(vb) – Die Zahl der Ehescheidungen in Luxemburg steigt weiterhin an. Paare, die in diesem Jahr heiraten, haben ein Risiko von 48 Prozent, dass ihre Ehe nicht ewig hält. Das geht aus einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Ceps/Instead hervor.
Bei den Scheidungen rangiert Luxemburg im EU-Ländervergleich weit oben. Nur in Finnland und Schweden lassen sich die Paare häufiger scheiden. Besonders wenig Scheidungen gibt es im Süden Europas – zum Beispiel in Griechenland, Italien und Spanien – und in Polen.
In Luxemburg hat die Neigung der Paare, zum Scheidungsrichter zu gehen, im Laufe der Jahrzehnte stark zugenommen. Während Ehen in den 50er Jahren zu 95 Prozent 30 Jahre und länger bestanden, hielten in den 80er Jahren geschlossene Ehen nur noch zu zwei Dritteln so lange.
Nach Ansicht der Ceps-Forscher gibt es keine Anzeichen für eine Stabilisierung oder gar eine Trendumkehr. Lediglich in den ersten Jahren nach der Hochzeit gehen die Scheidungen zurück. Dies führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass die Paare in aller Regel schon vor der Ehe zusammen leben und also wissen, worauf sie sich einlassen.
Trotzdem ist die Ehescheidung nicht mit einem Leben in Einsamkeit gleichzusetzen: Ganze 70 Prozent der Geschiedenen haben im Laufe von zehn Jahren einen neuen Partner kennen gelernt, mit dem sie einen neuen Haushalt gegründet haben. Knapp ein Fünftel der Geschiedenen ziehen sogar schon vor der Scheidung mit dem neuen Partner zusammen.