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Kritik am Unterrichtsministerium
11.03.2010 17:56 Uhr, aktualisiert 11.03.2010 18:17 Uhr

Immer mehr Lehrbeauftragte, immer weniger ausgebildete Lehrer

SEW fordert ein Umdenken in der Einstellungspolitik



Foto: Shutterstock
In Luxemburg werden der Lehrergewerkschaft SEW zufolge nur vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung investiert.

(jot) - Die Verantwortlichen des Syndikats Erziehung und Wissenschaft des OGBL fordern ein Umdenken in der Einstellungspolitik des Unterrichtsministeriums. „Es gibt einen Mangel an ausgebildeten Gymnasiallehrern“, kritisierte SEW-Vizepräsident Guy Foetz. Rund 22 Prozent der Schulstunden würden von Lehrbeauftragten gehalten, die teilweise keine pädagogische Ausbildung haben. Guy Foetz spricht sich in diesem Zusammenhang unter anderem für weniger Prüfungen im Einstellungsexamen für Gymnasiallehrer aus.

Auch die geplante Reform des „stage pédagogique“ kann das SEW nicht begrüßen. Die Kandidaten müssten in Zukunft noch mehr Unterrichtsstunden halten und würden zugleich weniger betreut. Von einer Entlastung der angehenden Lehrer könne also keine Rede sein. Die Lehrergewerkschaft wirft dem Unterrichtsministerium Beratungsresistenz vor. „Es ist, als würde man gegen den Wind reden“, betonte Guy Foetz.

"Die Kinder stehen unter ständiger Beobachtung"

In Bezug auf die Situation in den Grundschulen sparte das Syndikat ebenfalls nicht mit Kritik. „Dramatisch viele Schulstunden fallen aus, weil bei einer Erkrankung der Lehrer oft kein Ersatzpersonal zur Verfügung steht“, erklärte SEW-Präsidentin Monique Adam.

Die Bewertung der Schüler nach Kompetenzen habe auch einen negativen Aspekt: „Die Kinder stehen unter ständiger Beobachtung“, so Adam. Die Lehrkräfte würden sehr viel Energie aufbringen, um die Kinder schriftlich zu bewerten. Positiv an der Schulreform hebt man aber hervor, dass mittlerweile ein besserer Austausch zwischen den Lehrern stattfindet.

Mehr in die Bildung investieren

Im Allgemeinen findet das Syndikat Erziehung und Wissenschaft des OGBL, dass in Luxemburg der Bildung ein größerer Stellenwert beizumessen sei: „Nur vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden in Bildung investiert“, unterstrich Guy Foetz. In anderen Ländern wie beispielsweise Schweden und Finnland wären es immerhin neun Prozent.

Ihre Meinung zum Thema

( 4 )
  • Nadine Badri meint:
    12.03.2010, 11:57 Uhr
    Déi aus deenen décken Haiser kréien dach souwisou eng anständeg Plaatz. Déi kënne sech scho souwisou zu Lycéeszaiten méi erlaaben wéi dem normale Biirger séng Kanner.
  • Phil Hill meint:
    12.03.2010, 10:43 Uhr
    Ech wär mol gespaant op eng Statistik, wéivill Stonnen genau am Lycée vun Chargéen an op Iwwerstonnen géifen faalen an wéivill "vollwärteg" Proffenplaazen dat wäeren ( an och nach opgedeelt op déi verschidden Branchen)

    An als zweeten Punkt misst dann och gesoot gin, wéivill Kandidaten beim Proffeconcours genuch Punkten hun awer nët ugeholl gin well se nët "en rang utile" waren (natiirlech och nees branchenweis getrennt)

    Well et kann dach nët sin, dass op der enger Sait d'Leit Kritèren erfellen fir Proff ze gin an op der aanerer Sait Leit "aushellefen" fir dassen d'Schoulstonnen gefëllt gin.
  • Antoine Muller meint:
    12.03.2010, 10:00 Uhr
    @ Tom Schmeler:

    Dir hutt d'Situatioun zu 100% richteg zusumme gefaasst!!!!
  • Tom Schmeler meint:
    12.03.2010, 08:03 Uhr
    Dei potentiell Kandidaten gin net an den Stage geloos mais dierfen awer normal Stonnen haalen wei dei richteg "Prof'n". Elterenversammlung, Problemfaell,Pruefungen firbereeden(selwer) an haalen,
    alles ganz normal sou wei en Groussen. Kaschten maan se awer just ronn 50% dovun, et as jo emmer gudd wann een kann den Spuckes mat enger Schicht vun den Leit kann machen.
    An well daat sou schein as kann een daat jo puer Joer maachen, bis d'Leit vun alleng opgin. Gin der jo genuch dei fir dei 50% kommen, oder souguer bleiwen.

    An wann dann erem en Stage Examen as, an een fir dei X'ten do hin geet, get een alt erem mat 0.25 Punkten ze mann durch geheit, well een anscheinend net gudd genuch as!!
    Komesch et huet een en Master an sengem Fach mais et kaan een op eemol z.B keng Grammatik,Iwwersetzung oder Dissert mei?
    Dass d'Kanner evtl souguer besser eweg kommen wei bei engem richtegen Prof dovun schwetzt keen, well schliesslech sin dei Jonk emmer mei motiviert an wellen jo och endlech an engem gudden Liischt an den Stage. Waat eng Farce, mais am selwechten Otemzuch bleiwen awer X Staageplaatzen onbesaat!

    Komescherweis sin awer dei delweis bessen mei ennerbeliischt dei Connections hun an wou hieren Familliennumm schon verankert as als eischt am Stage, obwuel et een Examanen as.

    Honi soit qui mal y pense.