(mig)- Manche Betrügereien sind so offensichtlich, dass es immer noch verwundert, dass Menschen darauf hereinfallen, ob es sich nun um exorbitante Gewinnversprechen per E-Mail, um Mitleid erregende Bittbriefe für vermeintlich Not leidende Menschen oder um verlockende Verkaufsangebote per Telefon handelt. Verbraucherschutzorganisationen warnen am heutigen Weltverbrauchertag vor gängigen und neuen faulen Tricks.
Im Zusammenhang mit dem Weltverbrauchertag wurde der Monat zur Betrugsvorbeugung ausgerufen, der heute beginnt und bis zum 15. April dauert. In Luxemburg informieren und beraten das Europäische Verbraucherzentrum (CEC) und die „Union luxembourgeoise des consommateurs“ (ULC).
Betrug hat viele Gesichter und kommt in den meisten Fällen per Schreiben, per E-Mail oder per Telefon daher. Windige Geschäftemacher machen sich das Internet zunutze und schröpfen mit unlauteren Praktiken ahnungslose und gutgläubige Menschen. Auch das Hausieren ist Betrug und hierzulande verboten. Die beiden Verbraucherschutzorganisationen – das CEC bei grenzüberschreitenden, die ULC bei nationalen Gaunereien – sind der Meinung, dass mit etwas gesundem Menschenverstand und einem gewissen Maß an Vorsicht, das Risiko, hereingelegt zu werden, vermieden werden kann.
Ein Vertreter der ULC sagt diesbezüglich: „Wenn ich an einem Gewinnspiel nicht aktiv teilgenommen habe, kann ich auch nicht gewinnen.“ Man solle nicht alles glauben, was man liest oder hört, nicht alles aufmachen, was man bekommt, und nichts bezahlen, was man nicht bestellt hat. „Wenn Ihnen jemand ein Produkt zuschickt, das Sie nicht angefordert haben, brauchen Sie es auch nicht anzunehmen. Dann soll derjenige, der es Ihnen zugesendet hat, es wieder abholen, Sie werfen es weg oder benutzen es, ohne dafür zu bezahlen.
Sie haben damit nichts zu tun.“ Spams und E-Mails mit unbekanntem Absender soll man ungelesen entfernen. „Auf keinen Fall soll man darauf antworten“, warnt der ULC-Vertreter. Um Bauernfängern nicht auf den Leim zu gehen, ist es wichtig, die Betrugsarten zu kennen. CEC und ULC fordern dazu auf, unlautere Geschäftspraktiken zu melden und nicht zu zögern, Anzeige zu erstatten. So werden den Verbraucherschutzorganisationen immer wieder Spendenaufrufe – sogenannte nigerianische E-Mails und Briefe – gemeldet, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, Geld auf ein fremdes Konto einzuzahlen. „Kaum jemand fällt heute noch auf so etwas herein“, sagt die CEC-Direktorin Karin Basenach, dennoch würden immer noch solche E-Mails und Schreiben kursieren. Beim sogenannten Phishing werden E-Mail-Empfänger aufgefordert, vertrauliche Daten preiszugeben, indem ihnen vorgegaukelt wird, sie seien mit ihrer Bank verbunden. Das CEC warnt Verbraucher auch vor angeblichen Lotteriegewinnen. Insbesondere in Spanien niedergelassene Firmen werben mit Namen renommierter spanischer Lotterien und verlangen von den „Gewinnern“ vorab eine Gebührenzahlung. Erst dann werde der große Gewinn ausgezahlt, was natürlich nie erfolgt.
Dem CEC lagen 2009 etwa 50 Beschwerden von kleinen Betrieben und Vereinigungen vor, die von Betrügern auf hinterhältige Weise zum Kauf einer Werbeanzeige in Branchenführern verleitet wurden, die teilweise gar nicht existierten. Beim Telefonverkauf überwiegt der Schwindel mit Weinsorten, die zu einem überhöhten Preis angeboten werden. Telefonwerbung ist in Luxemburg grundsätzlich erlaubt, setzt aber die Zustimmung der Verbraucher voraus.
| Nützliche Verbrauchertipps |
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| Bei leichten Gewinnen, selbstlosen Angeboten und unentgeltlichen Dienstleistungen sehr misstrauisch sein. |
| Immer die Identität des Gesprächspartners überprüfen. |
| Sich nicht auf Gespräche mit Fremden einlassen, die einem etwas andrehen wollen. |
| Nicht sofort unterschreiben und Dokumente genau durchlesen. |
| Nie vertrauliche Daten preisgeben. |
| Sich Zeit nehmen zum Überlegen. Je größer der Druck des Verkäufers, desto fauler das Geschäft. |
| Sich nicht zu Bestellungen hinreißen oder auf Hausierer einlassen. |
| Nicht zögern, Betrügereien der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten. |
| Gaunereien und Betrugsversuche bekannt machen, im privaten und beruflichen Umfeld. |