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Hochofenanlage Belval
10.03.2010 10:19 Uhr, aktualisiert 10.03.2010 10:31 Uhr

Zentrum für Industriekultur in der Gebläsehalle?

Gesetzesprojekt 6065 zur Restaurierung der Hochöfen

Von Nathalie Rovatti


Foto: Claude Piscitelli
Rechts im Bild die Gebläsehalle, die als Alternativstandort für das „Centre national de la culture industrielle“ gehandelt wird.



Foto: Claude Piscitelli
Zutritt verboten: Die Hochöfen A und B sind heute eher Schandfleck als Industriedenkmal in Belval.

An diesem Mittwoch kommt die parlamentarische Kommission für Nachhaltigkeit zusammen. Eines der Themen, die behandelt werden könnten, ist das Gesetzesprojekt 6065 zur Schaffung des „Centre national de la culture industrielle“, kurz CNCI genannt, an der Hochofenanlage von Belval.

Das „Luxemburger Wort“ unterhielt sich mit Marc Spautz, dem Berichterstatter des Hochofengesetzes 6065, über den Stand der Dinge. Denn schenkt man kritischen Stimmen aus Abgeordnetenkreisen Gehör, so scheint es, dass im Gegensatz zu 1996, als alle Parlamentarier sich für den Erhalt der Öfen aussprachen, sie heute nicht mehr uneingeschränkt hinter dem Vorhaben stehen, das Industriedenkmal in Belval zu bewahren.

„Das Projekt der Renovierung der Hochöfen muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Ob jetzt im Rahmen der Sparmaßnahmen der Regierung mit dem CNCI, oder ohne, darüber lässt sich diskutieren“, meint Marc Spautz.

Ein erstes Gesetz zur Erstellung von Studien und ersten Vorarbeiten im Hinblick auf nicht nur den Erhalt der Hochöfen, sondern auch auf die Schaffung eines CNCI, wurde im Oktober 2003 mehrheitlich auf Krautmarkt verabschiedet. „Das ist mittlerweile sieben Jahre her. Die Hochöfen verfallen von Tag zu Tag mehr, was auch die Instandsetzungskosten in die Höhe treibt. Jetzt ist es Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, zumal aus der ersten Stellungnahme des Staatsrats zum Gesetz 6065 keine formelle Opposition hervorgeht“, so Marc Spautz. Am 30. August 2009 hatte Minister Claude Wiseler den Gesetzentwurf 6065 im Parlament hinterlegt.

Splitting denkbar

Die Erhaltung der Hochofenanlage ist mit 25 Millionen Euro veranschlagt, der Bau des CNCI soll etwas mehr als 14 Millionen Euro kosten. Laut Marc Spautz wäre ein Splitting der Gesetzesvorlage 6065 denkbar: nämlich in einer ersten Phase nur die Öfen instand zu setzen und das CNCI in seiner vorgesehenen Form vorerst auf Eis zu legen.

„Dabei kann man auch die Frage aufwerfen, warum eigentlich ein teurer Neubau für das CNCI hochgezogen werden muss. Warum nicht die bestehende Gebläsehalle gegenüber den Öfen zum CNCI umfunktionieren?“, so Spautz.

Für die riesige „Halle des Soufflantes“, in der sich seit dem Ende der „All we need“-Ausstellung nicht mehr viel getan hat, würden derzeit ohnehin keine konkreten Pläne im Baugeflecht der Hochofenterasse bestehen, so der Abgeordnete weiter. Hier könnte neben Informations- und Dokumentationsräumlichkeiten auch eine riesige Ausstellungsfläche eingerichtet werden. Gegen die Pläne des CNCI-Neubaus direkt an der Hochofenanlage lehnt die „Amicale des Hauts Fourneaux A et B“ sich bereits seit längerem auf.

Den ungekürzten Artikel finden Sie in der Mitwochausgabe des Luxemburger Wort.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Pierre Goergen meint:
    10.03.2010, 11:33 Uhr
    Ech hun 42 Joer am Minett gewunnt an sin duerch mein Papp an him séin Papp staark mat der Geschicht vun der Eisen-Industrie verwuerzelt.
    Ech kann awer iwerhaapt net verstoen wéi éen esou vill Suen kann oder well ausgin fir déen "Schrott" ze erhâlen. Fir mech sin déi Héichiewen nemmen âlen Schrott déen déi ganz Plaaz verschandelt, fir net éen ânert Wuert ze gebrauchen.
    Wann et maer géiw nôgoen, dann géiw ech déi ganz Anlag verschrotten, eng schéin Plaaz aménagéieren an op déi Plaaz eng Bronze-Statue vum Feiersteppeler opstellen.
    Daat waer dann éen "lieu de rencontre" déen d'Aarbecht vun all den Leit aus der Stohlbranch géiw revaloriséieren...
    Avis aux amateurs