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„Ech drénke Krunnewaasser“
17.03.2010 14:49 Uhr, aktualisiert 17.03.2010 15:24 Uhr

Trinkwasserqualität in der Hauptstadt gesichert

„Ultrafiltrieranlage“ in der Pumpstation Birelergund eingeweiht



Foto: Manon Kramp
Nach der Einweihung wurde ein Glas frisch gezapftes Wasser aus der neuen Filteranlage kredenzt.



Foto: Manon Kramp
In 36 Zylindermodulen filtern strohhalmartige Röhrchen das Quellenwasser über Mikroporen.

(mk) - Am 22. März ist der Welttag des Wassers. Doch über sauberes Trinkwasser zu verfügen ist keine Selbstverständlichkeit. Um die Qualität des Wassers in der Hauptstadt und ihrer Umgebung zu sichern, wurde an diesem Mittwoch eine neue Ultrafiltrieranlage in der Pumpstation in Birelergrund bei Sandweiler offiziell in Betrieb genommen.

„Die Ultrafiltrierung ist die sicherste Methode, um alle Viren und Bakterien abzutöten, die sich im Quellenwasser befinden können“, erklärt Nico Pundel, Direktor des städtischen Wasserwerks Luxemburg, das Prinzip der neuen Anlage. Die mechanische Filterung ohne chemische Zusätze ermögliche die Produktion sauberen Trinkwassers von gutem Geschmack und konstant hoher Qualität – dies unabhängig vom Zustand des Rohwassers.

Das aus elf Quellen eingespeiste Wasser im Birelergrund wird zuerst in zwei Rohwasserbehälter gesammelt. Anschließend durchläuft es zwei Blöcke mit jeweils 18 Modulen, wo es durch die porösen Membranen dünner Röhrchen, die wiederum mit Kanälen durchzogen sind, von feinsten Rückständen befreit wird.

Doch nicht nur die Qualität wird optimiert. Auch die Mengenleistung soll von 520.000 auf 800.000 bis 900.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr gesteigert werden. Die Kosten für die noch ausbaubare Anlage beliefen sich auf zwei Millionen Euro. Das Knowhow dazu kam aus Deutschland.

Wasserschutz ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Viviane Loschetter, Umwelschöffin der Stadt Luxemburg, unterstrich die gute Qualität des Leitungswassers in der Hauptstadt. Es sei nicht nötig, sich Trinkwasser in Flaschen zu kaufen. Deshalb habe die Stadt unter dem Motto „Ech drénke Waasser vum Krunn“ eine Kampagne gestartet, damit die Bürger und besonders Kinder den Wert sauberen Wassers schätzen lernen.

Für das abgeschlossene Jahr wurden auf dem Gebiet der Hauptstadt und den angrenzenden Gemeinden Sandweiler und Kopstal sieben Millionen Kubikmeter Wasser geliefert. Rund 58 Prozent davon stammen aus den Quellen aus Birelergrund, Pulvermuhl, Kopstal, Muhlenbach und Dommeldingerberg. Der Rest wird über die Sebes aus dem Wasser des Stausees eingespeist. Die Qualität wird durch ständige Kontrollen in Zusammenarbeit mit dem „Centre de recherche Gabriel Lippmann“ überwacht.

"Umweltbelastungen wie Nitrate aus der Landwirtschaft bereiten noch Probleme", so Loschetter. Die Wiederaufbereitungskosten würden sich auf den Endpreis des Wassers niederschlagen. Ein Kubikmeter Wasser koste derzeit in Luxemburg-Stadt 2,32 Euro.

Projekte des „Service des eaux“ für das Jahr 2010 sind unter anderem der Bau von zwei Wassertürmen auf Cloche d'Or und auf Kirchberg, die Erneuerung verschiedener Quellenfassungen, das Auszeichnen von Wasserschutzzonen oder die Konstruktion einer Pumpstation in „Glasbouren“. In Muhlenbach laufen zurzeit auch die Arbeiten am neuen Verwaltungsgebäude mit seinem technischen Trakt.

Ihre Meinung zum Thema

( 2 )
  • .. Themis meint:
    18.03.2010, 11:28 Uhr
    Daat ganzt fannen ech eng Tip Top Saach, sinn selwer en groussen Amateur vun Krunnewaasser.
    Mais daas ganzt leist awer eng Fro opkommen: Wei reageieren eigenlech d'Diektiounen an den Marketing vun Beckerich an Rosport op sou Campagnen vum Staat, dei em endeffect geint hier Produkter ginn, an op der aanerer Sait wier deen selwecheten bereet eng Brauerei ze retten?
  • Ed. Alfter meint:
    17.03.2010, 15:08 Uhr
    Es ist schön und gut so eine Anlage zu haben aber wie sieht es mit dem Trinkwassernetz aus? Die beste Qualität kann durch ein marodes Trinkwassernetz geschädigt werden. Verunreinigungen in bestehenden Leitungen kann man nur schlecht bis gar nicht bekämpfen. Alleine eine termische Behandlung über längere Zeit könnte hier funktionieren ist aber nicht machbar. Die Komunen sollten einmal Ihre Ergebnisse über die mikrobiologische Qualität ihrer Wässer veröffentlichen ( im Netz damit auch jeder es sieht ) damit der Verbraucher auch sieht was er einkauft. Aber ich glaube dann würde der Eine oder Andere trotzdem lieber auf Mineralwasser, welches auch viel öffters kontrolliert wird wie Trinkwasser vom Hahn, zurückgreifen.