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Kritik am geplanten Einkaufszentrum in Liwingen
10.03.2010 11:42 Uhr, aktualisiert 10.03.2010 17:25 Uhr

Hauptstädtischer Schöffenrat: "Auch der Staat wird zahlen"

Verkehrsinfrastruktur muss ausgebaut werden



Foto: FLF
Der geplante Bau eines Einkaufszentrums in Liwingen ist dem hauptstädtischen Schöffenrat ein Dorn im Auge.

(jot) - Der hauptstädtische Schöffenrat hat am Mittwochmorgen kein gutes Haar am Projekt Liwingen gelassen. Das geplante Einkaufszentrum mit rund 75.000 Quadratmetern Verkaufsfläche stelle eine Bedrohung für den Einzelhandel in der Hauptstadt und im Süden des Landes dar. Der Wunsch vieler Fußballfans nach einem neuen nationalen Stadion würde als Druckmittel missbraucht, um das Projekt auf Biegen und Brechen umzusetzen.

François Bausch geht davon aus, dass im Zuge des Projektes auch die Autobahn A3 in Richtung Düdelingen auf drei Spuren ausgebaut wird. Der Staat habe nämlich eine Verkehrsstudie bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben, deren Resultate noch nicht veröffentlicht wurden. Der Mobilitätsschöffe sprach von einem dreistelligen Millionenbetrag, den der Staat seiner Meinung nach in das Projekt stecken werde.

"Staat muss seine Prioritäten anders setzen"

„Es stimmt nicht, dass nur ein privater Investor (Anmerkung der Redaktion: Flavio Becca) für das Projekt aufkommt“, so die klare Aussage von Bausch. Er fragt sich, ob der Staat in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten seine Prioritäten nicht anders setzen müsse. Er wies darauf hin, dass zu hohe Staatsausgaben auch einen Einfluss auf die Gemeindefinanzen haben.

Bürgermeister Paul Helminger stellte klar, dass der Schöffenrat den Bau eines nationalen Fußballstadions begrüßt: „Wir halten dies für eine gute Idee. Das Stade Josy Barthel ist einfach veraltet.“ Es gelte jedoch, das Projekt Liwingen unabhängig vom Bau eines nationalen Fußballstadions zu bewerten. Helminger ist der Ansicht, dass bei weitem nicht genug Kaufkraft in Luxemburg vorhanden ist, um den Bau eines weiteren riesigen Einkaufszentrums zu rechtfertigen.

Nationales Fußballstadion in Esch/Alzette?

Wohin mit dem nationalen Fußballstadion, wenn nicht nach Liwingen? François Bausch schlug am Mittwochmorgen vor, das Stadion in Esch/Alzette zu bauen. Die beiden Escher Vereine Fola und Jeunesse würden ja bereits eine gemeinsame Spielstätte planen.

Ihre Meinung zum Thema

( 11 )
  • Rainer Fickers meint:
    11.03.2010, 22:41 Uhr
    @M.L.: D'Lëtzebuerger kënnen sech jo do mellen... mais dat mecht keen, souguer wann e nëmmen 10 km misst fueren. Selwer schold...
  • M. L. meint:
    11.03.2010, 07:59 Uhr
    Laut Minister sollen 2000 Arbeschtplatzen geschaaft gin !!!
    Wei eng?, an zwar lauter deier zum mindestloun wou net vun enger persoun aus dem Letzeburger arbeschtsmarkt besaat get sondern , vun leit dei mussen vun 20 - 100 km aus dem norden vun Frankreich kommen ! Einfach top
  • Jang Blanne meint:
    10.03.2010, 21:39 Uhr
    Ouni fir oder géingt de Projet zou Léiweng ze sinn, well ech mer bis elo keng richteg an neutral Meenung konnt driwwer maachen, hei mäin Kommentar iwwert d'Interventioun vun deenen Hären:

    Wat een Aarmut!

    Selwer näischt op der Lee, mä iwwer déi aner Mënschen hierfalen déi probéieren eppes ze beweegen!

    Hei nëmmen e Beispill: Selwer plangen se un sou onnëtz an katastrophal Projet'en wéi een Tram! E Projet deen d'Staat an de gréisste Kaos stierze wäert, an ons landesplaneresch kee Jota weider wäert bréngen.

    Nëmme gutt dass mer am Moment eidel Keesen hunn! Soss géinge mer blannemännerches mam Tram a Verkéiers-Kaos-Mauer rennen.

    Sou gesinn kann eng Krise och eppes Guddes hunn. Iwwerhaapt ass ze hoffen dass onst Land net nëmme finanziell mat engem bloen A ewech kënnt (an dat sollt elo keng politescht Wuertspillerei gewiescht sinn), mä vläicht bréngt d'Krise et jo och nach fäerdeg ons politesch Klass rëm un denken ze kréien...

    An deem Sënn.

    Alles guddes Lëtzebuerg.
  • M. Theis meint:
    10.03.2010, 16:46 Uhr
    Mir scheint die Politik kann schon seit langem nicht mehr zwischen sinnvollen und sinnlosen Projekten (Stadion mit Einkaufszentrum) unterscheiden!
  • Pit Sylvestrie meint:
    10.03.2010, 16:23 Uhr
    Seit 20 Jahren wird in der Stadt Luxemburg munter von Stadtentwicklung geträumt, konkrete Projekte wie die 'Porte de Hollerich', 'Luxemburg Central', das 'Ban de Gasperich', die Umgestaltung der Place de l'Etoile oder der einst gross an angekündigte Wohnungsbau auf Kirchberg werden aber nur schleppend vorangetrieben. Könnte es sein dass mit der scharfen Kritik an dem Projekt in Livingen eigentlich nur der eigene Neid gegenüber dem Tatendrang anderer zum Ausdruck gebracht wird? Hätte sich der Schöffenrat der Stadt Luxemburg über die Jahre hinweg um eine gesunde, unserem Wirtschaftswachstum entsprechende Stadtentwicklung gekümmert, gäbe es auf der grünen Wiese viel weniger Bedarf an grossen Einkaufszentren und Schlafsiedlungen!
  • Nemo Impune meint:
    10.03.2010, 15:57 Uhr
    Et ass jo kloer dass deen Shoppingzenter dem Här Helminger net gefällt. Dat ass jo erem eng weider Konkurrenz fir seng geplangten Shoppingmalls um Aldringer, ob der Stäreplaatz a virun allem zum Auchan zu Gasperech.
  • Arbeit machtSpass meint:
    10.03.2010, 15:41 Uhr
    Hätte mer net besser emol attraktiv Geschäfter - sprech eng méi grouss Vielfalt - an der Staat selwer unzebidden. Wann een net grad Bijouen oder Poschen kafen well brauch een eigentlech net an d'Staat ze fueren.

    Normalerweis baut een eppes wann een et brauch. Fir e Fussballstadion an der do Form brauche mer also als
    éischt emol en reellen Besoin. D'Afrikaner hun jo och net einfach emol Stadien gebaut, se machen dat elo well se der brauchen (woubäi sech d'Fro stellt wat se no der WM dermatt machen). Mir sollten also emol kucken dass mer virbäi kennen mattspillen, dann hunn mer nach emmer Zäit e Stadion ze bauen.

    Dat do gett dach dat selwecht wéi Coque: eng Sportstätte déi virunsech hinmuscht, heinsdo fir deiert Geld verlount gett an fir de Rescht e puer Geschäftsreim déi all 6-12 Méint nei verlount ginn. Belval lässt grüssen...
  • Hans Schmid meint:
    10.03.2010, 14:17 Uhr
    Die INS-Aussenanlage in Cents ist auch nicht gerade ausgelastet (im Gegenteil) und ausserdem kann man ja in einem Stadion auch noch andere Sportarten praktizieren.
  • Jay Anders meint:
    10.03.2010, 14:09 Uhr
    Unser Land wird schon bald kein Steuerparadies mehr sein, also warum nicht ein Vergnügungsparadies. Da wir ja eigentlich hier im Land alles haben was wir so brauchen können wir mit den neuen Einkaufszentren, Stadien, Museen viele Ausländer anziehen. Vielleicht noch hier und da ein Casino oder noch ein Schwimmbad ....aber ansonsten sagen wir den Griechen sie sollten sparen !
  • M. L. meint:
    10.03.2010, 13:26 Uhr
    Akafzenteren hun mir genuch !
    Stadien mei wei genug !
    Virwaat daat ganzt ! Zu Steenbrecken wollt deen Ankaffzenter och keen !

    Mei waat seet dann den Staater Geschäftsverbandoder Schäffenrod zum nei geplanktenene Auchan zu Gasperech ????
  • Christoph Kühnemund meint:
    10.03.2010, 11:58 Uhr
    zum Fussball gucken brauch ich kein Einkaufszentrum. Grosse Shoppingzentren gibts mehr als genug. Insofern verstehe ich die Kritik. Aber ein neues Stadion sollte schon her. Egal ob in Livange oder anderswo.