Die Kameraden der LSAP laden zum Presselunch. Mit sichtlicher Genugtuung lästern Lux und Bodry über ihren Koalitionspartner. Die CSV solle doch so geschlossen auftreten wie die Sozialistenmenschen, lautet die Bitte. Verkehrte Welten! Einst waren es die Sozialisten, die sich auf dem Marktplatz rauften. Was es mit der Geschlossenheit der Arbeiterpartei auf sich hat, wird sich im Herbst zeigen, wenn Juncker wieder die Index-Frage stellt.
Andy S. holt sich das Gelbe Trikot. „Ich habe einen Plan“, sagt der Liebling der Nation selbstbewusst in die Kameras. Zum Glück, gibt es noch einen, der einen Plan hat. Nach der Tour kann Andy vielleicht gleich in der Politik anheuern.
Im Parlament muss sich François Biltgen so manches zu seinen neuen Studienbeihilfen anhören. Verkehrte Welten! Die Linke will seinen 68er-Paradigmenwechsel nicht gutheißen. Biltgen macht wohl gerade seinen ganz persönlichen Paradigmenwechsel durch. Nahezu stoisch lässt er die Debatte über sich ergehen und braust nicht auf. Nicht mal ein bisschen.
Marie-Josée Jacobs versteht etwas von Pressearbeit. Immerhin lächelt sie einen fast jeden Tag von netten Familienfeiern aus der Zeitung entgegen. Da beschleicht einen schon der Verdacht, die Familienministerin sei heimlich eine Partycrasherin, ein modischer Zeitvertreib, der darin besteht, sich uneingeladen auf fremden Feiern zu amüsieren. Heute gibt Jacobs Pressekonferenzen im Stundentakt. Zuerst über Kooperationshilfe und dann über die Jugend. Tue Gutes und rede darüber. Verkehrte Welten! Die Staatsbeamten stimmen einer Nullrunde zu. Für dieses Jahr. Und dann schauen wir mal weiter. François Biltgen freut sich, dass die CGFP überhaupt wieder mit ihm spricht. Sein Paradigmenwechsel wirkt weiter, er bleibt ganz cool.
Die Regierung soll eine Kampftruppe gegen die Krise sein und kein Hühnerhaufen, sagt der Premier. Und seine eigene Truppe solle mal wieder zur alten Tugend der Geschlossenheit zurückfinden, mahnt Juncker die Christlich-Sozialen. Denn ab Herbst wird durchregiert. Wenn es sein muss im Alleingang. Die Kampftruppe sollte vor dem Ernstfall lieber noch einige Manöver absolvieren.
Alex Bodry darf über den Haushalt 2011 berichten. Das hatte er schon für das Budgetjahr 1988 dürfen. Da stand in Berlin noch die Mauer und der Finanzplatz boomte. Von Luc Frieden redete damals noch niemand. Der darf sich nun auf etwas gefasst machen. Von ideologischer Austeritätspolitik hält der Bürgermeister der Forge du Sud nicht viel und er weiß eh, wann die Krise genau ein Ende haben wird.