(str) - Nicht wie bisher bekannt nur einmal, sondern insgesamt sechs Mal haben Luxemburger Polizisten auf der belgischen Autobahn E411 auf zwei flüchtende Einbrecher geschossen. Das berichtet die Tageszeitung “L'Avenir” in ihrer Mittwochsausgabe. Eine Kugel traf dabei einen 32-jährigen Täter tödlich. Bei den Schützen handele es sich um drei Polizisten des Einsatzzentrums Redingen an der Attert, schreibt die Zeitung weiter.
Als die beiden Einbrecher auf der Autobahn E411 von den Luxemburger Polizisten eingeholt wurden, hätten sie noch immer Sturmhauben getragen. Die Polizisten hätten die flüchtenden Täter aufgefordert, sich zu ergeben und auch vor einem Schusswaffengebrauch gewarnt. Doch diese hätten keinerlei Reaktion gezeigt.
Als einer der Täter zu seinem Gürtel gegriffen habe, hätten sich die Polizisten laut “L'Avenir” bedroht gefühlt und ein Beamter hätte das Feuer eröffnet. Dabei seien insgesamt sechs Schüsse abgefeuert worden.
Einer der Täter, Tanguy I, sei dabei zu Boden gesunken. Die Polizisten haben dem Bericht zufolge ausgesagt, sie seien der festen Überzeugung gewesen, dass der Flüchtende zwar verletzt, aber noch immer am Leben gewesen sei. Sie hätten ihm daher auch zuerst Handschellen anlegen wollen, bevor sie die Rettungsdienste benachrichtigt hätten.
Für die Staatsanwaltschaft aus Arlon gebe es auch nach der Tatrekonstruktion am Montagabend keinen Zweifel an einer Notwehrhandlung der Luxemburger Polizisten, schreibt “L'Avenir” weiter. Zu der Schusswaffe, die am Morgen nach der Tat wenige Meter vom Tatort entfernt sichergestellt wurde, machte der Staatsanwalt indes keine Angaben.
Die Staatsanwaltschaft aus Diekirch habe allerdings ein Rechtshilfeersuchen an ihre Amtskollegen aus Nivelles gerichtet. Der zweite Täter, der sich immer noch auf der Flucht befindet, ist in der Provinz Wallonisch-Brabant gemeldet.