(mt) - Das Parlament verabschiedete am Dienstag einstimmig zwei Motionen, in denen sich die Abgeordneten gegen den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora aussprechen. Ein Schnellschuss der neuen EU-Kommission, bedauerte Gesundheitsminister Di Bartolomeo den unerwarteten Schritt.„Déi Gréng“ hatten die beiden Motionen im Parlament vorgebracht.
Darin empörten sie sich, dass die EU-Kommission über den Kopf der EU-Bürger entscheide, wobei eigentlich eine Mehrheit in Europa gegen genmanipulierte Produkte sei. Im Visier der Grünen steht auch die EU-Kommissarin Viviane Reding, die nicht klar in der EU-Kommission die Meinung Luxemburgs zum Ausdruck gebracht habe. Luxemburg hat sich bislang stets gegen Genmanipulation gewehrt.
Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo sprach sich in der Abgeordnetenkammer angesichts möglicher Risiken für Umwelt und Mensch, die von der Freisetzung genetisch veränderter Organismen ausgehen können, für das Vorsorgeprinzip aus. Amflora, die genmanipulierte Kartoffel, soll also nicht in Luxemburg angebaut werden. Dieses Vorsorgeprinzip hatte die Regierung ebenfalls beim Monsanto-Gen-Mais angewandt, und damals in ihrer Begründung die Argumente Schweizer Experten angeführt, die später von der deutschen Regierung 1:1 übernommen wurden, um den Anbau von Gen-Mais zu verbieten.
Der Minister verkündete ebenfalls, dass die Regierung nach diesem „Schnellschuss der EU-Kommission“ einen Brief an die EU-Kommission schicken werde, um gegen „eine undemokratische Vorgehensweise“ zu protestieren.