wort.lu | Lëtzebuerg | Rettung für Diekircher Brauerei in Sicht
 
Unternehmen
17.03.2010 15:05 Uhr, aktualisiert 17.03.2010 16:39 Uhr

Rettung für Diekircher Brauerei in Sicht

Käufer für bedrohten Standort gefunden



Foto: Guy Jallay
Für die von der Schließung bedrohte Diekircher Brauerei ist die Rettung in Sicht.

(vb) - Für die von der Schließung bedrohte Diekircher Brauerei ist die Rettung in Sicht. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, wird der Standort von einem privaten Investor aufgekauft. Die Arbeitsplätze sollen weitgehend erhalten bleiben.

Wer hinter der "Gruppe von luxemburgischen Privatinvestoren" steckt, ist zurzeit noch ungewiss. Die Käufer wollen Gelände und Gebäude übernehmen. Die Einnahmen aus dem Grundstücksgeschäft will die "Brasserie de Luxembourg", die sich im Besitz des Getränkeriesen InBev befindet, um weiter in die Marken Diekirch und Mousel zu investieren. Es wird also weiterhin Bier in Diekirch gebraut.

Das Konzept sieht vor, dass die Investoren Gelände und Gebäude kaufen und sie anschließend an die Brauerei vermieten. Die Brauanlagen gehören dann immer noch der "Brasserie de Luxembourg". Ausgelagert wird die Logistik, also der Transport der Getränke zu Gaststätten und Supermärkten, für die eine Fremdfirma engagiert werden soll. In diesem Bereich ist wohl ein Stellenabbau unvermeidlich. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten in dieser Abteilung 30 Menschen.

LCGB: Zahlreiche Arbeitsplätze werden wegfallen

Wirtschaftsminister Krecké bestätigte in der Abgeordnetenkammer, dass ein Konsortium Interesse an der Immobilie hat. Krecké sagte, die Arbeitsplätze sollten zum großen Teil erhalten werden. Für Mitarbeiter, deren Stellen abgebaut werden, ist ein "Plan de maintien dans l'emploi" vorgesehen. Er lobte das Verhalten des Personals der Brauerei. Auch in Bedrängnis hätten sie "vorbildlich" weiter gearbeitet, was nicht zuletzt die Unternehmensleitung davon überzeugt hätte, weiterhin in Diekirch zu brauen.

Beim LCGB allerdings ist man nicht davon überzeugt, dass die Umstrukturierungen ohne Arbeitsplatzabbau vonstatten gehen. Gewerkschaftssekretär Carlo Wagner rechnet mit einer Halbierung der Mitarbeiterschaft, wobei einige Beschäftigte in andere Standorte versetzt werden könnten.

Ihre Meinung zum Thema

( 3 )
  • Claude Oswald meint:
    18.03.2010, 09:01 Uhr
    Ech froe mech ob et net esou geet, wéi de Michi Delarue undäit: Kuerzfristeg mecht den INBEV-Konzern eng gutt Affär, wa si den Terrain an d'Gebäilechkeete verkafen a boer Mënz an d'Keess kréien. Dofir produzéiere si einstweile virun.

    Laangfristeg awer gëtt et hinne lästeg an deier, fir all Mount Loyer bezuelen ze mussen ... an da soe si, et géif sech net méi rechnen.

    An deem ganze Monopoly-Spill sinn d'Salariéen déi just hir Aarbechtskraaft unzebidden hunn, déi Domm.
  • tagada gropouet meint:
    17.03.2010, 22:39 Uhr
    Ich bin zwar kein Fan vom LCGB, die Ängste hier sind berechtigt. Umstrukturierungen gehen nie ohne Arbeitsplatzabbau vonstatten. Egal was im Vorfeld versprochen wird ... Es ist aber schön zu lesen dass der potentielle Käufer auch in die Traditionsmarke Mousel investieren will
  • Michi Delarue meint:
    17.03.2010, 20:19 Uhr
    Das bringt dann kurzfristig Geld in die Kassen von INBEV wird auf lange Sicht aber zu teuer und sie werden sich zurückziehen. Dann wird endgültig geschlossen und die Käufer (bestimmt Immobilienfirmen) werden mit Häuser und Wohnungen drauf bauen und mit viel Gewinn verkaufen - wetten?