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Reform der Oberstufe im "Classique"
08.03.2010 13:21 Uhr

Nur noch zwei Sektionen zur Auswahl

Englisch wird zum Pflichtfach auf der 1re



Foto: Guy Jallay
Im "Premièresexamen" sollen die Schüler in Zukunft nur noch in sechs Fächern schriftlich geprüft werden.

(jot) - Am Montag hat Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres die Grundzüge der Reform der Oberstufe im klassischen Sekundarunterricht vorgestellt. Wichtigste Änderungen: Die vielen Sektionen fallen weg. Zudem müssen die Schüler in Zukunft auf der 1re zwischen Französisch und Deutsch wählen.

Zurzeit gibt es im klassischen Sekundarunterricht sieben Sektionen. Nach der Reform sollen nur noch zwei übrig bleiben: eine Sektion „Sprachen und Humanwissenschaften“ sowie eine Sektion „Naturwissenschaften und Mathematik“. Beide Sektionen erstrecken sich über drei Jahre von 3e bis 1re.

Innerhalb dieser beiden Sektionen haben die Schüler einen gewissen Spielraum: Sie können sich für bestimmte Wahlfächer entscheiden, die dann auch im „Premièresexamen“ auf dem Programm stehen. Auf beiden Sektionen ist jedoch Englisch ein Pflichtfach.

„Die englische Sprache spielt in der Berufswelt eine immer größere Rolle“, begründete Mady Delvaux-Stehres diese Ausrichtung. Die Unterrichtsministerin spricht sich auch dafür aus, dass die Schüler im „Premièresexamen“ nur noch in sechs Fächern schriftlich geprüft werden.

Ein Drittel der Studenten bricht ihr Studium im zweiten Jahr ab

Die Ministerin will mit der Reform erreichen, dass die Schüler noch besser auf ein Universitätsstudium vorbereitet werden. Zurzeit brechen der Unterrichtsministerin zufolge rund ein Drittel der Studenten ihr Studium im zweiten Jahr ab. Ein Drittel wechselt den Studiengang.

„In den Gesprächen mit dem Schulpersonal sowie mit Studenten haben wir immer wieder erfahren, dass die Abiturienten teilweise nicht gewohnt sind, selbstständig oder im Team zu arbeiten“, betonte Mady Delvaux-Stehres. Mit konkreten Maßnahmen sollen diese Schwächen bekämpft werden. So müssen die Jugendlichen in Zukunft auf 2e beispielsweise eine größere Arbeit über ein Thema verfassen, das sie sich selbst aussuchen dürfen.

Gesetzesprojekt in zwei Jahren

Auch die Oberstufe im technischen Sekundarunterricht soll reformiert werden. „Kunst“, „Kommunikation“, „BWL“, „Angewandte Wissenschaften“, „Informatik“ sowie „Ingenieurswissenschaften“ lauten die Titel der sechs Sektionen. Auf jeder Sektion ist Englisch ein Pflichtfach.

Zur Reform der Oberstufe im Sekundarunterricht liegt zurzeit nur ein „document d'orientation“ vor. Die Unterrichtsministerin will in den kommenden Monaten weitere Gespräche mit den Lehrkräften sowie mit den Schuldirektoren führen. Diese können ihre Ideen noch immer einbringen, bevor im Jahr 2012 ein Gesetzesprojekt der Abgeordnetenkammer vorgelegt werden soll.

Ihre Meinung zum Thema

( 9 )
  • Rainer Fickers meint:
    09.03.2010, 21:58 Uhr
    Maacht et wéi ech: nët laang gefackelt, séier End vun der Primärschoul ofgewaart an dann direkt op Sankt-Vith. D'Kanner sinn nees alleguerten mat engem Superdiplom erëmkomm an hun extra gudd Plaazen fonnt (nee, NËT beim Staat, do sin der souwisou vill ze vill, déi nëmmen aaneren op der Täsch léien, esou laang se "schaffen" an och nach an der Pensioun). Daat wäert Lëtzebuerg eng Kéier den Hals briechen, déi Beamtenstaatstrend! Schlëmmer wie bai den Daitschen.
  • Lynn W. meint:
    09.03.2010, 09:45 Uhr
    Alt nees eng Kéier datt eis Educatiounsministesch mengt si misst eng Reform aféieren. D'Schüler hunn elo scho keng Allgemengbidlung méi: wëssen net wat d'UDSSR war a wat guérilla heescht. Fréier konnt ee mat enger 1ère ouni Problemer seng Uni packen, mir ware fir eis Allgemengbildung bekannt an haut? D'Schüler musse sech nees bewosst ginn, an hir Eltren och, dass een an der Schoul muss léieren an datt net alles e Kannergebuertsdag ass. Eréischt da gëtt et Hoffnung fir eng besser Zukunft fir eis Kanner. Mee esou, éierlech gesot et freet ee sech op een iwwerhaapt nach Kanner soll kréien.
  • jean paul WEITZ meint:
    09.03.2010, 08:59 Uhr
    hallo wei ech 1968 am Jongen Lycee op Premiere war gouf et nemmen zwou Sektionen Commerce oder Industrie ofgesin vun Latein.Also Reforme an case départ
  • M. Theis meint:
    08.03.2010, 16:54 Uhr
    Bereits vor 25 (!) Jahren war die Rede davon, daß das Bildungsniveau der Primaner immer schlechter werden würde.

    Ich frag' mich nur, wo das Niveau jetzt liegt ....!?
  • Hobscheit Pierre meint:
    08.03.2010, 15:55 Uhr
    Jo Här Wiltgen, Däer hudd vollkomme recht. Wéi nach sou souverän Leit wéi d´Erna Hennicot-Schoepges an Fernand Boden den Educatiounsministere geleed hun, do goung et eis souuuu vill besser...iwwer Reformen kann een emmer streiden, mee enger Partei d´Schold um Misere ze gin, gräift e besse kuerz.
  • Marc Wiltgen meint:
    08.03.2010, 15:08 Uhr
    Wenn wir den Sozialisten noch eine Legislaturperiode das Unterrichtsministerium überlassen, werden unsere Kinder und Jugendlichen komplett auf den weiterführenden Schulen untergehen. Heute werden diese in unseren Schulen praktisch überhaupt nicht mehr gefordert und die Examina sind doch wohl nur mehr ein Witz.

    Nicht die Schulen müssen reformiert werden sondern die Freizeit. Mit Internet ist das Interesse am Lesen gegen null gegangen. Allgemeinbildung ist bei den Jugendlichen auf einem sehr tiefen Niveau. Agressivität auf der Strasse ist dagegen immer mehr am steigen.

    Die ganze Jugendpolitik ist ja so etwas von daneben!!!!

    Es wird Zeit, dass die Politiker komplett umdenken.
  • Silvio Lux meint:
    08.03.2010, 14:44 Uhr
    Mit jeder Reform geht die Qualitaet eine Stufe nach unten. In den Naturwissenschaften ist das Niveau des 1re heute schon 2 Jahre hinter dem, was ich gemacht habe.
    Das Chaos faengt doch schon in der Grundschule an:
    Zuerst Team Teaching = Das Klassenniveau wird extrem auseinandergezogen.
    Dann "normaler" Unterricht im 3. und 4. Jahr: Das Niveau der Schueler muss wieder zusammengeschoben werden! Fuer die guten Schueler heisst das pure Langeweile.
    Nach der letzten Reform haben nun 5. und 6. Schuljahr zusammen Unterricht. (Warum nicht direkt zu den Dorfschulen von frueher zurueck?) Das 6. Schuljahr braucht doch fast nicht mehr in die Schule zu gehen, ausser fuer die Tests fuer das Lycee. Laaanngggeeewwweeeiiilllle pur.
    Was fuer Reformen!!!
  • Jean Hein meint:
    08.03.2010, 14:20 Uhr
    Hauptsache es wird reformiert. Vielleicht sollte man ein neues Pflitchfach einführen d.h. : Reformieren wie , wo , und wann.
  • Carlo Kremer meint:
    08.03.2010, 13:39 Uhr
    eng Reform vun der Reform vun der Reform...