(vb) - Für die von der Schließung bedrohte Diekircher Brauerei ist die Rettung in Sicht. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, wird der Standort von einem privaten Investor aufgekauft. Die Arbeitsplätze sollen weitgehend erhalten bleiben.
Wer hinter der "Gruppe von luxemburgischen Privatinvestoren" steckt, ist zurzeit noch ungewiss. Die Käufer wollen Gelände und Gebäude übernehmen. Die Einnahmen aus dem Grundstücksgeschäft will die "Brasserie de Luxembourg", die sich im Besitz des Getränkeriesen InBev befindet, um weiter in die Marken Diekirch und Mousel zu investieren. Es wird also weiterhin Bier in Diekirch gebraut.
Das Konzept sieht vor, dass die Investoren Gelände und Gebäude kaufen und sie anschließend an die Brauerei vermieten. Die Brauanlagen gehören dann immer noch der "Brasserie de Luxembourg". Ausgelagert wird die Logistik, also der Transport der Getränke zu Gaststätten und Supermärkten, für die eine Fremdfirma engagiert werden soll. In diesem Bereich ist wohl ein Stellenabbau unvermeidlich. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten in dieser Abteilung 30 Menschen.
Wirtschaftsminister Krecké bestätigte in der Abgeordnetenkammer, dass ein Konsortium Interesse an der Immobilie hat. Krecké sagte, die Arbeitsplätze sollten zum großen Teil erhalten werden. Für Mitarbeiter, deren Stellen abgebaut werden, ist ein "Plan de maintien dans l'emploi" vorgesehen. Er lobte das Verhalten des Personals der Brauerei. Auch in Bedrängnis hätten sie "vorbildlich" weiter gearbeitet, was nicht zuletzt die Unternehmensleitung davon überzeugt hätte, weiterhin in Diekirch zu brauen.
Beim LCGB allerdings ist man nicht davon überzeugt, dass die Umstrukturierungen ohne Arbeitsplatzabbau vonstatten gehen. Gewerkschaftssekretär Carlo Wagner rechnet mit einer Halbierung der Mitarbeiterschaft, wobei einige Beschäftigte in andere Standorte versetzt werden könnten.