(raz) - Der hauptstädtische Schöffenrat hat am Mittwoch das Projekt eines Einkaufszentrums am geplanten neuen Fußballstadion in Liwingen heftig kritisiert. Wirtschaftsminister Jeannot Krecké wies gegenüber dem „Luxemburger Wort“ die Kritik zurück und betonte, dass das Projekt im Regierungsprogramm verankert sei.
Nach dem Abschied vom Projekt eines Einkaufszentrums in Wickringen seien etwa 15 Standorte untersucht worden, wo ein Stadion gebaut werden könnte – mit privater Finanzierung, so dass es den Staat kein Geld kostet. Liwingen sei für eine Kombination aus Outlet-Center (ein solches sei im „plan sectoriel“ für Aktivitätszonen vorgesehen) und Stadion ausgewählt worden, weil es dort eine Autobahnanbindung gebe, aber auch eine Zuganbindung (nach dem dreispurigen Ausbau der Zugstrecke Bettemburg-Luxemburg gebe es eine Haltestelle gleich beim Stadion), und die Besitzverhältnisse der Terrains einfach seien. Der Standort sei kompatibel mit allen sektoriellen Plänen der Landesplanung – er liege zwar am Rand einer Grünzone, aber nicht darin. Der Ausbau der Autobahn auf drei Spuren und die Vergrößerung der Autobahnauffahrten seien bereits lange zuvor geplant gewesen.
Das Stadion muss sich ganz durch das Einkaufszentrum finanzieren. Krecké begrüßte, dass ein Promotor bereit sei, das Risiko einzugehen und 500 Millionen Euro zu investieren. Krecké selbst sei dauernd auf der Suche nach Investoren, die in Luxemburg dringend benötigte neue Arbeitsplätze schaffen. „Und hier können 2 000 Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Auch werde das Zentrum für Mehrwertsteuereinnahmen in Höhe von 150 Millionen Euro auf dem Invest und weitere 100 Millionen Euro pro Jahr sorgen. Selbstverständlich müsse sich der Promotor an den Kosten für die Zubringerstraße beteiligen – wie in allen Aktivitätszonen üblich.
Der Wirtschaftsminister weist darauf hin, dass die Luxemburger jedes Jahr etwa eine Milliarde Euro im Ausland ausgeben. „Sehen Sie sich die Zahl der Autos mit Luxemburger Kennzeichen beim Outlet Center in Zweibrücken an“, so Krecké. In Liwingen werde ein vergleichbares Outlet Center geschaffen. Auch das übrige Angebot soll so weit wie möglich komplementar sein.
Der Masterplan, der von einer interministeriellen Arbeitsgruppe ausgearbeitet wird, soll Anfang April fertig sein. Anschließend wird das Projekt in Form eines Teilbebauungsplanes (PAP) weiter vorangetrieben.