(gs) - Auch wenn der Brauch mancherorts in Vergessenheit geraten zu sein scheint, waren sie am Freitag trotzdem noch in vielen Gemeinden unterwegs und machen lautstark auf sich aufmerksam: Die „Klibberjongen“ und „Klibbermeedercher“.
Mit ihren „Klibberen“ – auch Karfreitagsratschen oder Drehratschen, Turmraffeln, Knarren oder hölzerne Klappergeräte genannt – ziehen sie an Karfreitag und Karsamstag morgens, mittags und abends durch Dörfer und Städte und fordern spätestens am Samstag ihren wohlverdienten „Klibberloun“ in Form von Eiern, Schokolade und Geld. Schließlich übernehmen die Messdiener oder die Dorfjugend die Aufgabe der zurzeit verstummten Kirchenglocken und rufen die Gläubigen zum Gebet, sprich kündigen die Gottesdienste an.
Die Kirchenglocken, die seit Gründonnerstag schweigen, sind dem Volksmund zufolge nach Rom geflogen, um in Sankt Peter den Osterjubel anzustimmen und die Osterbeichte abzulegen. Die Tradition des „Klibberen“ selbst geht auf das Mittelalter zurück und steht im Kontext mit den Leprakranken, die mit derartigen Klappern gesunde Mitbürger wegen der Ansteckungsgefahr auf Distanz gehalten haben sollen.
An dieser Stelle sei noch die spezielle Bitte an die Autofahrer gerichtet, am Wochenende Acht auf die durch die Straßen der Ortschaften ziehenden „Klibberkanner“ zu geben.