(vb/FeMo) – Es ist ein Unglück von nationaler Tragweite: Die Statue der "Gëlle Fra" ist bei Renovierungsarbeiten in einer Kunstgießerei bei Mulhouse im Elsass offenbar stark beschädigt worden.
Die Direktion der Gießerei sprach lediglich von einem "bedauerlichen Zwischenfall". Das Unglück passierte im französischen Mulhouse. In der Gießerei, in der ursprünglich ein Negativabguss der Statue angefertigt werden sollte, gaben Aktivisten des französischen Arbeitersyndikats CGT ihrer Wut freien Lauf und beschädigten während eines Warnstreiks die Gëlle Fra schwer. Der Verantwortliche der Gießerei sprach von einem „bedauerlichen Zwischenfall“.
Die Statue sollte in Mulhouse renoviert werden, bevor sie zur Weltausstellung nach Schanghai transportiert wird. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Der Sockel hoch über dem Petrusstal wird also bis auf weiteres leer bleiben.
Wegen des Vorfalls in der Gießerei wird die Luxemburger Regierung noch
im Laufe des Donnerstags zu einer Sondersitzung zusammen kommen. In politischen Kreisen wird auch mit dem Einsetzen eines
Untersuchungsausschusses gerechnet. Mehrere Minister und Beamte sind an Bord des neuen Regierungs-Busses bereits unterwegs ins Elass. Staatsminister Juncker informierte kurz nach Mitternacht den Grossherzog über den Zerfall der Gëlle Fra.
Bereits am frühen Morgen gab es auch ein Treffen der Fraktionschefs der Parteien. Sie einigten sich darauf, vom Verfassen parlamentarischer Fragen abzusehen. Dem Vernehmen nach haben sich die Fraktionen auch damit einverstanden erklärt, dass die Reparatur beziehungsweise das Anfertigen einer neuen "Gëlle Fra" noch vor Donnerstagabend in die Wege geleitet und zum Teil aus Mitteln der Pflegeversicherung finanziert werden soll.