(str) - Polizeiarbeit in Luxemburg kann als regelrechte Belastung empfunden werden. Unvorteilhafte Gesetzestexte, die auf einem gewissen Misstrauen der Sicherheitskräfte gegenüber beruhen und eine Vorverurteilung von Polizeibeamten und ihren Taten säen Zweifel unter den Polizisten.
Das schreibt die Vereinigung der Polizeibeamten des höheren Dienstes (ACSP) am Donnerstag in einer Pressemeldung im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen vergangene Woche in der Nähe von Arlon.
Viel sei in der Öffentlichkeit über den dramatischen Zwischenfall in der Nacht vom 2. auf den 3. März diskutiert worden – insbesondere über den Waffengebrauch der Polizisten. Einzelne Presseorgane hätten sogar Zweifel an den Aussagen der belgischen Staatsanwaltschaft geäußert, beklagt die ACSP. Staatsanwalt Serge Lipszyc hatte bereits am Tag nach den Schüssen gegenüber der Presse unterstrichen, es gebe nicht den geringsten Ansatz, um an einer Notwehrhandlung der Polizisten zu zweifeln.
Gegenüber der belgischen Tageszeitung „L'Avenir“ hatte ein Polizist aus Arlon anonym ausgesagt, dass ein Polizist eher in der Ausübung seines Dienstes getötet oder verletzt würde, als dass ihm das Recht zustehe, zurückzuschlagen. „Müssen wir wirklich soweit kommen, bis die Verbissenheit einzelner Medien aufhört und erneut Gesetze zu Gunsten der Polizeiarbeit gestimmt werden“, schreibt die „Association du Cadre Supérieur de la Police“.
Polizist in Luxemburg zu sein, sei weder eine Chance noch eine Bürde. Die alltägliche Polizeiarbeit sei dennoch sehr delikat. Entscheidungen müssten oft binnen Bruchteilen von Sekunden gefällt werden – dies in Situationen, die sehr schwere Folgen für die Polizeibeamten und deren Familien haben können.
Dennoch sei der Polizeiberuf eine sehr spannende Aufgabe - gehe es doch dabei darum einen Dienst am Bürger und an der Gesellschaft zu leisten. Deshalb müsse dringend darauf geachtet werde, dass das Gleichgewicht nicht eines Tages kippe und sich der Beruf zu einer tagtäglichen Bürde entwickle. Sicherheit betreffe schließlich jeden.