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Bereich Mikrofinanz
12.03.2010 09:07 Uhr

Armut rentabel bekämpfen

Privatanleger können bis 31. März Anteile für 100 Euro je Aktie zeichnen



Foto: Anouk Antony
„Primäres Ziel des Fonds ist Entwicklungshilfe und nicht die Rendite“, so Marc Elvinger, stellv. Verwaltungsratspräsident des Fonds.

(aho) - Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Bereich Mikrofinanz zu stärken, um zum einen neue Instrumente für die Entwicklungshilfe zu schaffen und zum anderen eine Nische am Finanzplatz zu fördern. Ein Ergebnis dieser Bemühungen ist der „Luxembourg Microfinance and Development Fund“ (LMDF), der am Donnerstag offiziell gestartet wurde.

Es handelt sich um einen Fonds, bei dem erstmals ein breites Bündnis zwischen der öffentlichen Hand und dem Privatsektor geschlossen wird. Der Mikrofinanzfonds steht auch Privatpersonen offen, die einen rentablen Beitrag zur Armutsbekämpfung in der Welt leisten wollen.

Das Paradebeispiel für einen erfolgreichen Mikrofinanzfonds bilde der zwischen der Regierung und der Organisation „Appui au développement autonome“ (ADA) im Jahr 2000 gegründete Fonds. Dieser habe über 26 Mikrofinanzinstitutionen in elf Ländern rund 860 000 Kleinstfirmen unterstützt – ohne Ausfälle, wie Kooperationsministerin Marie-Josée Jacobs betonte. Der Fonds werde jetzt aufgelöst und der Beitrag des Luxemburger Staates in Höhe von 1,25 Millionen Euro auf den neuen LMDF übertragen. Zusätzlich investiere die Regierung in den kommenden vier Jahren weitere 500 000 Euro in den Fonds. Ziel sei es, innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre auf ein Fondsvolumen von 25 Millionen Euro zu kommen, so die Ministerin.

Ziel früher erreichen

Dieses Ziel könnte auch früher erreicht sein. Der LMDF, dessen offizielle Gründung im Oktober 2009 war, verfüge bereits über ein Volumen von 17 Millionen Euro vor allem in Form von Zusagen institutioneller Investoren, erklärte Marc Elvinger, stellvertretender Präsident des achtköpfigen Verwaltungsrats des Fonds. Zu diesem Investorenkreis gehören die vielen Partner aus dem Finanzbereich, neben den lokal aktiven Banken auch Versicherungen. Die bis zur Zielgröße von 25 Millionen Euro noch fehlenden acht Millionen Euro sollen die Privatanleger beisteuern.

Sie haben die Möglichkeit, noch bis zum 31. März Anteile zum Preis von 100 Euro zu erwerben. Dann wird der erste Nettoinventarwert des Fonds ermittelt, was dann regelmäßig vierteljährlich erfolgt ebenso wie mögliche weitere Zeichnungen und Rücknahmen. Ob die Banken, wo Fondsanteile gezeichnet werden können, einen Ausgabeaufschlag erheben, ist den Geldinstituten selbst überlassen. Die „Spuerkeess“, die auch Depotbank des Fonds ist, verzichtet nach eigenen Angaben auf einen Aufschlag. Niedrige Kosten gehören zur Philosophie des Fonds, der zwar eine Rendite auf Niveau eines Inflationsausgleichs anvisiert, dessen primäres Ziel aber eindeutig die Entwicklungshilfe ist. „Die Aussicht auf Rendite ist nur Mittel zum Zweck, um Interesse bei Privatanlegern zu wecken“, so Elvinger. Als Mindestziel gelte jedoch der Kapitalerhalt. Die Anlageentscheidungen trifft der Verwaltungsrat.

Die ADA tritt als Anlageberater auf. Der LMDF wolle die breite Öffentlichkeit in die Armutsbekämpfung einbinden, so Elvinger weiter. Durch die Ausgabe von Fondsanteilen an Privatanleger solle nicht nur das Fondsvolumen erweitert, sondern auch ein individuelles Engagement gefördert werden und das mit Aussicht auf Rendite. Der Fonds selbst werde keine Mikrokredite vergeben oder Mikro-Versicherungen ausstellen. Vielmehr werden kleine Mikrofinanzinstitutionen in der 3. Welt, die selbst nur eingeschränkten Zugang zu Geldgebern haben, mit langfristigen Krediten, Garantien und Eigenkapital versorgt, sagte Elvinger.

Staat übernimmt Kreditrisiko

Wie bei jeder Investition besteht auch bei der Geldanlage in Mikrofinanzfonds ein Risiko. Bei dem LMDF wird das Kreditrrisiko für Privatinvestoren jedoch vom Staat abgedeckt, der zusammen mit der ADA eine eigene Aktienklasse hält (A-Papiere). Die institutionellen Investoren halten B-Aktien, die für ein Mehr an Risiko auch ein etwas Mehr an Rendite erhalten sollen. Die neuen C-Aktien können von Privatpersonen gezeichnet werden. Die Fondsgröße ist nicht gedeckelt.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • benny boudia meint:
    13.03.2010, 01:34 Uhr
    oder vläit mol an d'Fomel-1 Sue stiechen oder an de Foussball, do kann ee big business maachen, an dono d'Suen un déi Leit ausdeelen, déi es net sou vill hunn, obwuel, bei Live AID do kruten d'Suen zum Schluss Rebelle fir Waffen ze kafen. wat eng welt,
    bis dann, benny b