(jot) - Am Montag hat Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres die Grundzüge der Reform der Oberstufe im klassischen Sekundarunterricht vorgestellt. Wichtigste Änderungen: Die vielen Sektionen fallen weg. Zudem müssen die Schüler in Zukunft auf der 1re zwischen Französisch und Deutsch wählen.
Zurzeit gibt es im klassischen Sekundarunterricht sieben Sektionen. Nach der Reform sollen nur noch zwei übrig bleiben: eine Sektion „Sprachen und Humanwissenschaften“ sowie eine Sektion „Naturwissenschaften und Mathematik“. Beide Sektionen erstrecken sich über drei Jahre von 3e bis 1re.
Innerhalb dieser beiden Sektionen haben die Schüler einen gewissen Spielraum: Sie können sich für bestimmte Wahlfächer entscheiden, die dann auch im „Premièresexamen“ auf dem Programm stehen. Auf beiden Sektionen ist jedoch Englisch ein Pflichtfach.
„Die englische Sprache spielt in der Berufswelt eine immer größere Rolle“, begründete Mady Delvaux-Stehres diese Ausrichtung. Die Unterrichtsministerin spricht sich auch dafür aus, dass die Schüler im „Premièresexamen“ nur noch in sechs Fächern schriftlich geprüft werden.
Die Ministerin will mit der Reform erreichen, dass die Schüler noch besser auf ein Universitätsstudium vorbereitet werden. Zurzeit brechen der Unterrichtsministerin zufolge rund ein Drittel der Studenten ihr Studium im zweiten Jahr ab. Ein Drittel wechselt den Studiengang.
„In den Gesprächen mit dem Schulpersonal sowie mit Studenten haben wir immer wieder erfahren, dass die Abiturienten teilweise nicht gewohnt sind, selbstständig oder im Team zu arbeiten“, betonte Mady Delvaux-Stehres. Mit konkreten Maßnahmen sollen diese Schwächen bekämpft werden. So müssen die Jugendlichen in Zukunft auf 2e beispielsweise eine größere Arbeit über ein Thema verfassen, das sie sich selbst aussuchen dürfen.
Auch die Oberstufe im technischen Sekundarunterricht soll reformiert werden. „Kunst“, „Kommunikation“, „BWL“, „Angewandte Wissenschaften“, „Informatik“ sowie „Ingenieurswissenschaften“ lauten die Titel der sechs Sektionen. Auf jeder Sektion ist Englisch ein Pflichtfach.
Zur Reform der Oberstufe im Sekundarunterricht liegt zurzeit nur ein „document d'orientation“ vor. Die Unterrichtsministerin will in den kommenden Monaten weitere Gespräche mit den Lehrkräften sowie mit den Schuldirektoren führen. Diese können ihre Ideen noch immer einbringen, bevor im Jahr 2012 ein Gesetzesprojekt der Abgeordnetenkammer vorgelegt werden soll.