wort.lu | Lëtzebuerg | Ein Kulturpass für sozial Schwache
 
Startschuss
15.03.2010 14:54 Uhr

Ein Kulturpass für sozial Schwache

Gratis-Museumsbesuche und Spektakel zum Mini-Preis



Foto: Fotomontage wort.lu
Der Kulturpass soll ein neues Publikum erschließen.

(mk) - „Jeder Bürger hat das Recht, frei am kulturellen Leben teilzunehmen“ heißt es in der allgemeinen Erklärung für Menschenrechte. Und so lautete auch der Tenor zum offiziellen Startschuss der Initiative Kulturpass am Montagmorgen bei der Pressevorstellung. Ob Ausstellungen, Theateraufführungen oder Konzerte: Kultur konsumieren dürfe keine Frage der finanziellen Mittel bleiben, über die ein Mensch verfügt.

„Der Kulturpass soll sozial Schwachen den Zugang zur Kultur und deren Institutionen erleichtern und ihnen helfen, Schwellenängste zu überwinden“, betonte Kulturministerin Octavie Modert. Das drei Jahre langt gereifte Projekt, das sich an Beispiele aus Belgien und Österreich anlehnt, wurde von der gemeinnützigen Vereinigung „Cultur'All“ in Zusammenarbeit mit Partnern aus dem sozialen und kulturellen Bereich ausgearbeitet und von den Ministerien für Kultur und Familie unterstützt.

Der Pass ermöglicht den Gratis-Zugang zu allen teilnehmenden Museen. Tickets für Spektakel wie Theatervorführungen oder Konzerte kosten nur 1,50 Euro, wobei die Anzahl der Plätze begrenzt ist. Zehn soziale Organisationen und 30 Kulturinstitutionen darunter die Philharmonie, das Mudam, die Rockhal oder Kulturhäuser aus dem ganzen Land öffnen zurzeit ihr Angebot.

Persönlicher Pass für ein reiches Kulturangebot

Den Kulturpass anfragen können übrigens alle Bürger, die ein Anrecht auf eine Teuerungszulage haben. Mit dem Beleg für diese Fördergelder wird ihnen auch ein Formular zugesandt. Sie brauchen dieses nur auszufüllen und an die Adresse von Luxembourgticket zurückzuschicken. Die Daten werden anonym behandelt. In den Genuss eines Kulturpasses kommen auch international Schutzsuchende sowie abgewiesene Asylbewerber, die noch im Land geduldet werden. Jedes Mitglied einer Familie erhält seinen persönlichen Pass. Für soziale Vereinigungen gibt es im Rahmen von Gruppenbesuchen auch Gemeinschaftspässe.

„Es herrscht großes Interesse und weit über 100 Pässe wurden bereits beantragt“, erklärte Claudine Bechet-Metz, Präsidentin von "Cultur'All", die ihre Vereinigung als Bindeglied zwischen den sozial Benachteiligten und den Kulturinstitutionen sieht. Menschen aller Gesellschaftsschichten sollten sich als Kulturteilnehmer betrachten. Dies müsste von den Politikern als Grundbedürfnis anerkannt werden.

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