(vb) – Nach dem hauptstädtischen Schöffenrat meldet auch der Geschäftsverband Skepsis gegenüber dem Einkaufszentrum in Liwingen an. Das Projekt würde die Verkaufsflächen im Land enorm ansteigen lassen, meint die clc und befürchtet, dass bestehende Einkaufszentren ausbluten.
Am Mittwoch waren weitere Einzelheiten zu dem Outlet-Center Liwingen mit angegliedertem Fußballstadion bekannt geworden. Der private Investor will 500 Millionen Euro in den Standort an der Düdelinger Autobahn investieren. Das Einkaufszentrum umfasst einen Baumarkt, ein Outlet-Center und ein großes Sportgeschäft und soll mit 75 000 Quadratmetern Verkaufsfläche so groß werden wie die "Belle Etoile" und Auchan Kirchberg zusammen.
Dagegen regt sich beim Handelsverband clc Widerstand. "Zurzeit stehen im Großherzogtum Einkaufsmärkte mit 170 000 Quadratmetern kurz vor dem Bau. Dazu kommt noch der Auchan im Ban de Gasperich. Fünf Minuten davon entfernt soll jetzt noch Liwingen dazu kommen. In kurzer Zeit erhöhen sich die Verkaufsflächen des Landes um 30 Prozent – das kann nicht gutgehen", meint Yves Gordet, Vizepräsident der clc, im Interview mit Radio DNR. "Das Projekt in Liwingen ist so groß wie sieben Fußballfelder. Wie kann man so ein Mega-Projekt aus dem Nichts ins Land setzen?", fragt Gordet.
Die clc fordert vom Mittelstandsministerium ein umfassendes Konzept über die Entwicklung des Einzelhandels bis 2020. Die Studie solle die Nachfrage der Kunden und die Stellung Luxemburgs innerhalb der Großregion beleuchten.
Der hauptstädtische Bürgermeister Paul Helminger hatte gestern eine Rechnung über die Rentabilität der geplanten Einkaufsflächen aufgemacht. Um die derzeit geplanten Geschäfte auszulasten, müsste die Kaufkraft in Luxemburg schon um 170 Prozent steigen. Mit dem Projekt Liwingen erhöhe sich dieser Wert auf 200 Prozent. Zudem würde der innerstädtische Handel ausbluten, meinte Helminger.
Wirtschaftsminister Jeannot Krecké begrüßte den Mut des privaten Investors. Er geht davon aus, dass in Liwingen 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden und jährlich 100 Millionen zusätzliche Mehrwertsteuer-Einnahmen generieren.