waren die Behörden und die Einwohner der Jazzmetropole auf die Orkanböen und auf die folgende Krisensituation vorbereitet.

Die unnötig hohe Opferzahl – aufgrund von „Katrina“ starben in den USA 1 800 Menschen – sollte Stadt- und Krisenplanern weltweit eine Warnung sein: Erstens kommt es gerade in hurrikananfälligen Regionen auf eine gute Infrastruktur an. Solide Dämme, Brücken und Häuser sind zwar nicht zum Nulltarif zu haben, machen sich aber bereits beim nächsten Wirbelsturm bezahlt. Zweitens können Hilfs- und Rettungsdienste in Krisensituationen nur dann helfen, wenn sie auf durchdachte, bereits in der Schublade liegende Einsatzpläne zurückgreifen können. Und drittens muss im Falle einer Privatisierung öffentlicher Dienste – das passierte im Vorfeld von „Katrina“ im US-Bundesstaat Louisiana – sichergestellt sein, dass die nun privaten Bildungs- oder Gesundheitsdienstleister weiterhin ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen können.

New Orleans steht für die Erkenntnis, dass auch reiche Staaten bei fundamentalen Aufgaben wie dem Schutz ihrer Bürger versagen können, wenn die Prioritäten falsch gesetzt werden. Dabei muss nicht unbedingt viel Geld verteilt werden. Vielmehr kommt es auf intelligente Investitionen an.

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