(vb) – Schon in vier Monaten soll es losgehen: Dann eröffnet Saturn seinen zweiten Elektrofachmarkt in Luxemburg. Der Standort in der hauptstädtischen Avenue de la Gare ist wesentlich zentraler gelegen als die bestehende Filiale in Esch-Belval.
Noch wird in dem Gebäude der ehemaligen Galerie 45 im Bahnhofsviertel kräftig gebaut. Doch schon in wenigen Wochen soll dort die zweite Saturn-Filiale im Großherzogtum einziehen. Mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Stockwerken und rund 75 Mitarbeitern wird sie sogar ein wenig größer als die Niederlassung in Esch-Belval. Das Haus auf dem Gelände des ehemaligen Nobilis-Komplexes hat zwei Zugänge. Der Haupteingang ist in der Avenue de la Gare, der Nebeneingang in der Rue Fort Neipperg. Ab Ende September soll der Verkauf losgehen, sagt Axel Grünewald, Saturn-Geschäftsführer für Luxemburg.
"Die Planungen für die Filiale im Bahnhofsviertel reichen weiter zurück als die für Esch", erklärt Grünewald. Das Motiv für Saturn war es zunächst, in Luxemburg-Stadt als einer europäischen Hauptstadt vertreten zu sein. Erst nach dieser Entscheidung nahm die deutsche Elektro-Handelskette die Gelegenheit wahr, sich auf den Industriebrachen von Belval anzusiedeln.
Laut Firmenangaben haben die Kunden den ersten Saturn-Markt gut angenommen. Während andere Mieter der Belvalplaza-Gebäude über flaue Geschäfte klagen, scheinen die Umsätze bei Saturn den Erwartungen zu entsprechen. "Wir sind zufrieden", meint Grünewald.
Zwischen den beiden Standorten Esch und Luxemburg-Stadt liegen nur 20 Autominuten. Trotzdem sieht Saturn genug Kundenpotenzial für ein zweites Geschäft. "Luxemburg hat 500 000 Einwohner, dazu kommen noch 150 000 Grenzgänger. Wir gehen davon aus, dass wir mit der Filiale im Bahnhofsviertel ein Potenzial von 600 000 Menschen ansprechen", rechnet Grünewald vor.
Die "Union commerciale de la Ville de Luxembourg" kann dem Einzug von Saturn im Bahnhofsviertel mehrere positive Aspekte abgewinnen. Zum einen erhofft sie sich eine Bereicherung des Angebots im Bahnhofsviertel. "Wir haben eine Zweiteilung der Einkaufsgebiete", erklärt Yves Piron vom städtischen Geschäftsverband. "Während in der Oberstadt exklusive Waren verkauft werden, ist das Angebot am Bahnhof eher populär. Saturn mit seinen hochwertigen Elektroartikeln könnte das Bahnhofsviertel aufwerten."
Ganz generell befürwortet die UCVL, dass sich neue Geschäfte im Kernbereich der Stadt ansiedeln. "Wir haben noch Platz für größere Kaufhäuser in der Innenstadt. Diese ziehen erfahrungsgemäß Kunden an, die auch in anderen Geschäften einkaufen", meint Piron.
Großprojekte wie den geplanten zweiten Auchan im Ban de Gasperich sieht die UCVL dagegen kritisch. Dadurch würde Kundschaft aus der Stadt abgezogen und die Innenstadt-Geschäfte geschwächt, sagt Piron.
Die neuen Filialen von Saturn und Auchan sind nur ein kleiner Mosaikstein im großen Bild. In den nächsten Jahren wird sich die Verkaufsfläche in Luxemburg sprunghaft vergrößern. In den nächsten fünf Jahren soll sie um 170 000 Quadratmeter oder 30 Prozent ansteigen – und darin ist noch nicht das umstrittene Einkaufszentrum Liwingen mit 75 000 Quadratmeter eingerechnet.