Aktion gegen Gentechnik
26.03.2010 12:59 Uhr, aktualisiert 26.03.2010 15:37 Uhr

Drei Minister unterstützen Greenpeace

Lastwagen der Umweltorganisation fährt quer durch Europa



Foto: Gerry Huberty
Der delegierte Umweltminister Marco Schank hat sich am Freitagmorgen auf dem Lkw von Greenpeace verewigt.



Foto: Gerry Huberty
Das Innere des Lkws bietet großen Komfort: Maurice Losch von Greenpeace, Landwirtschaftsminister Romain Schneider, Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo und der delegierte Umweltminister Marco Schank fühlten sich sichtlich wohl (v.l.n.r.).

(jot) - „Luxemburg sagt Nein zu genmodifizierten Organismen“: Der delegierte Umweltminister Marco Schank schrieb diesen Satz am Freitagmorgen auf einen Greenpeace-Lastwagen auf der Place Clairefontaine. Der Lkw wird in den nächsten Wochen quer durch Europa fahren, um sich gegen Gentechnik einzusetzen.

Auch Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo und Landwirtschaftsminister Romain Schneider unterstützen die Aktion der Umweltorganisation. Dass die Hauptstadt des Großherzogtums Startort der Tour durch Europa ist, hat übrigens Symbolcharakter: „Die Stadt Luxemburg hat sich wie andere 85 Gemeinden in Luxemburg gegen Gentechnik ausgesprochen“, erklärte Maurice Losch, Kampagnenleiter bei Greenpeace.

„Aus Umfragen geht immer wieder hervor, dass die Konsumenten keine genmodifizierten Lebensmittel essen wollen“, so die klare Aussage von Marco Schank. Die Umweltorganisation Greenpeace gibt an, dass rund 83 Prozent der Verbraucher in Luxemburg genmodifizierte Organismen ablehnen.

Negative Konsequenzen für die Umwelt und die Gesundheit

Maurice Losch ging auf die Gefahren von GMOs ein: „Gentechnik ist verantwortlich für den Verlust von Biodiversität. Sie hat auch negative Konsequenzen für die Gesundheit von Mensch und Tier.“ Er wies zudem darauf hin, dass genmodifizierte Organismen sich ungewollt in der Natur ausbreiten.

Der Kampagnenleiter übte scharfe Kritik an der EU-Kommission, die noch Anfang März den Anbau der genmodifizierten Kartoffel Amflora genehmigt hatte: „Sie stellt die Interessen der Industrie über die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt.“

Nachdem der Lkw von Greenpeace sein Endziel in Spanien erreicht hat, will die Umweltorganisation eine Videopetition und eine Unterschriftenliste an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso überreichen, um ihm den Widerstand der Bevölkerung gegen genmodifizierte Organismen noch einmal vor Augen zu führen.

Ihre Meinung zum Thema

( 3 )
  • Paul G. meint:
    29.03.2010, 00:01 Uhr
    ech hun d'Gevill, dass verschidden Politiker net emmer genau wëssen vun waat se schwätzen. engerseits kämpfen se aktif géint Gentechnik (op dat richteg ass oder net mecht jiddereen vir sech aus) an aanererseits liesen ech op der seit vun uni.lu dass d'prioritéit an da recherche an deenen nexte joeren op biotechnologie geluecht waert gin. waat wëllen se dann elo?!
  • N. Gabrielle Capra meint:
    27.03.2010, 23:57 Uhr
    Wat notzt dat wann 3 Ministeren géint d'Gen-Technik sinn an d'Viviane Redéng aner Menung ass oder sech vun der Industrie bretklappe léisst.
    Den Honger an der Welt sollt e mat Kondome bekämpfen, déi enzeg Method déi notzt. Dat wir och klimafréndlech a präventiv géint den Aids.
  • Gerd Müllenheim meint:
    26.03.2010, 21:49 Uhr
    Weltweit sterben viele Menschen den Hungertod.
    Weltweit sind die Ernteverluste durch Schädlinge enorm.
    Die Gentechnik ist eine hervorragende Methode zur
    Schädlingsbekämpfung. Gentechnisch ist es möglich,
    in das Genom einer Nutzpflanze ein Gen zu implantieren,
    das für ein Protein codiert, welches für bestimmte
    Schädlinge, etwa für den Maiszünsler, toxisch ist.

    Transgene Nutzpflanzen sind für den Menschen unschädlich. Vielen Menschen wurde das Leben gerettet durch gentechnisch hergestelltes Humaninsulin.

    Wer die Petition gegen Gentechnik unterschreibt,
    unterschreibt ein Todesurteil für viele hungernde Menschen.

    Anspruchsvolle Technologien haben in Deutschland keine
    Chance im internationalen Wettbewerb. Die Vereinigten Emirate haben doppelt so viel Sonnenschein wie wir. Sie ordern aber keine Solardächer aus Deutschland, sondern Kernkraftwerke aus Südkorea.