(vb) – Verhärtete Fronten bei der ersten von fünf Tripartite-Sitzungen: Arbeitgeber und Gewerkschaften sind sich bei den Verhandlungen über die Wettbewerbsfähigkeit des Landes kein Stück entgegen gekommen. "Einige Teilnehmer sind noch in Winterstimmung und haben nicht verstanden, dass der Frühling begonnen hat", sagte Premier Juncker nach den Verhandlungen.
Zentraler Streitpunkt beim Thema Wettbewerbsfähigkeit sind die Lohnkosten. Die Unternehmen möchten um jeden Preis vermeiden, dass die Kosten in den nächsten Jahren ungebremst ansteigen. "Wir meinen, dass wir über die Höhe und die Entwicklung der Lohnkosten sprechen sollten", meinte Michel Wurth, Präsident der Arbeitgeberorganisation UEL.
Für die Gewerkschaften sind die Löhne und das Index-System nicht verhandelbar. "Da finden wir keinen Konsens", sagte OGBL-Präsident Jean-Claude Reding klipp und klar. Er kritisierte "die Tonlage des Patronats", das auf der Position beharre "die Löhne müssen runter".
Die Arbeitgeber sehen die Index-Frage eingebettet in das umfassendere Problem der traditionell erhöhten Inflation in Luxemburg. Bei relativer Preisstabilität könne man den Index beibehalten, hieß es von Patronatsseite am Mittwoch. Hier gelte es, als erstes anzusetzen und den Preisauftrieb zu begrenzen.
Die Regierung hält sich nach dem Tripartite-Auftakt zu Gute, erst einmal Einigkeit über die Fakten erzielt zu haben. In vier Vorträgen zeichneten Wirtschaftsexperten ein Bild der gegenwärtigen Lage Luxemburgs. "Unser Ziel ist es, bis 2014 ein ausgeglichenes Gesamtbudget zu erreichen. Dafür müssen Einsparungen her. Ich denke, dass das alle Verhandlungspartner einsehen", sagte Staatsminister Juncker.
Die nächste Tripartite-Sitzung soll Wege zu mehr Beschäftigung und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit finden.